Was ist Moscato?
Moscato ist das italienische Wort für Muskat, ein Moscato also ein italienischer Muskatwein. Gemeint ist meist die weiße Rebsorte Moscato Bianco, die in Frankreich Muscat Blanc à Petits Grains und in Deutschland und Österreich Gelber Muskateller heißt. Im Alltag steht der Name zugleich für einen Weinstil: süß, wenig Alkohol, oft leicht perlend und mit einem Duft nach frischen Trauben, Pfirsich und Orangenblüte. Außerhalb Italiens, etwa in den USA und Australien, verwenden Erzeuger die Bezeichnung auch für süße Weine aus anderen Muskat-Sorten.
Herkunft und Synonyme
Moscato Bianco gehört zu den ältesten bekannten Rebsorten. Den Ursprung vermuten Rebsortenkundler in Griechenland oder Italien, sicher belegt ist er nicht. Am meisten angebaut wird sie heute in Italien.
Ein pauschales Synonym für Muskateller ist Moscato nicht. Zur Muskat-Familie zählen mehr als 200 Sorten, viele davon nur entfernt verwandt. In Italien tragen mehrere eigenständige Sorten den Namen: Moscato Giallo, auf Deutsch Goldmuskateller, ist nach DNA-Analysen vermutlich ein Nachkomme des Moscato Bianco und wächst vor allem im Trentino und in Südtirol. Dunkle Beeren hat dagegen der Rosenmuskateller, italienisch Moscato Rosa, aus dem seltene süße Dessertweine entstehen. Der Muscat d'Alexandrie ist eine natürliche Kreuzung aus Moscato Bianco und der griechischen Sorte Axina de Tres Bias. Auf Sizilien heißt er Zibibbo, aus ihm entsteht der süße Passito di Pantelleria.
Moscatel: Muskat in Spanien und Portugal
Moscatel ist die spanische und portugiesische Form des Namens. Meist steckt dahinter der Muscat d'Alexandrie, in Spanien Moscatel de Alejandría genannt und vor allem in Andalusien und der Levante um Valencia angebaut. Bekannte Weine sind die süßen Moscatel aus Málaga und der Moscatel de Setúbal aus Portugal. Moscatel de Grano Menudo dagegen ist der spanische Name für Moscato Bianco.
Ist Moscato süß? Alkohol und Kohlensäure
Die bekanntesten Moscato sind süß. Beim Moscato d'Asti wird die Gärung abgebrochen, lange bevor der Traubenzucker vergoren ist. Die Regeln der DOCG, der höchsten italienischen Herkunftsstufe, schreiben für Moscato d'Asti zwischen 4,5 und 6,5 % vol Alkohol vor. Die Kohlensäure wird nicht zugesetzt, sie stammt ausschließlich aus der Gärung im geschlossenen Tank. Der Überdruck darf höchstens 2,5 bar betragen, deshalb perlt Moscato d'Asti nur leicht und gilt als Perlwein. Der Asti aus derselben Traube ist dagegen ein voll schäumender Schaumwein mit mindestens 6 % vol Alkohol.
Trockene Weine aus Moscato gibt es ebenfalls. Der Goldmuskateller aus Südtirol wird überwiegend trocken ausgebaut, in Deutschland und Österreich ist trockener Gelber Muskateller der übliche Stil.
Anbaugebiete
Zentrum des italienischen Moscato ist das Piemont mit den Hügeln um Asti und Canelli. Für Asti und Moscato d'Asti müssen mindestens 97 Prozent der Trauben Moscato Bianco sein. Moscato Giallo und Moscato Rosa stammen überwiegend aus dem Trentino und Südtirol, in Venetien entsteht aus Moscato Giallo der Fior d'Arancio der Colli Euganei. Auf Sizilien und Pantelleria dominiert der Zibibbo.
Süßen und perlenden Moscato aus dem Piemont, aus Venetien und aus Spanien führt genuss7 zusammen mit trockenem Muskateller aus Pfalz und Württemberg unter Moscato und Gelber Muskateller.