Weinlexikon

Muskateller

Weiße Rebsorte aus der Muskat-Familie, international Muscat Blanc à Petits Grains, in Italien Moscato Bianco. In Deutschland und Österreich entstehen aus ihr meist trockene, duftige Weißweine.

Was ist Muskateller?

Muskateller ist der deutsche Name einer weißen Rebsorte, die auf Französisch Muscat Blanc à Petits Grains heißt. In Deutschland und Österreich steht sie als Gelber Muskateller im Weinberg, in Italien als Moscato Bianco. Nördlich der Alpen wird sie überwiegend zu trockenen, leichten Weißweinen mit kräftigem Traubenduft und frischer Säure ausgebaut. Die süßen und perlenden italienischen Weine aus derselben Traube beschreibt der Eintrag Moscato.

Herkunft und Name

Der Muskateller zählt zu den ältesten bekannten Rebsorten. Den Ursprung vermuten Rebsortenkundler im Mittelmeerraum, am ehesten in Griechenland oder Italien, von dort wurde die Sorte über den Fernhandel verbreitet. Der deutsche Name geht auf das italienische moscatello zurück. Muscat selbst wird überwiegend vom persischen Wort für Moschus abgeleitet.

Weiße Muskateller-Trauben am Rebstock
Muskateller-Trauben: kleine, runde Beeren, daher der französische Zusatz à Petits Grains.

Muskateller-Trauben und das Muskataroma

Mit Muskatnuss hat das Aroma nichts zu tun. Es entsteht durch Monoterpene, Duftstoffe in der Beerenhaut, vor allem Linalool, Geraniol und Nerol. Muskatsorten enthalten davon deutlich mehr als andere Rebsorten. Diese Stoffe riechen nach Rosen, Holunderblüte, Zitrus und frischen Trauben. Weil sie schon in der reifen Beere stecken, lässt sich der Muskateller am Rebstock am Duft erkennen. Werden die Trauben nicht ganz reif gelesen, fallen die Weine dünn und säurebetont aus.

Gelber Muskateller, Roter Muskateller und Muskat-Ottonel

Gelber und Roter Muskateller sind Farbvarianten derselben Sorte. Der Rote Muskateller hat rötliche Beerenhäute, wird aber in der Regel ebenfalls als Weißwein gekeltert. In Deutschland stehen davon nur rund zehn Hektar.

Muskat-Ottonel ist dagegen eine eigene Sorte, im 19. Jahrhundert in Frankreich entstanden, nach DNA-Analysen vermutlich als Kreuzung aus Gutedel (Chasselas) und Muscat d'Eisenstadt. In Österreich wächst er vor allem im Burgenland am Neusiedlersee, aus sehr reifen Trauben entstehen dort auch milde Prädikatsweine. Auch der Goldmuskateller aus Südtirol, italienisch Moscato Giallo, ist eine eigene Sorte, nach DNA-Analysen vermutlich ein Nachkomme des Gelben Muskatellers.

Glas mit goldgelbem Weißwein vor Weinbergen
Muskateller im Glas.

Anbaugebiete in Deutschland und Österreich

In Deutschland stehen rund 580 Hektar Gelber Muskateller, die meisten in der Pfalz, gefolgt von Württemberg, Baden und Rheinhessen. In Österreich ist die Sorte mit gut 1.500 Hektar deutlich stärker verbreitet. Ein Drittel davon wächst in der Steiermark, wo sie knapp ein Zehntel der Rebfläche einnimmt und überwiegend als leichter, trockener Wein auf den Markt kommt.

Wer den trockenen Stil probieren will: genuss7 führt trockenen Muskateller aus Pfalz und Württemberg, dazu Muskateller-Sekt und süßen, perlenden Moscato.

Italienischer Muskateller und süße Muskatweine

In Italien heißt die Sorte Moscato Bianco. Der bekannteste Wein daraus ist der süße, leicht perlende Moscato d'Asti aus dem Piemont. In Südfrankreich und Griechenland entstehen aus ihr süße Weine wie der Muscat de Beaumes-de-Venise und der Muskat von Samos.

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