Was ist Riesling?
Riesling ist eine weiße Rebsorte aus dem Rheintal und mit 24.233 Hektar die meistangebaute Rebsorte Deutschlands. Weltweit stehen rund 55.000 Hektar, etwa 45 Prozent davon in Deutschland. Die Weine reichen von knochentrocken bis edelsüß, gemeinsam ist ihnen eine kräftige Säure, die den Wein frisch hält und lange haltbar macht.
Die Abstammung ist über DNA-Analysen geklärt: Ein Elternteil ist der Weiße Heunisch, auch Gouais Blanc genannt. Der zweite trägt keinen Sortennamen, ist aber selbst eine Kreuzung aus Traminer und einer Wildrebe. Riesling ist damit zu einem Viertel Wildrebe. Als gesicherte erste urkundliche Erwähnung gilt eine Kellerrechnung aus Rüsselsheim vom 13. März 1435.
Die Sorte treibt spät aus, im langjährigen Mittel erst um den 20. April. Das senkt das Risiko von Spätfrostschäden, hebt es aber nicht auf, denn mit den wärmeren Frühjahren rückt der Austrieb Jahr für Jahr nach vorn. Riesling reift spät und braucht kühlere Lagen, um die Säure zu behalten. Deshalb liegen die bekanntesten Anbaugebiete im Norden: Mosel, Rheingau, Nahe, Pfalz und Rheinhessen. Insgesamt ist Riesling in 9 der 13 deutschen Anbaugebiete die flächenstärkste Sorte, seit kurzem auch in Württemberg.
Aromen und Charakteristik
Junge Rieslinge zeigen Limette, Grapefruit, grünen Apfel und weißen Pfirsich. Mit zunehmender Reife der Trauben kommen Aprikose und honigartige Töne dazu, vor allem bei spät gelesenen und edelsüßen Weinen. Die Säure liegt meist zwischen sechs und neun Gramm je Liter und damit höher als bei den meisten anderen deutschen Weißweinen. Sie trägt die Frucht, hält den Wein frisch und ist der Grund für die lange Haltbarkeit.
Neben Pinot Grigio wirkt Riesling straffer und länger am Gaumen, Pinot Grigio dagegen weicher und zugänglicher. Bei gereiften Flaschen tritt oft die sogenannte Petrolnote auf, die an Kerosin oder Paraffin erinnert. Verantwortlich ist der Stoff TDN, ein Abbauprodukt von Carotinoiden, die die Beere bei starker Sonneneinstrahlung einlagert. Entscheidend sind also Sonnenexposition, Laubarbeit und Reifegrad, nicht der Bodentyp. Unter Riesling-Trinkern gilt die Note als Auszeichnung, Einsteiger überrascht sie eher.
- Meistangebaute Rebsorte Deutschlands mit 24.233 Hektar
- Aromen von Limette und grünem Apfel bis Aprikose und Honig
- Säure von sechs bis neun Gramm je Liter, dadurch sehr lange haltbar
- Alle Geschmacksrichtungen von trocken bis edelsüß, dazu Sekt
Anbau und Bedeutung
Nach Deutschland folgen die USA mit rund 5.000 Hektar, das Elsass mit rund 3.500, Australien mit rund 3.000 und Österreich mit rund 2.000 Hektar. In Übersee stehen vor allem Washington State und die Finger Lakes, in Australien Clare Valley und Eden Valley, in Neuseeland North Canterbury und Marlborough. Vorsicht bei osteuropäischen Statistiken: Was dort als Riesling Italian oder Welschriesling geführt wird, ist eine andere Sorte ohne Verwandtschaft zum Riesling.
Die Stilbandbreite ist ungewöhnlich groß: trockener Qualitätswein, fruchtiger Kabinett, Spätlese, Auslese und die edelsüßen Stufen bis zur Trockenbeerenauslese und zum Eiswein. Dazu kommt Sekt aus Riesling, dessen Säure der traditionellen Flaschengärung entgegenkommt. Eine gesetzlich geschützte Sonderbezeichnung ist das Riesling Hochgewächs. Das Sortiment im Shop finden Sie unter Riesling kaufen.