Amarone Weine kaufen

Amarone della Valpolicella: der große Rotwein aus getrockneten Trauben
Amarone entsteht, indem die Trauben nach der Lese monatelang trocknen, bevor sie überhaupt gepresst werden. Das konzentriert alles: Frucht, Extrakt und Alkohol, mindestens 14 Prozent müssen es sein. Unten findest du unsere Amarone-Flaschen, darunter Erklärungen zum Appassimento, zur Abgrenzung von Ripasso und Recioto und zur Frage, woran du einen guten Amarone erkennst.
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Der Amarone-GeheimtippEmpfehlungSan Cassiano Venetien, ItalienCorvina, Molinara, RondinellaTrocken
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8 Artikel
Was Amarone ist
Amarone della Valpolicella ist ein trockener Rotwein aus dem Veneto, aus den Hügeln nördlich und nordwestlich von Verona, zwischen dem Etschtal und dem Soave-Gebiet. Er trägt die höchste italienische Qualitätsstufe DOCG. Was ihn von allen anderen großen Rotweinen Italiens unterscheidet, ist nicht die Rebsorte und nicht die Lage, sondern ein Arbeitsschritt, den es sonst kaum gibt: Die Trauben werden vor der Gärung getrocknet.

Das Appassimento
Nach der Handlese kommen die Trauben in luftige Trockenräume, früher auf Strohmatten, heute meist in flache Kisten mit kontrollierter Belüftung. Dort liegen sie den Herbst und Winter über. Wasser verdunstet, die Beeren schrumpfen und verlieren rund 30 bis 40 Prozent ihres Gewichts. Zurück bleibt konzentrierter Saft mit hohem Zuckergehalt, dazu Aromen, die frische Trauben nicht haben: Dörrpflaume, Feige, Rosine.
Das Lastenheft schreibt keine Trocknungsdauer in Tagen vor. Es setzt stattdessen einen Stichtag: Vor dem 1. Dezember darf nicht vinifiziert werden. In der Praxis liegen die Trauben etwa drei Monate. Höchstens 65 Prozent der je Hektar zulässigen Höchstproduktion dürfen überhaupt ins Appassimento gehen, und aus 100 Kilo Trauben darf am Ende nur so viel Wein entstehen, wie einer Ausbeute von 40 Prozent entspricht. Beim einfachen Valpolicella sind 70 Prozent erlaubt, aus derselben Traubenmenge entsteht also gut vier Zehntel weniger Wein.
Die Rebsorten
Amarone ist ein Verschnitt. Corvina Veronese und Corvinone bilden zusammen 45 bis 95 Prozent, Rondinella 5 bis 30 Prozent, bis zu 25 Prozent dürfen weitere rote Sorten sein. Corvina liefert Sauerkirsche und die Säure, die den Wein trotz seiner Wucht beweglich hält. Corvinone bringt mehr Struktur und Körper als Corvina. Trocknen lassen sich beide gut, das ist der Grund, warum gerade die Valpolicella-Sorten für das Appassimento taugen: dickschalige Beeren an locker gebauten Trauben, die im Trockenraum nicht faulen.
Ein Punkt, den viele Quellen noch falsch wiedergeben: Die Molinara ist heute kein Pflichtbestandteil mehr. Früher musste sie im Verschnitt sein, inzwischen wird sie im Lastenheft gar nicht mehr namentlich genannt und fällt unter die freien Anteile, gedeckelt auf 10 Prozent. Viele Erzeuger lassen sie weg, weil sie wenig Farbe und wenig Struktur beisteuert. Einige Klassiker führen sie bewusst weiter, meist wegen der Frische. Ebenfalls überholt ist die Corvinone-Regel: Die Sorte galt lange nur als teilweiser Ersatz für Corvina, heute stehen beide gleichberechtigt nebeneinander.
Was das Lastenheft verlangt
Der fertige Wein muss mindestens 14 Prozent Alkohol haben, in der Praxis liegen die meisten Flaschen zwischen 15 und 16,5 Prozent. Gereift wird mindestens zwei Jahre, gerechnet ab dem 1. Januar nach der Ernte. Die Riserva verlangt vier Jahre, hier läuft die Frist ab dem 1. November des Erntejahres, und sie braucht mehr zuckerfreien Extrakt.
Beim Restzucker gilt: Bei 14 Prozent Alkohol sind höchstens 9 Gramm je Liter erlaubt, mit steigendem Alkohol darf der Wert mitwachsen. Das reicht, damit ein Amarone am oberen Ende leicht süßlich wirken darf, und es liegt weit von dem entfernt, was ein Recioto mitbringt. Als trocken ausgebauter Wein gilt der Amarone trotzdem, die Fülle kommt vor allem aus Alkohol, Extrakt und Dörrobstaromatik.
Classico, Valpantena und Riserva
Auf dem Etikett stehen drei Zusätze, die oft durcheinandergebracht werden. Classico ist eine Herkunftsangabe, kein Qualitätsurteil: Sie bezeichnet den historischen Kern des Anbaugebiets in den westlichen Tälern. Valpantena ist ein eigenes Tal östlich der Classico-Zone, das ebenfalls auf dem Etikett stehen darf. Riserva ist der einzige der drei, der tatsächlich mehr verlangt: rund anderthalb bis zwei Jahre längere Reifung und mehr zuckerfreien Extrakt. Einen Holzausbau schreibt das Lastenheft übrigens weder für den Amarone noch für die Riserva vor.
Ein Amarone ohne Zusatz ist damit nicht automatisch schlechter als ein Classico. Er kommt nur aus einem anderen Teil des Gebiets.
Wie Amarone schmeckt
Tiefes Granatrot, oft fast undurchsichtig. In der Nase Dörrpflaume, Feige, Kirschkonfitüre, dazu Zimt, Nelke, Tabak, Leder und ein Anklang von Bitterschokolade. Am Gaumen ist er dicht und warm, mit weichem, breitem Tannin und einem Nachhall, der lange steht. Der Alkohol ist spürbar, soll aber nicht brennen, sondern tragen.
Die namensgebende bittere Note steckt im Abgang. Amaro heißt bitter, und der Name entstand zur Abgrenzung vom süßen Recioto. Gemeint ist kein unangenehmes Bitter, sondern der herbe, an Zartbitterschokolade und Bittermandel erinnernde Zug, der die Fülle auffängt. Fehlt er, wirkt der Wein süßlich und plump.

Woran du einen guten Amarone erkennst
Amarone hat eine große Qualitätsspanne, und der Preis allein sagt wenig. Vier Hinweise helfen weiter.
Die Säure trägt
Der wichtigste Punkt. Ein guter Amarone hat trotz 15 Prozent Alkohol und viel Extrakt eine spürbare Säure, die den Wein aufrecht hält. Fehlt sie, schmeckt er nach Likör und man mag nach dem ersten Glas nicht weiter.
Süße darf sein, aber nicht dominieren
Eine leichte Süße im Antrunk ist beim Amarone normal und regelkonform. Sie kommt aus dem erlaubten Restzucker, aus dem hohen Alkohol und aus der Dörrobstaromatik. Kritisch wird es, wenn die Süße die einzige Struktur ist und weder Säure noch Tannin dagegenhalten. Dann bleibt ein Wein, der nach dem ersten Glas ermüdet.
Holz im Hintergrund
Traditionell reift Amarone in großen Fässern aus slawonischer Eiche, die kaum Aroma abgeben. Viele Häuser arbeiten heute zusätzlich mit Barriques für weichere Tannine. Beides ist legitim. Wenn du aber vor allem Vanille und Röstaroma schmeckst und die Frucht dahinter verschwindet, wurde das Holz als Kaschierung eingesetzt.
Erzeuger statt Etikettengestaltung
Im unteren Preisbereich um dreißig bis fünfunddreißig Euro entscheidet der Betrieb mehr als die Bezeichnung. Häuser, die Amarone als Kernprodukt führen und nicht als Prestigezugabe, liefern dort verlässlicher.
Amarone, Ripasso, Recioto, Valpolicella
Vier Weine, ein Gebiet, dieselben Rebsorten. Der Unterschied liegt allein in der Behandlung von Trauben und Wein.
Ripasso ist nicht der kleine Amarone
Ein hartnäckiger Irrtum, den man überall liest: Ripasso entstehe ebenfalls aus getrockneten Trauben. Das stimmt nicht. Beim Ripasso werden frische Trauben ganz normal vergoren, und erst der fertige Wein kommt anschließend auf die Trester, die nach dem Abpressen von Amarone oder Recioto übrig bleiben. Er nimmt dort Farbe, Gerbstoff und etwas Alkohol auf. Die Trauben für den Ripasso selbst werden also nicht getrocknet. Über die Trester fließen allerdings vorgeschriebene 10 bis 15 Prozent Amarone- oder Recioto-Wein mit ein, und der stammt sehr wohl aus getrockneten Trauben. Die ganze Auswahl findest du unter Valpolicella Ripasso.
Recioto ist der Vorfahr
Recioto durchläuft dasselbe Appassimento wie der Amarone, aber die Gärung wird gestoppt, solange noch Zucker im Wein ist. Er ist der süße Klassiker der Valpolicella, trägt ebenfalls die DOCG und ist der ältere der beiden. Der Amarone ist ursprünglich als durchgegorener Recioto entstanden, daher der Name mit dem bitteren Gegenpol.
Valpolicella ist die Basis
Frische Trauben, normale Gärung, leichter und saftiger Rotwein mit klarer Kirschfrucht. Was das Gebiet insgesamt ausmacht, erklärt unser Lexikoneintrag zur Valpolicella.
Servieren, lagern, trinken
Verkauft werden darf Amarone frühestens gut zwei Jahre nach der Ernte, wirklich rund wird er meist erst nach fünf bis sechs Jahren. Gute Flaschen halten fünfzehn bis zwanzig Jahre und mehr, eine Riserva aus einem starken Jahrgang auch länger. Serviertemperatur 17 bis 18 Grad, kühler wirkt er hart, wärmer tritt der Alkohol vor.
Junge Flaschen profitieren von ein bis zwei Stunden im Dekanter. Bei sehr alten Jahrgängen reicht behutsames Umfüllen vom Depot, längere Luft schadet dort eher. Großes, bauchiges Glas, und nicht zu voll einschenken.
Amarone und Essen
Amarone braucht Gerichte, die gegenhalten. Geschmortes Rind, Ochsenbacke, Wildschwein, Reh, Ente, Lammkeule. Der regionale Klassiker ist Risotto all'Amarone, bei dem der Wein selbst mitkocht. Bei Käse sind gereifter Parmigiano, alter Monte Veronese und kräftige Blauschimmelsorten wie Gorgonzola piccante die sichere Wahl.
Was nicht funktioniert: Fisch, helles Geflügel ohne kräftige Sauce, Salate und alles Säurebetonte. Auch als Aperitif ist er falsch am Platz. In Italien galt Amarone traditionell als vino da meditazione, als Wein für den späten Abend ohne Essen, höchstens zu einem Stück Zartbitterschokolade. Das funktioniert erstaunlich gut, auch wenn die Erzeuger ihn inzwischen bewusst wieder an den Tisch rücken.
Warum Amarone kostet, was er kostet
Der Preis ergibt sich aus der Rechnung im Keller. Nur ein Teil der Ernte darf ins Appassimento, die Trauben verlieren beim Trocknen 30 bis 40 Prozent ihres Gewichts, und die zulässige Ausbeute liegt bei 40 Prozent. Aus derselben Fläche entsteht also deutlich weniger Amarone als Valpolicella. Dazu kommen Handlese, Trockenräume, monatelange Lagerung der Trauben und mindestens zwei Jahre Reifung, in denen der Wein Kapital bindet.
Im Handel geht es bei gut dreißig Euro los. Zwischen dreißig und fünfzig Euro liegt das Feld mit dem besten Verhältnis, darüber zahlst du für Einzellagen, alte Reben und Riserva-Reife. Wenn dir das zu viel ist, ist der Ripasso die ehrliche Alternative im Zehn-bis-Zwanzig-Euro-Bereich, ohne dass du so tun musst, als wäre es dasselbe.
Der günstigste Einstieg im Sortiment ist der Zonin Amarone della Valpolicella. Wer den Klassiker sucht, greift zum Masi Costasera Amarone Classico von rund dreißig Jahre alten Reben, druckvoll und mit sehr langem Nachhall. Eine Stufe darüber steht der Allegrini Corte Giara La Groletta aus Corvina und Rondinella, im Barrique ausgebaut, mit Pflaume, Feige und einer Kakaonote.
Grappa aus Amarone-Trestern
Aus den Trestern, die nach dem Abpressen übrig bleiben, entsteht Grappa. Weil die Trester aus getrockneten, zuckerreichen Trauben stammen, gilt dieser Tresterbrand als aromatisch dichter als ein gewöhnlicher Grappa. Typisch sind Noten von eingekochtem Obst und süßlichem Tabak. Im Fass ausgebaut wird er weich und rund. Der Zanin Grappa Amarone Barricata ist ein guter Vertreter dieser Art.
Weiter im italienischen Sortiment
Amarone wird oft in einem Atemzug mit Barolo und Brunello genannt, wenn es um die großen Rotweine Italiens geht. Zum Barolo haben wir einen eigenen Beitrag im Magazin, die Weine dazu stehen im Rotwein aus dem Piemont. Einen Überblick über alle Herkünfte gibt unsere Übersicht der italienischen Rotweine, und wer auf tierische Hilfsstoffe verzichten will, findet die passende Auswahl unter veganer Wein.
Häufige Fragen zu Amarone
Was ist Amarone?
Amarone della Valpolicella ist ein trockener Rotwein aus dem Veneto nördlich von Verona mit der höchsten italienischen Qualitätsstufe DOCG. Besonders ist die Herstellung: Die Trauben werden nach der Lese monatelang getrocknet, bevor sie gepresst werden. Dadurch konzentrieren sich Zucker, Extrakt und Aromen. Der fertige Wein hat mindestens 14 Prozent Alkohol und muss mindestens zwei Jahre reifen.
Wie wird Amarone hergestellt?
Nach der Handlese trocknen die Trauben in luftigen Räumen, meist rund drei Monate. Sie verlieren dabei etwa 30 bis 40 Prozent ihres Gewichts. Erst danach werden sie gepresst und vergoren, frühestens ab dem 1. Dezember. Höchstens 65 Prozent der je Hektar zulässigen Höchstproduktion dürfen ins Appassimento gehen, die Ausbeute ist auf 40 Prozent begrenzt. Anschließend reift der Wein mindestens zwei Jahre, meist in großen Fässern aus slawonischer Eiche, oft ergänzt durch Barriques.
Welche Rebsorten sind im Amarone?
Corvina Veronese und Corvinone bilden zusammen 45 bis 95 Prozent, Rondinella 5 bis 30 Prozent, bis zu 25 Prozent dürfen weitere rote Sorten sein. Die Molinara ist entgegen vieler älterer Angaben kein Pflichtbestandteil mehr und wird von vielen Erzeugern weggelassen. Auch die Regel, Corvinone dürfe nur teilweise für Corvina einstehen, ist überholt, beide Sorten sind gleichberechtigt.
Wie schmeckt Amarone?
Tiefes Granatrot, in der Nase Dörrpflaume, Feige, Kirschkonfitüre, Zimt, Nelke, Tabak und Leder. Am Gaumen dicht und warm mit weichem, breitem Tannin und langem Nachhall. Im Abgang steht eine herbe Note, die an Zartbitterschokolade erinnert, sie gibt dem Wein seinen Namen. Amarone ist trocken ausgebaut, auch wenn die Dörrobstaromen und die Fülle süß wirken können.
Was ist der Unterschied zwischen Amarone und Ripasso?
Beim Amarone werden die Trauben vor der Gärung monatelang getrocknet. Beim Ripasso passiert das nicht: Dort werden frische Trauben normal vergoren, und erst der fertige Wein kommt auf die Trester, die nach dem Abpressen des Amarone übrig bleiben. Die verbreitete Behauptung, auch die Ripasso-Trauben würden getrocknet, ist falsch. Über die Trester fließen allerdings vorgeschriebene 10 bis 15 Prozent Amarone- oder Recioto-Wein mit ein. Amarone braucht mindestens 14 Prozent Alkohol und zwei Jahre Reifung, Ripasso mindestens 12,5 Prozent und darf ab dem 1. Januar des zweiten Jahres nach der Ernte verkauft werden.
Wozu passt Amarone?
Zu Gerichten, die gegenhalten: geschmortes Rind, Ochsenbacke, Wildschwein, Reh, Ente, Lammkeule. Der regionale Klassiker ist Risotto all'Amarone. Bei Käse passen gereifter Parmigiano, alter Monte Veronese und kräftiger Gorgonzola. Nicht geeignet sind Fisch, helles Geflügel ohne kräftige Sauce und säurebetonte Speisen. Traditionell wird Amarone in Italien auch ganz ohne Essen getrunken, zu einem Stück Zartbitterschokolade.
Warum ist Amarone so teuer?
Nur ein Teil der Ernte darf überhaupt ins Appassimento, die Trauben verlieren beim Trocknen 30 bis 40 Prozent ihres Gewichts, und die zulässige Ausbeute liegt bei 40 Prozent. Aus derselben Rebfläche entsteht dadurch deutlich weniger Amarone als Valpolicella. Dazu kommen Handlese, Trockenräume und mindestens zwei Jahre Reifung. Im Handel beginnt Amarone bei gut dreißig Euro.
Wie lange kann man Amarone lagern?
Verkauft werden darf er frühestens gut zwei Jahre nach der Ernte, sein bestes Fenster erreicht er meist erst nach fünf bis sechs Jahren. Gute Flaschen halten fünfzehn bis zwanzig Jahre und mehr, eine Riserva aus einem starken Jahrgang auch länger. Liegend, dunkel und kühl lagern. Sehr alte Flaschen brauchen kein langes Dekantieren, nur behutsames Umfüllen vom Depot.