Weinempfehlungen für März & April: Frische trifft auf Frühlingsküche
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Jochen Mössner
- MAGAZIN
- 18.03.2026
Wenn die Tage länger werden und die Natur erwacht, verändert sich auch die Küche – und mit ihr die Weinauswahl. Die Monate März und April stehen kulinarisch ganz im Zeichen zweier aromatischer Hauptdarsteller: Bärlauch und Spargel. Beide stellen besondere Anforderungen an die Weinbegleitung – und eröffnen gleichzeitig spannende Möglichkeiten.
Bärlauch: Aromatisch, grün, fordernd
Bärlauch bringt intensive, knoblauchartige Noten mit, gepaart mit frischer, grüner Aromatik. Das verlangt nach Weinen, die diese Kraft aufnehmen können, ohne erschlagen zu werden.
Empfohlene Weinstile:
Sauvignon Blanc
Seine grüne Aromatik (Stachelbeere, Gras, Kräuter) harmoniert hervorragend mit Bärlauch. Die lebendige Säure sorgt für
Frische und Struktur.
Silvaner (trocken)
Besonders aus Franken: zurückhaltend in der Frucht, dafür kräuterig und erdig – ideal zu Bärlauchpesto oder -risotto.
Grüner Veltliner
Mit seiner pfeffrigen Würze und klaren Struktur ein spannender Partner zu intensiven Bärlauchgerichten.
Warum das funktioniert:
Die Weine greifen die "grünen" Aromen des Bärlauchs auf und spiegeln sie wider, statt gegen sie anzukämpfen. Gleichzeitig sorgt ihre Säure für Balance gegenüber öligen oder cremigen Speisen.
Spargel: Fein, elegant – und gar nicht so einfach
Spargel gilt als eine der größten Herausforderungen in der Weinbegleitung. Seine feine Bitterkeit und leichte Süße verlangen nach Fingerspitzengefühl.
Empfohlene Weinstile:
Weißburgunder (Pinot Blanc)
Mild, rund und mit dezenter Säure – ein Klassiker zu Spargel, besonders mit Butter oder Hollandaise.
Grauburgunder (Pinot Gris)
Etwas kräftiger, mit mehr Körper – ideal zu Spargel mit Schinken oder Kalbfleisch.
Silvaner
Der wohl traditionellste Spargelwein: zurückhaltend, elegant und mit feiner Würze.
Rivaner (Müller-Thurgau)
Frisch, nicht zu schwer und unkompliziert – mit moderater Säure und feinen Muskatnoten. Besonders gut zu klassischem Spargel mit Kartoffeln oder leichten Saucen, da er die zarten Aromen nicht überdeckt.
Warum das funktioniert:
Diese Weine sind nicht zu aromatisch und überdecken den Spargel nicht. Ihre moderate Säure und feine Struktur unterstützen die Eleganz des Gerichts.
Der Frühling verlangt nach Frische, Präzision und Zurückhaltung im Glas. Während Bärlauch aromatische, lebendige Weine fordert, verlangt Spargel nach Eleganz und Balance.
Wer diese Gegensätze versteht, kann in den Monaten März und April einige der spannendsten Speisen-Wein-Kombinationen des Jahres erleben – leicht, frisch und voller Charakter.