Falafel mit Spiegelei, Rote-Bete-Chips und karamellisierten Walnüssen
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Jochen Mössner
- MAGAZIN
- 06.03.2026
Falafel gehören zu den bekanntesten Gerichten der nahöstlichen Küche und haben ihren Ursprung vermutlich im östlichen Mittelmeerraum. Häufig wird Ägypten als Herkunftsort genannt, wo Falafel – dort meist Ta’ameya genannt – traditionell aus Favabohnen zubereitet werden. Von dort aus verbreitete sich das Gericht über die gesamte Levante und den arabischen Raum, insbesondere nach Israel, Libanon, Syrien und Palästina, wo heute meist Kichererbsen als Basis verwendet werden.
Die würzigen, frittierten Bällchen aus pürierten Hülsenfrüchten, Kräutern und Gewürzen sind inzwischen weit über ihre Ursprungsregion hinaus bekannt und gelten weltweit als eines der beliebtesten vegetarischen Street-Food-Gerichte. Besonders in Europa und Nordamerika haben Falafel durch die wachsende Nachfrage nach pflanzlicher Küche und orientalischen Aromen stark an Popularität gewonnen.
Je nach Region und Tradition variieren die Zutaten und Gewürze deutlich. Während manche Varianten besonders kräuterreich sind, setzen andere stärker auf Gewürze wie Kreuzkümmel, Koriander oder Knoblauch. Auch die Servierformen unterscheiden sich: Klassisch werden Falafel in Fladenbrot mit Salat, Sesamsauce oder Joghurt serviert, doch moderne Küchen interpretieren sie zunehmend kreativ – etwa als Bestandteil von Salaten, Bowls oder als raffinierte Komponente auf komponierten Tellern.
Falafel mit Spiegelei, Rote-Bete-Chips und karamellisierten Walnüssen
auf Gurken-Tomaten-Chicorée-Beet mit Zitronen-Minz-Joghurtdressing
Zutaten (für 4 Portionen)
Falafel
250 g getrocknete Kichererbsen (über Nacht eingeweicht, nicht gekocht)
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Koriander (gemahlen)
½ TL Salz
½ TL schwarzer Pfeffer
1 TL Zitronensaft
2 EL Mehl oder Kichererbsenmehl
6 EL Pankomehl
1 EL Mehl
etwas Wasser
Öl zum Frittieren
Sesam und Schwarzkümmel um die Falafel nach dem Frittieren darin zu wälzen
Rote-Bete-Chips
2 große Rote Bete
neutrales Öl
etwas Meersalz
Leicht karamellisierte Walnüsse
120 g Walnüsse
1 EL Zucker
1 TL Honig
1 Prise Salz
Joghurtdressing
200 g griechischer Joghurt
Saft und Abrieb einer Bio-Zitrone
1 EL Olivenöl
1–2 TL fein gehackte frische Minze
Salz und schwarzer Pfeffer
1 Prise Piment d’Espelette
Weitere Zutaten
4 Eier
1 Gurke (in dünne Scheiben geschnitten)
4–5 Tomaten (in dünne Scheiben geschnitten)
2 Chicorée
1 kleine Handvoll Radieschensprossen
Olivenöl zum Braten

Zubereitung
Falafel
Eingeweichte Kichererbsen gut abtropfen lassen. Mit Zwiebel, Knoblauch und Petersilie im Mixer grob zerkleinern. Gewürze, Zitronensaft und Mehl hinzufügen.
Masse 30 Minuten kalt stellen. Kleine Bällchen formen. Die Falafel zuerst leicht in etwas Wasser oder einer dünnen Mehl-Wasser-Mischung wenden, anschließend in Panko-Paniermehl wälzen, sodass sie rundum bedeckt sind. Bei 170 °C goldbraun frittieren (ca. 3–4 Minuten). In Schwarzkümmel und Sesamsaat wälzen. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Rote-Bete-Chips
Rote Bete schälen und mit der Mandoline sehr dünn schneiden. Öl auf 160 °C erhitzen. Scheiben portionsweise frittieren, bis sie knusprig sind. Herausnehmen und leicht salzen.
Karamellisierte Walnüsse
Zucker in einer Pfanne leicht schmelzen lassen. Walnüsse und Honig zugeben. Kurz karamellisieren, leicht salzen. Auf Backpapier auskühlen lassen.
Joghurtdressing
Joghurt mit Zitronensaft, Zitronenabrieb und Olivenöl verrühren. Minze unterheben. Mit Salz, Pfeffer und Piment d’Espelette abschmecken. Konsistenz mit wenig Wasser leicht verdünnen – das Dressing soll dünnfließend sein.
Spiegeleier
Eier in etwas Olivenöl bei mittlerer Hitze braten. Eigelb sollte weich bleiben. Leicht salzen und peffern.
Anrichten
Gurken- und Tomatenscheiben abwechselnd in Ringform auf dem Teller auslegen. Zwei Chicorée-Blätter mittig darauf platzieren. Etwas Joghurtdressing leicht darüber träufeln. Spiegelei mittig auf die Chicorée-Blätter setzen. Jeweils eine Falafel auf zwei gegenüberliegenden Seiten des Rings platzieren. Rote-Bete-Chips und karamellisierte Walnüsse dekorativ um das Ei verteilen. Mit Radieschensprossen locker toppen.
Weinempfehlung:
Zu diesem Gericht passt besonders gut ein frischer, aromatischer Weißwein mit lebendiger Säure und moderater Struktur. Die Kombination aus Falafel, Spiegelei, Joghurtdressing mit Zitrone und Minze sowie den erdigen Rote-Bete-Chips verlangt nach einem Wein, der sowohl Frische als auch etwas aromatische Tiefe mitbringt. Für mich passt hier deshalb ein Sauvignon Blanc mit einem Hauch von Holz, oder auch nur aus dem Edelstahltank sehr gut. Der Joel Delaunay La Vignette Sauvignon Blanc aus der Touraine passt hervorragend zu diesem Gericht. Seine saftige, dabei angenehm zurückhaltende Säure, die ausgeprägte Frucht und die feine kräuterwürzige Aromatik harmonieren besonders gut mit den frischen und würzigen Komponenten. Gleichzeitig bringt sein mittelkräftiger Körper genügend Struktur mit, um die Aromen des Gerichts zu begleiten, ohne sie zu überdecken.