Was ist Cabernet Franc?
Cabernet Franc ist eine rote Rebsorte mit vergleichsweise heller Farbe, feinem Tannin und klarer Säure. Typisch sind rote Johannisbeere, Himbeere und Veilchen, dahinter Tabak, Bleistiftmine und je nach Reifegrad eine Note von grüner Paprika. Der verbreitete Beiname „kleiner Bruder des Cabernet Sauvignon“ steht in der Sache auf dem Kopf: Cabernet Franc ist dessen Elternteil. Aus der natürlichen Kreuzung mit Sauvignon Blanc ging Cabernet Sauvignon hervor, aus der Kreuzung mit Magdeleine Noire des Charentes entstand Merlot. Nachgewiesen wurde das per DNA-Analyse an der University of California in Davis.
Die eigenen Eltern der Sorte sind unbekannt, der internationale Rebsortenkatalog VIVC führt sie ohne Stammbaum, dafür mit über hundert Synonymen. Die ältesten Herkunftsformen stehen im Baskenland und im französischen Südwesten, wo die Rebe Acheria heißt, baskisch für Fuchs. Das Bordeaux ist damit nicht ihr Ursprung, sondern eine ihrer Wahlheimaten. Im Weinberg treibt Cabernet Franc früh aus und ist deshalb spätfrostgefährdet, reift dann aber später als Merlot. Genau das macht die Sorte im wärmer werdenden Klima wieder interessant.
Anbaugebiete und Verwendung
Das größte Cabernet-Franc-Gebiet Frankreichs ist nicht das Bordeaux, sondern die Loire: rund 15.500 Hektar und damit knapp ein Drittel der gesamten Rebfläche des Tals. Dort steht die Sorte sortenrein in Chinon, Bourgueil, Saint-Nicolas-de-Bourgueil und Saumur-Champigny, wo sie laut Lastenheft die Hauptsorte ist und Nebensorten auf zehn beziehungsweise fünfzehn Prozent begrenzt sind. Im Bordeaux belegt sie knapp ein Zehntel der roten Rebfläche, verteilt sich aber ungleich: In Saint-Émilion sind es rund ein Drittel der Anpflanzungen, in Pomerol rund fünfzehn Prozent.
Außerhalb Frankreichs bleibt Cabernet Franc eine Nischensorte mit großem Namen, weltweit stehen rund 45.000 Hektar. Schwerpunkte sind das Friaul, Venetien und die Maremma in Italien, Villány in Ungarn, Mendoza in Argentinien und der US-Bundesstaat Virginia, wo die Sorte sogar die meistgepflanzte überhaupt ist. In Deutschland stehen rund 130 Hektar, vor allem in der Pfalz und in Württemberg. Eine Besonderheit aus Norditalien gehört dazu: Ein erheblicher Teil der dort als Cabernet Franc gepflanzten Reben stellte sich als Carmenère heraus und wurde umbenannt.
- Typische Aromen: rote Johannisbeere, Himbeere, Veilchen, Tabak, grüne Paprika
- Körper: mittel, mit feinem Tannin und klarer Säure
- Trinktemperatur: 14 bis 16 Grad bei leichten Loire-Weinen, 16 bis 18 Grad bei Bordeaux-Cuvées
Servieren, Speisen und Lagern
Die krautige Ader macht Cabernet Franc zum Gemüsewein unter den Rotweinen. Geschmorte Paprika, Ratatouille, gefüllte Auberginen und Pilzgerichte funktionieren besser als bei den meisten anderen roten Bordeaux-Sorten. Der Klassiker von der Loire ist gereifter Ziegenkäse, etwa ein Sainte-Maure de Touraine, dazu ein leicht gekühlter Chinon. Bei Fleisch passen Lammkarree mit Thymian, Ente und Kalbsbraten. Dekantieren lohnt sich nur bei den kräftigen Cuvées, ein junger, fruchtbetonter Loire-Wein braucht es nicht.
Verantwortlich für die Paprikanote ist der Stoff 2-Methoxy-3-isobutylpyrazin, der schon ab etwa 15 Nanogramm je Liter riechbar ist. Er erreicht seinen Höchstwert kurz vor dem Farbumschlag der Beeren und baut sich mit der Reife ab, weshalb ein stark grün wirkender Wein meist zu früh gelesen wurde. Leichte Abfüllungen von den Flussterrassen trinkt man in den ersten drei bis vier Jahren, Weine aus den Tuffsteinlagen und Cuvées aus Saint-Émilion halten deutlich länger und entwickeln Noten von Tabak und Leder. Das gesamte Sortiment steht in der Kategorie Cabernet Franc Weine.