Rosé ist nicht gleich Rosé
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Jochen Mössner
- MAGAZIN
- 19.02.2024
Roséwein hat sich in den letzten Jahren von einem klassischen Sommerwein zu einem beliebten Ganzjahreswein entwickelt, der in vielen verschiedenen Situationen genossen wird. Ursprünglich oft als erfrischender Wein für warme Sommerabende angesehen, hat der Roséwein nun seinen Platz auf Tischen das ganze Jahr über gefunden, dank seiner Vielseitigkeit, seinem breiten Aromenspektrum und seiner Fähigkeit, zu einer Vielzahl von Gerichten zu passen. Einst als unkompliziert betrachtet, hat sich das Image des Roséweins deutlich gewandelt. Heute gibt es eine große Vielfalt an Roséweinen, die eine breite Palette von Geschmacksprofilen und Stilen bieten. Von hellen und fruchtigen Weinen bis hin zu kräftigeren und strukturierteren Varianten ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Herstellung:
Roséwein kann auf verschiedene Arten hergestellt werden, es gibt grundsätzlich drei verschiedene Arten der Roséweinproduktion, welche unterschiedliche Weine hervorbringen.
1. Direktes Pressen: Beim direkten Pressen werden rote Trauben sofort nach der Ernte gepresst, um den Saft zu extrahieren. Der Saft wird hier von den Schalen getrennt, bevor er eine intensive Farbe entwickeln kann. Da der Kontakt zwischen den Schalen und dem Saft minimal ist, nimmt der Wein nur eine leichte rosafarbene Tönung an. Dies führt zu einem zarten und subtilen Roséwein mit einer blassen Farbe und frischen Aromen. Durch ihre Eleganz und Frische sind diese Roséweine die idealen Terrassenweine oder Begleiter von leichten Speisen.
2. Mazeration: Bei der Mazeration bleiben die roten Traubenschalen für eine bestimmte Zeit im Saft, um Farbe, Aromen und Tannine zu extrahieren. Je länger die Mazeration dauert, desto intensiver wird die Farbe des Weins. Der Winzer kontrolliert die Dauer der Mazeration, um die gewünschte Farbintensität und Aromen zu erreichen. Diese Methode erzeugt einen kräftigeren und intensiveren Roséwein mit einer tieferen Farbe und komplexeren Aromen. Mazeration kann auch dazu beitragen, einen strukturierteren Wein mit einem Hauch von Tanninen zu erzeugen, der gut zu kräftigeren Speisen und verschiedenen Jahreszeiten passt.
3. Saftabzugsmethode (Saignée-Methode): Eine weitere Methode zur Herstellung von Roséwein ist die Saftabzugsmethode, auch bekannt als Saignée-Methode. Bei dieser Methode wird Roséwein als Nebenprodukt der Rotweinherstellung gewonnen. Nachdem die roten Trauben gemaischt wurden, wird ein Teil des Safts abgezogen und in einen separaten Tank geleitet, um als Roséwein weiterverarbeitet zu werden. Der verbleibende Saft in der Maische wird dann weiter für die Herstellung von Rotwein genutzt. Die Saftabzugsmethode führt oft zu kräftigen und konzentrierten Roséweinen mit einer intensiven Farbe und reichen Aromen, da der Saft eine längere Kontaktzeit mit den Schalen hat. Diese Methode ist bei Winzern beliebt, da sie es ermöglicht, die Konzentration und Qualität ihres Rotweins zu verbessern, während gleichzeitig ein hochwertiger Roséwein produziert wird.
Ist Rotling, bzw. Schillerwein auch ein Rosé?
Rotling, Schillerwein, Badisch Rotgold, Schieler sind sind rechtlich gesehen keine Roséweine. Hier werden rote und weiße Trauben gemeinsam gekeltert und gemeinsam fermentiert, während der Gärung geben die roten Trauben ihre Farbstoffe an den Saft ab. So entsteht ein Wein der je nach Rebsorten und Mischverhältnis einen hellen bis dunklen Farbton liefern kann.
Welcher Rosé-Typ bin ich?
Es hängt wie fast immer von den individuellen Vorlieben des Weintrinkers ab. Unabhängig von der Produktionsmethode spielen nämlich auch andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. Rebsorte, Restzucker, Alkoholgehalt, Säure und Ausbau des Roséweins. Bei uns auf der Seite findest Du mehrere Orientierungshilfen, die Dich zu Deinem Rosé führen.
Die Kategorisierung nach Weinfarben:
Wir veranschaulichen z.B. einen fruchtbetonten und samtigen Rotwein durch die Farbe Lila. Ein schwerer, tanninbetonter und herber Rotwein wird durch Schwarzrot repräsentiert. Dazwischen gibt es noch viele weitere Abstufungen. Bei Weißweinen und Rosé verwenden wir die Farben blau über grüngelb bis goldgelb.
Unser Weindiagramm:
In einer Skala von 1 bis 10 berücksichtigen wir den Alkoholgehalt, die Tannine, die Süße und das Mundgefühl. So erhaltet ihr eine detaillierte Vorstellung vom Charakter des Weins.
Unsere Weinempfehlungen:
Falls du bereits einen Wein kennst und etwas Ähnliches ausprobieren möchtest, bieten wir dir die Möglichkeit, unter dem Punkt "Wir haben andere Produkte gefunden, die Ihnen gefallen könnten" Weine zu entdecken, die über sehr ähnliche Merkmale verfügen.
Und wenn Du gar nicht weiter weißt:
Wenn du zusätzliche Unterstützung benötigst, sind wir gerne telefonisch für dich da und bieten Beratung an. Alternativ kannst du uns auch während unserer Lagerverkaufszeiten besuchen, wo du die Möglichkeit hast, einige Weine zu probieren.