Weinlexikon

Lambrusco

Gruppe roter Rebsorten aus der Emilia-Romagna und der Lombardei und der meist perlende Wein daraus, von trocken bis süß.

Was ist Lambrusco?

Lambrusco ist keine einzelne Rebsorte, sondern der Name einer ganzen Familie roter Sorten. Bekannt sind weit mehr als ein Dutzend, für den Wein zählen vor allem diese:

  • Lambrusco Salamino: die am meisten angebaute Sorte
  • Lambrusco di Sorbara: hell, mit viel Säure
  • Lambrusco Grasparossa: dunkel, mit deutlichem Gerbstoff
  • Weitere Sorten: Lambrusco Maestri, Marani und Montericco

Viele Weine sind Cuvées aus mehreren dieser Sorten. Für mehr Farbe darf ein kleiner Anteil anderer Sorten wie Ancellotta dazukommen. Der Name geht auf das lateinische labrusca zurück, mit dem schon römische Autoren wilde Reben bezeichneten. Mit der amerikanischen Wildrebe Vitis labrusca haben die Lambrusco-Sorten nichts zu tun.

Glas mit rotem, perlendem Lambrusco
Roter Lambrusco mit feiner Perlage im Glas.

Herkunft und Anbaugebiete

Lambrusco wächst in der Emilia-Romagna rund um Modena, Reggio Emilia und Parma sowie in der Lombardei südlich von Mantua.

Die bekanntesten Herkunftsbezeichnungen (DOC, geschützte Ursprungsbezeichnung mit festen Regeln) sind Lambrusco di Sorbara und Lambrusco Salamino di Santa Croce aus der Ebene nördlich von Modena und Lambrusco Grasparossa di Castelvetro aus den Hügeln südlich der Stadt. Mengenmäßig am größten ist die Zone Reggiano in der Provinz Reggio Emilia. Dazu kommen Modena, Colli di Scandiano e di Canossa, Colli di Parma und in der Lombardei Lambrusco Mantovano. Daneben gibt es viel Lambrusco mit der einfacheren Herkunftsangabe IGT Emilia, vergleichbar einem Landwein.

Herstellung: vom Flaschengärer zum Tank

Früher wurde Lambrusco abgefüllt, bevor die Gärung ganz abgeschlossen war. Im kalten Winter ruhte sie, im Frühjahr setzte sie in der verschlossenen Flasche wieder ein, und die Kohlensäure blieb im Wein. Heute gären die meisten Lambrusco ein zweites Mal im Drucktank (Martinotti- oder Charmat-Methode). Einige Erzeuger setzen wieder auf die Flaschengärung, entweder nach alter Art mit Hefedepot in der Flasche oder nach der klassischen Methode wie bei Champagner. Die meisten Lambrusco sind Frizzante, also Perlwein mit wenig Druck, einige auch Spumante.

Farbe, Geschmack und Süße

Die Farbe reicht von hellem Rubin beim Sorbara bis zu tiefem Violett beim Grasparossa. Typisch sind Aromen von Kirsche, Erdbeere und roten Beeren, bei dunklen Lambrusco auch Brombeere. Auf dem Etikett steht die Geschmacksrichtung auf Italienisch:

  • Secco: trocken
  • Semisecco: halbtrocken
  • Amabile: lieblich
  • Dolce: süß

Eine Auswahl roter Lambrusco von secco bis dolce, auch weißer Lambrusco und Spumante, findet sich unter Lambrusco trocken, halbtrocken und süß.

Lambrusco-Flasche und dunkle Trauben auf einem Holztisch
Dunkle Lambrusco-Trauben neben der Flasche.

Ist Lambrusco ein Sommerwein?

Lambrusco wird gekühlt getrunken, Kohlensäure und Säure machen ihn erfrischend. Deshalb steht er im Sommer oft auf dem Tisch, zum Aperitif oder zu Grillgerichten. In der Emilia-Romagna gehört er aber das ganze Jahr zum Essen, zu Salami, Mortadella und Parmaschinken ebenso wie im Winter zu Zampone, dem gefüllten Schweinsfuß. Die passende Trinktemperatur liegt zwischen 8 und 14 °C: süße und helle Lambrusco wie Sorbara eher bei 8 bis 10 °C, trockene, gerbstoffreiche wie Grasparossa bei 12 bis 14 °C.

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