Weinlexikon

Gigondas

Gigondas ist ein Cru der südlichen Rhône, dessen Trauben vollständig aus einer einzigen Gemeinde stammen. Erzeugt werden Rot, Rosé und seit Kurzem auch Weißwein.

Was ist Gigondas?

Gigondas ist eine eigenständige Appellation im südlichen Rhônetal und seit 1971 ein Cru. Die Rebflächen liegen ausschließlich auf dem Gebiet der Gemeinde Gigondas im Département Vaucluse, am Fuß der Dentelles de Montmirail. Rund 1.200 Hektar verteilen sich auf etwa 200 Winzer.

Die Reben stehen zwischen 160 und 400 Metern Höhe an Hängen, die nach Westen bis Nordwesten ausgerichtet sind. Das dämpft die Sommersonne, verlangsamt die Reife und schützt vor Spätfrost. Zusammen mit dem Mistral erklärt das den vergleichsweise straffen Stil der Weine.

Weinberg in Gigondas mit typischer mediterraner Landschaft und Reben vor Bergkulisse
Die Weinberge von Gigondas liegen an den Hängen unter den Dentelles de Montmirail

Rebsorten und Regeln

Bei Rot und Rosé muss Grenache mindestens 50 Prozent stellen, und diese Vorgabe gilt sowohl für die Rebfläche des Betriebs als auch für den fertigen Wein. Cinsault, Mourvèdre und Syrah müssen zusammen mindestens 15 Prozent der Rebfläche belegen; das Lastenheft zählt die drei gemeinsam. Für alle weiteren Sorten bleiben höchstens zehn Prozent, Carignan gehört dazu und ist zugelassen.

Seit dem Jahrgang 2023 gibt es Gigondas auch als Weißwein. Dafür gilt: mindestens 70 Prozent Clairette, ergänzt um Bourboulenc, Grenache Blanc und Grenache Gris, Marsanne, Roussanne und Piquepoul. Weiß und Rosé zusammen machen allerdings nur rund zwei Prozent der Erzeugung aus.

  • Rot und Rosé: mindestens 50 % Grenache, Ertrag 36 hl/ha, Mindestalkohol 12,5 %
  • Weiß: mindestens 70 % Clairette, Ertrag 40 hl/ha, Mindestalkohol 12 %
  • Sortierpflicht für die gesamte Ernte, Handlese ist nicht vorgeschrieben
Glas Rotwein Gigondas mit dunkler Farbe und Flasche im Hintergrund auf Holztisch
Ein roter Gigondas: dunkle Frucht, Würze und festes Tannin

Charakter, Böden und Genuss

Die Böden bestehen unten aus alten Schwemmterrassen mit roten, steinigen Auflagen, oben aus sandig-kalkiger Molasse mit magerer Krume. Die runden Kiesel, für die Châteauneuf-du-Pape bekannt ist, prägen hier nicht das Bild.

Im Glas zeigen sich dunkle Frucht, Pfeffer und Kräuterwürze, dazu festes Tannin und eine tragende Säure. Junge Weine wirken oft rau, nach einigen Jahren rundet sich das. Fünf bis zwölf Jahre sind für die meisten Flaschen das schönste Fenster. Serviert werden sie bei 16 bis 18 Grad, jungen Weinen tut eine knappe Stunde in der Karaffe gut. Sie passen zu Lamm, Wild, Schmorgerichten und gereiftem Bergkäse.

Das Sortiment finden Sie in der Kategorie Gigondas, den günstigeren Einstieg ins Tal unter Côtes du Rhône.

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