Licht, Strahlen, Flaschen und Wein
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Jochen Mössner
- MAGAZIN
- 09.02.2026
Welche Strahlen sind schädlich – und welche Flaschen schützen wirklich?
Wein ist ein sensibles Naturprodukt. Während Sauerstoff, Temperatur und Zeit als klassische Einflussfaktoren bekannt sind, wird ein Aspekt in der Praxis oft unterschätzt: Strahlung – insbesondere Lichtstrahlung. Sie kann den Wein chemisch verändern, sein Aromaprofil verfälschen und im schlimmsten Fall ungenießbar machen. Doch welche Strahlen sind tatsächlich problematisch? Und welche Flaschen bieten wirksamen Schutz?
Welche Strahlen sind für Wein schädlich?
1. Ultraviolette Strahlung (UV)
UV-Strahlen sind der größte Feind des Weins. Sie besitzen eine hohe Energie und lösen photochemische Reaktionen aus.
2. Blaues Licht (kurzwelliger sichtbarer Bereich)
Auch blaues Licht (ca. 380–450 nm) ist problematisch. Moderne LED- und Neonbeleuchtung emittieren genau in diesem Bereich.
3. Infrarotstrahlung (IR)
Infrarotstrahlen schädigen den Wein nicht direkt chemisch, erhöhen aber die Temperatur.
Welche Flaschen schützen den Wein?
Braunglas – der Goldstandard
Braune Flaschen bieten den besten Schutz. blockieren bis zu 98 % der UV-Strahlung sehr effektiv gegen blaues Licht ideal für lichtsensible Weine
Besonders empfohlen für: Schaumwein, Weißwein, aromatische Rebsorten
Grünglas – guter Kompromiss
Grünglas ist der Branchenstandard und bietet soliden, aber begrenzten Schutz.
blockiert ca. 70–80 % der UV-Strahlen
ausreichend bei dunkler Lagerung
ästhetisch akzeptiert
Geeignet für: Rotwein, strukturierte Weißweine
Klarglas – optisch attraktiv, technisch riskant
Klarglas bietet nahezu keinen Lichtschutz.
lässt UV- und Blaulicht fast vollständig durch
hohe Gefahr von Lichtschäden
nur sinnvoll bei schneller Rotation
Nur vertretbar für: Marketingprodukte, kurzfristigen Konsum, Zusatzschutz nötig
Unser Tipp
Wein sollte grundsätzlich dunkel gelagert werden. Ideal ist die Aufbewahrung in geschlossenen Kartons oder Holzkisten, da diese das schädliche Einwirken von UV- und Blaulicht zuverlässig verhindern. So bleibt die Qualität des Weins vom Keller bis zum Genuss bestmöglich erhalten.