Weinlexikon

Drittwein

Drittwein ist ein Wein, der aus dem dritten Pressvorgang der Trauben gewonnen wird und oft leichter und weniger komplex als Erst- und Zweitwein ist.

Was ist Drittwein?

Im Weinbau bezeichnet Drittwein den Wein, der aus dem dritten Pressvorgang der Trauben entsteht. Nach der Gewinnung von Erstwein (oft als Cuvée oder Qualitätswein) und Zweitwein (typischerweise für einfachere Weine) wird bei diesem Schritt der verbleibende Most gepresst. Dieser Prozess ist besonders in traditionellen Weinregionen wie Frankreich oder Deutschland verbreitet, wo er zur Maximierung der Ernteerträge dient.

Drittwein zeichnet sich durch einen geringeren Extraktgehalt und oft eine hellere Farbe aus, da bei den vorherigen Pressungen bereits die meisten Aromen und Tannine extrahiert wurden. Er wird häufig für leichtere, alltagstaugliche Weine verwendet oder als Basis für Verschnitte, um die Gesamtmenge zu erhöhen. Im Vergleich zu kaltvergorenen Weinen oder Weinen von Buschreben hat Drittwein in der Regel ein weniger intensives Profil.

Traubenpresse bei der Herstellung von Drittwein mit Fokus auf den dritten Pressvorgang
Traubenpresse im Einsatz: Der dritte Pressvorgang für Drittwein extrahiert die verbleibenden Aromen.

Herstellung und Eigenschaften von Drittwein

Die Herstellung von Drittwein erfolgt durch mechanisches Pressen der Traubenreste nach den ersten beiden Pressvorgängen. Dabei werden vor allem die Schalen und Kerne weiter ausgepresst, was zu einem Most mit höherem pH-Wert und geringerer Säure führt. Dieser Most wird dann vergoren, oft mit standardisierten Hefestämmen, um einen konsistenten Geschmack zu gewährleisten.

Sensorisch präsentiert sich Drittwein meist als fruchtig-leicht mit Noten von frischen Beeren oder Zitrus, aber mit weniger Tiefe und Komplexität als hochwertigere Weine. Er eignet sich gut für den täglichen Genuss oder als Begleiter zu leichten Speisen wie Salaten oder Fischgerichten. In einigen Regionen wird er auch als "Vin de Table" oder einfacher Landwein vermarktet.

  • Geringerer Extraktgehalt im Vergleich zu Erst- und Zweitwein
  • Häufig hellere Farbe und weniger intensive Aromen
  • Oft verwendet für leichte, alltagstaugliche Weine oder Verschnitte
Glas Drittwein mit heller Farbe und leichter Textur, serviert auf einem Holztisch
Ein Glas Drittwein: Leicht und fruchtig, ideal für den täglichen Genuss.

Drittwein im Kontext und Kaufempfehlung

Historisch gesehen entstand der Begriff Drittwein in Weinbauregionen, wo eine effiziente Nutzung der Trauben essenziell war, um die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Heute ist er weniger verbreitet, da moderne Technologien und Qualitätsstandards oft auf die Produktion von hochwertigeren Weinen abzielen. Dennoch findet man Drittwein noch in einigen traditionellen Betrieben oder als Bestandteil von Massenweinen.

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