Was ist Notreife?
Als Notreife bezeichnet man eine vorzeitige, unvollständige Reife der Trauben unter Stress. Leiden die Reben unter starker Trockenheit, Hitze, Nährstoffmangel oder Blattverlust durch Krankheiten, werden die Beeren zwar weich und verfärben sich, die eigentliche Reife bleibt aber auf der Strecke. Zucker, Aromen und Gerbstoffe entwickeln sich nicht so, wie sie es unter normalen Bedingungen tun würden.
Von außen sehen notreife Trauben daher oft reifer aus, als sie sind. Das Mostgewicht bleibt hinter den Erwartungen zurück, und die Beeren zeigen häufig grüne, unreife Noten, obwohl die Säure bereits deutlich abgenommen hat.
Ursachen und Folgen für den Wein
Typische Auslöser sind lange Trockenperioden und Hitze im Sommer, vor allem auf flachgründigen Böden und bei jungen Reben mit wenig ausgeprägtem Wurzelwerk. Auch ein zu hoher Ertrag oder ein vorzeitiger Laubverlust können dazu führen, dass die Rebe ihre Trauben nicht mehr ausreichend versorgt.
Weine aus notreifen Trauben wirken oft dünn und wenig harmonisch. Es fehlt an Extrakt und Fruchtfülle, dazu kommen mitunter unreife, grüne oder bittere Töne. Durch die mit dem Klimawandel häufigeren Trockenjahre ist Notreife auch in Deutschland wieder ein Thema.
- Ausgelöst durch Trockenstress, Hitze, Nährstoffmangel oder Blattverlust
- Trauben wirken reif, sind es aber nicht
- Weine oft dünn, unausgewogen und mit grünen Noten
Was Winzer dagegen tun
Winzer beugen der Notreife vor allem durch eine angepasste Bewirtschaftung vor: Sie regulieren den Ertrag, pflegen das Laub so, dass genug Blattfläche erhalten bleibt, und passen die Begrünung zwischen den Rebzeilen an, damit sie den Reben in trockenen Phasen nicht zu viel Wasser entzieht. Wo es erlaubt ist, kann in Extremjahren auch eine Bewässerung helfen.
Für Sie als Weinliebhaber gilt: In heißen, trockenen Jahrgängen lohnt sich der Blick auf erfahrene Erzeuger und gute Lagen mit tiefgründigen Böden. Dort kommen die Reben mit Stress meist besser zurecht. Eine Auswahl finden Sie in unserem Online-Shop.