Was ist Amarone?
Amarone della Valpolicella, oft einfach Amarone genannt, zählt zu den prestigeträchtigsten Rotweinen Italiens und genießt weltweit hohes Ansehen. Hergestellt in der norditalienischen Region Venetien, zeichnet er sich durch seine intensive, komplexe Aromatik und seinen vollen Körper aus. Seine Besonderheit liegt in der einzigartigen Herstellungsmethode, die ihm unverwechselbare Charaktereigenschaften verleiht.
Die Produktion von Amarone folgt der traditionellen Appassimento-Technik, bei der die Trauben nach der Ernte für mehrere Monate auf speziellen Gestellen oder in gut belüfteten Räumen getrocknet werden. Dieser Trocknungsprozess konzentriert die Aromen, erhöht den Zuckergehalt und reduziert den Saftanteil, was zu einem Wein mit höherem Alkoholgehalt und intensiverem Geschmack führt. Die Hauptrebsorten sind Corvina, Corvinone und Rondinella, die typisch für die Valpolicella-Region sind.
Herstellung und Besonderheiten
Die Appassimento-Methode, auch als "Veredelung" durch Trocknung bekannt, ist das Herzstück der Amarone-Produktion. Während des Trocknens verlieren die Trauben bis zu 40% ihres Gewichts, was die Konzentration von Zucker, Säuren und Aromastoffen stark erhöht. Dieser aufwändige Prozess erfordert sorgfältige Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um Schimmelbildung zu vermeiden und die Qualität zu sichern. Mehr dazu im Lexikoneintrag zur Veredelung.
Nach der Trocknung werden die Trauben gepresst und der Most vergoren. Wegen des hohen Zuckergehalts zieht sich die Gärung lange hin, sie wird aber durchgeführt, bis der Wein trocken ist. Das Lastenheft lässt höchstens 9 Gramm Restzucker je Liter zu, gestaffelt nach Alkoholgehalt. Genau das unterscheidet den Amarone vom süßen Recioto aus denselben getrockneten Trauben. Anschließend reift er mindestens zwei Jahre, traditionell in großen Fässern aus slawonischer Eiche, heute oft ergänzt durch Barriques. Viele Erzeuger füllen ausschließlich im eigenen Betrieb ab, im internationalen Handel wird das als Estate Bottled gekennzeichnet.
- Hauptrebsorten: Corvina, Corvinone, Rondinella
- Alkoholgehalt: mindestens 14 % vol., in der Praxis meist 15 bis 16,5 %
- Reifezeit: mindestens zwei Jahre ab dem 1. Januar nach der Ernte, Riserva vier Jahre
Geschmack und Genuss
Amarone präsentiert sich in der Nase mit intensiven Aromen von getrockneten Früchten wie Pflaume, Kirsche und Feige, begleitet von Noten von Schokolade, Tabak und Gewürzen. Am Gaumen ist er vollmundig, mit weichen Tanninen und einer lang anhaltenden, leicht bitteren Note, die ihm den Namen "Amarone" (von "amaro", italienisch für bitter) verliehen hat. Er eignet sich hervorragend zur Begleitung von kräftigen Gerichten wie Wild, gereiftem Käse oder dunkler Schokolade.
Aufgrund seiner Komplexität und Lagerfähigkeit ist Amarone ein Wein für besondere Anlässe, der mit zunehmendem Alter an Eleganz gewinnt. Im Shop reicht die Auswahl von der Einstiegsflasche für gut dreißig Euro bis zu gereiften Spitzenweinen. Eine Übersicht mit Erklärungen zum Appassimento, zur Abgrenzung von Ripasso und Recioto und zur Speisenbegleitung finden Sie unter Amarone della Valpolicella.