Weinlexikon

Monastrell

Rote Rebsorte aus dem Osten Spaniens, in Frankreich als Mourvèdre und in Australien als Mataro bekannt. Aus ihr entstehen dunkle, gerbstoffreiche Rotweine, im roten Bandol ist sie Pflichtsorte.

Was ist Monastrell?

Monastrell ist eine rote Rebsorte mit kleinen, dickschaligen Beeren. Die Sorte treibt spät aus, reift spät und braucht viel Wärme, um voll auszureifen. Am besten gedeiht sie in heißen, trockenen Lagen mit etwas Wind, der die dichten Trauben abtrocknet und Mehltau vorbeugt. In Frankreich heißt es über Mourvèdre, die Rebe wolle den Kopf in der Sonne und die Füße im Wasser haben: viel Sonne über der Erde, Böden, die etwas Feuchtigkeit halten.

Dunkle Monastrell-Trauben an der Rebe
Monastrell-Trauben am Rebstock.

Herkunft und Synonyme

Die Sorte stammt sehr wahrscheinlich aus der Gegend um Sagunto nördlich von Valencia. Schon im Mittelalter wird sie dort als eine der wichtigsten roten Sorten erwähnt. Die drei bekanntesten Namen erklären sich so:

  • Monastrell (Spanien): vermutlich von monasterio, Kloster, weil Mönche die Rebe verbreitet haben sollen
  • Mourvèdre (Frankreich): nach Murviedro, dem alten Namen von Sagunto
  • Mataro oder Mataró (Australien, Kalifornien): nach der katalanischen Hafenstadt Mataró

Es handelt sich in allen Fällen um dieselbe Rebsorte. In Katalonien ist zudem der Name Garrut gebräuchlich.

Farbe und Geschmack

Monastrell ergibt tief dunkle Rotweine mit kräftigem Gerbstoff und oft hohem Alkohol. Typisch sind Brombeere und dunkle Kirsche, dazu Kräuter, Pfeffer und eine erdige, manchmal wildartige Note. Jung wirken die Weine oft streng. Mit einigen Jahren Flaschenreife werden die Tannine weicher, und es kommen Noten von Leder und Tabak hinzu.

  • Farbe: tief rubin- bis schwarzrot
  • Typische Aromen: Brombeere, dunkle Kirsche, Kräuter, Leder
  • Weinstile: Rotwein, Rosé, Cuvée mit Grenache und Syrah
Glas mit dunklem Monastrell-Rotwein
Monastrell im Glas: dichte, dunkle Farbe bis an den Rand.

Anbaugebiete

Der Schwerpunkt liegt im Südosten Spaniens. In den Herkunftsgebieten Jumilla, Yecla, Alicante und Bullas in Murcia und Valencia ist Monastrell die wichtigste rote Sorte und wird oft reinsortig ausgebaut. In Frankreich wächst sie als Mourvèdre vor allem in der Provence, an der südlichen Rhône und im Languedoc. Nach der Reblauskrise im 19. Jahrhundert ging die Fläche dort stark zurück, weil sich die Sorte schlecht auf reblausfeste amerikanische Wurzelstöcke (Unterlagen) pfropfen ließ. In Australien und Kalifornien heißt sie Mataro.

Im Shop stehen Monastrell aus Jumilla und Yecla und südfranzösische Cuvées mit Mourvèdre, auch als Rosé, unter Monastrell aus Spanien und Mourvèdre aus Frankreich.

Bandol, Châteauneuf-du-Pape und GSM-Cuvées

Im provenzalischen Bandol ist Mourvèdre die tragende Sorte: Roter Bandol muss zu mindestens 50 Prozent aus Mourvèdre bestehen und mindestens 18 Monate im Holzfass reifen, für Rosé gilt ein Mindestanteil von 20 Prozent. In Châteauneuf-du-Pape ist Mourvèdre eine von vielen zugelassenen Sorten und steht meist hinter Grenache und Syrah. Die Anfangsbuchstaben von Grenache, Syrah und Mourvèdre ergeben die Abkürzung GSM, unter der in Australien Cuvées mit Mataro verkauft werden.

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