Weinlexikon

Aszu

Aszú ist ein edelsüßer Dessertwein aus der ungarischen Tokaj-Region, der aus von Edelfäule befallenen Trauben hergestellt wird und für seine komplexen Aromen und lange Lagerfähigkeit bekannt ist.

Was ist Aszu?

Aszú bezeichnet eine besondere Kategorie von Dessertweinen aus der historischen Tokaj-Region in Ungarn, die weltweit für ihre einzigartige Süße und Komplexität geschätzt werden. Diese Weine entstehen durch die Verwendung von mit Edelfäule (Botrytis cinerea) befallenen Trauben, die als 'Aszú-Beeren' bezeichnet werden. Die Tradition der Aszú-Herstellung reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück und ist heute durch geschützte Herkunftsbezeichnungen gesichert.

Die Herstellung von Aszú folgt einem aufwendigen Prozess, bei dem die getrockneten Aszú-Beeren zu einer Paste verarbeitet und dann mit Basiswein oder Most vermischt werden. Die Qualität wird durch die Anzahl der 'Puttonyos' (traditionelle Maßkörbe) angegeben, die von 3 bis 6 reicht – je höher die Zahl, desto süßer und konzentrierter der Wein. Diese Methode verleiht dem Aszú seine charakteristische Honignote, kombiniert mit Aromen von Aprikose, Marille und einer angenehmen Säurestruktur.

Aszú-Weinglas mit goldener Flüssigkeit vor Trauben und Weinfass in Tokaj, Ungarn
Ein klassischer Aszú aus Tokaj mit typischer goldener Farbe, serviert in einem Dessertweinglas.

Die Besonderheiten und Klassifikation von Aszú

Aszú-Weine werden primär aus den Rebsorten Furmint, Hárslevelű und Sárga Muskotály (Gelber Muskateller) gekeltert, wobei Furmint die dominierende Rolle spielt. Die Klassifikation in Puttonyos-Stufen ermöglicht es Weinkennern, den Süßegrad und die Konzentration präzise einzuschätzen: Ein 6-Puttonyos-Aszú ist der höchsten Qualitätsstufe vorbehalten und zeichnet sich durch extreme Süße und Lagerpotenzial aus. Historisch galt Aszú als 'Wein der Könige', der an europäischen Höfen hoch geschätzt wurde.

Neben der Süße überzeugt Aszú durch seine ausgewogene Säure, die dem Wein Frische verleiht und ihn vor Klebrigkeit bewahrt. Die Reifung erfolgt oft in kleinen Eichenfässern, was zusätzliche Nuancen von Vanille und Gewürzen einbringt. Im Vergleich zu anderen Dessertweinen wie Sauternes oder Trockenbeerenauslesen bietet Aszú eine einzigartige mineralische Note, die auf die vulkanischen Böden der Tokaj-Region zurückzuführen ist.

  • Hergestellt aus edelfaulen Trauben (Botrytis cinerea)
  • Klassifizierung nach Puttonyos (3 bis 6 Stufen)
  • Hauptrebsorten: Furmint, Hárslevelű, Sárga Muskotály
Trauben mit Edelfäule (Botrytis) an der Rebe in den Weinbergen von Tokaj
Edelfaule Trauben (Aszú-Beeren) an der Rebe – die Grundlage für die süßen Tokajer Dessertweine.

Genuss und Empfehlungen für Aszú

Aszú wird idealerweise bei 10–12°C in kleinen Gläsern serviert, um seine Aromenvielfalt voll zur Geltung zu bringen. Er passt hervorragend zu Desserts wie Cremes, Früchtekuchen oder Blauschimmelkäse, kann aber auch als Aperitif oder zu foie gras genossen werden. Aufgrund seines hohen Zucker- und Alkoholgehalts ist Aszú extrem lagerfähig und entwickelt über Jahrzehnte hinweg noch komplexere Noten von Karamell und Trockenfrüchten.

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