Weinlexikon

Pinotage

Rote Rebsorte aus Südafrika, gekreuzt aus Pinot Noir und Cinsaut. Pinotage-Wein schmeckt nach Brombeere und Pflaume, oft mit rauchigen Noten.

Was ist Pinotage?

Pinotage ist eine rote Rebsorte aus Südafrika und die bekannteste Neuzüchtung des Landes, eine Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut. Fast die gesamte Anbaufläche liegt am Kap. Kleinere Bestände gibt es etwa in Neuseeland und Kalifornien.

Die Rebe wächst kräftig und reift früh. Die Beeren sammeln schnell viel Zucker, deshalb entscheiden oft wenige Tage über den Lesezeitpunkt. Wird zu spät gelesen, schmeckt der Wein alkoholisch und breit. Ohne Ertragsbegrenzung liefert die Sorte außerdem große Mengen bei wenig Konzentration.

Pinotage-Trauben am Rebstock
Dunkle Pinotage-Trauben kurz vor der Lese.

Herkunft und Name

Gezüchtet hat die Sorte Abraham Izak Perold, der erste Professor für Weinbau an der Universität Stellenbosch, in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Cinsaut hieß am Kap damals Hermitage. Aus Pinot und Hermitage wurde Pinotage, zeitweise war auch der Name Herminoir im Gespräch. Nachdem Perold die Universität verlassen hatte, verwilderte sein Versuchsgarten. Der Dozent Charlie Niehaus rettete die Sämlinge und pflanzte sie neu. Den ersten Wein kelterte die Landwirtschaftsschule Elsenburg. Bis der Name Pinotage auf einem Etikett stand, vergingen noch rund zwanzig Jahre.

Echte Synonyme hat Pinotage nicht. Die Angabe „Perold’s Hermitage x Pinot“ aus manchen Rebsortenlisten beschreibt die Kreuzung, sie ist kein zweiter Name.

Farbe und Geschmack

Im Glas ist Pinotage tief rubin- bis purpurrot. Typisch sind Brombeere und Pflaume, dazu oft Lakritz und Rauch. Der Gerbstoff ist reif und meist weich, der Körper mittel bis kräftig.

Junge Pinotage riechen oft leicht nach Banane. Der Duft stammt von Isoamylacetat, einem Ester, der bei der Gärung entsteht und in dieser Sorte vergleichsweise hoch ausfällt. In geringer Menge wirkt er fruchtig. In hoher Konzentration erinnert er an Nagellack, und genau dieser Ton hat dem Ruf der Sorte lange geschadet. Südafrikanische Forscher haben untersucht, wie Kellertechnik den Gehalt senkt, etwa wenn die gequetschten Trauben vor der Gärung einige Tage kühl stehen.

  • Farbe: tief rubin- bis purpurrot
  • Typische Aromen: Brombeere, Pflaume, Lakritz, Rauch
  • Weinstile: sortenreiner Rotwein, Rosé, Cape Blend
Glas mit tiefrotem Pinotage
Pinotage im Glas: dunkles Rubinrot mit purpurnem Rand.

Anbaugebiete

Ein Schwerpunkt ist Stellenbosch, wo die Sorte entstanden ist. Weitere wichtige Gebiete in Südafrika sind Paarl und Swartland. Die warmen, trockenen Sommer am Kap bringen die früh reifende Traube sicher zur Reife, auf Böden von Granit über Schiefer bis zu tiefgründigem Lehm.

Wie unterschiedlich die Sorte ausfallen kann, zeigt die Kategorie Pinotage aus Südafrika: sortenreine Rotweine, Rosés und Cape Blends von Weingütern aus Stellenbosch und dem Western Cape.

Stilrichtungen und der Cape Blend

Pinotage wird heute sehr unterschiedlich ausgebaut. Der klassische Stil ist herb und würzig, mit festem Gerbstoff und Lagerpotenzial. Der sogenannte Kaffee-Pinotage (Coffee Pinotage) reift mit stark getoastetem Holz und zeigt deutliche Noten von Espresso und Mokka. Als Gegenbewegung ist ein schlanker, hellerer Stil mit wenig neuem Holz entstanden, vor allem aus Swartland, Elgin und Walker Bay.

Daneben hat sich der Cape Blend etabliert, eine Cuvée mit einem Pinotage-Anteil zwischen 30 und 70 Prozent, ergänzt um Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz oder Cinsaut. Gesetzlich definiert ist der Begriff nicht, er beruht auf einer Verabredung der Erzeuger. Mehr zu den Anbaugebieten am Kap steht im Eintrag Kapwein.

Weitere Begriffe im Weinlexikon