Brunello di Montalcino Wein kaufen

Brunello di Montalcino - Rotwein aus der Toskana
Brunello di Montalcino ist der größte Wein, den Sangiovese hervorbringt: sortenrein, jahrelang gereift, dunkel in der Frucht und straff in der Struktur. Er kommt ausschließlich aus dem Gemeindegebiet von Montalcino im Süden der Toskana.
Hier findest du Brunello DOCG von klassischen Erzeugern und Einzellagen, dazu Rosso di Montalcino als günstigeren Einstieg in dasselbe Terroir.
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Ein Spitzen-BrunelloEmpfehlungCol D´Orcia Toskana, ItalienSangioveseTrocken
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Brunello di Montalcino: der große Sangiovese der Toskana
Es gibt in der Toskana zwei Wege, Sangiovese zu behandeln. Der eine ist Chianti: früh trinkbar, oft mit anderen Sorten verschnitten, für den Alltag gemacht. Der andere ist Brunello: sortenrein, streng reglementiert, jahrelang im Keller, bevor er überhaupt verkauft werden darf. Brunello gehörte zu den allerersten italienischen Weinen, die den DOCG-Status bekamen, und er ist bis heute der Maßstab dafür, wie viel Tiefe in dieser Traube steckt.

Die Rebsorte: Sangiovese, hier Brunello genannt
Warum die Traube in Montalcino anders heißt
Brunello ist keine eigene Rebsorte, sondern der lokale Name für Sangiovese in Montalcino. Historisch wurde die hier selektierte, großbeerige Spielart als Sangiovese Grosso geführt, eine Einteilung, die die moderne Rebenkunde nicht bestätigt hat. Der Name geht auf die bräunliche Farbe der reifen Beeren zurück. Wer nach der Brunello-Traube sucht, sucht also nach Sangiovese, nur in seiner konzentriertesten Ausprägung.
Sortenrein, ohne Ausnahme
Das Regelwerk lässt keinen Spielraum: Brunello di Montalcino muss zu hundert Prozent aus Sangiovese bestehen. Kein Cabernet, kein Merlot, kein Colorino. Das unterscheidet ihn von fast allen anderen großen Toskanern und ist der Grund, warum Unterschiede zwischen Lagen und Erzeugern hier so deutlich durchschlagen. Es gibt nichts, was einen schwachen Jahrgang kaschieren könnte.
Brunello, Chianti, Vino Nobile
Drei berühmte Herkünfte, eine Traube. Der Unterschied liegt in den Regeln und im Ort. Chianti darf Sangiovese mit anderen Sorten mischen und kommt aus dem kühleren Norden, Vino Nobile di Montepulciano verlangt mindestens siebzig Prozent Sangiovese, dort Prugnolo Gentile genannt, Brunello steht allein und kommt aus dem wärmsten der drei Gebiete. Im Glas heißt das: Chianti hell und säurebetont, Vino Nobile runder, Brunello dunkler, dichter und deutlich langlebiger. Wie Sangiovese im Vergleich zu anderen italienischen Sorten funktioniert, zeigt der Beitrag Primitivo gegen Sangiovese im Magazin.
Montalcino: ein Hügel, zwei Gesichter
Wo das Gebiet liegt
Montalcino liegt südlich von Siena, das Anbaugebiet deckt sich exakt mit dem Gemeindegebiet. Der Ort selbst thront auf einem Hügel, ringsum fallen die Weinberge in alle Himmelsrichtungen ab, begrenzt von den Flüssen Ombrone, Asso und Orcia. Im Süden steht der Monte Amiata, ein erloschener Vulkan, der Gewitter und Hagel abfängt. Montalcino zählt zu den wärmsten und trockensten Gebieten der Toskana, mit rund siebenhundert Millimetern Niederschlag im Jahr deutlich weniger als im Chianti. Das ist einer der Gründe, warum Sangiovese hier so verlässlich ausreift.
Norden gegen Süden
Das Gebiet ist kein einheitlicher Block. Die Weinberge liegen zwischen rund hundertzwanzig Metern an den Flussläufen und gut sechshundert Metern, die höchsten Parzellen rund um den Ort selbst und im Süden. Der Norden um Torrenieri ist kühler, liegt aber tiefer und bringt straffere, feinere Weine mit klarer Säure, die länger brauchen. Im wärmeren Süden entstehen in den tieferen Lagen wuchtigere, früher zugängliche Brunello mit dunklerer Frucht, während die Höhenlagen dort wieder Frische zurückgeben. Wenn zwei Brunello aus demselben Jahrgang völlig verschieden schmecken, liegt das meistens hieran und nicht am Ausbau.
Böden
Auch die Böden wechseln auf engem Raum. In den höheren Lagen rund um den Ort dominiert Galestro, ein blättrig brechender, mergeliger Tonstein, der karg ist und feine, mineralisch wirkende Weine bringt. Im flacheren Norden um Torrenieri und in den tieferen Südlagen werden die Böden lehmiger, teils sandig, teils mit Kalkanteilen. Karger Boden bedeutet weniger Ertrag und mehr Konzentration, fetterer Boden mehr Fülle und weichere Kontur.
Die DOCG-Regeln: warum Brunello so lange dauert
Reifezeit
Kein anderer italienischer Rotwein wird so lange zurückgehalten. Ein Brunello muss mindestens vierundzwanzig Monate in Eichenholz liegen und danach mindestens vier Monate in der Flasche reifen. Verkauft werden darf er erst ab dem ersten Januar des fünften Jahres nach der Ernte. Das heißt: Wenn ein Brunello in den Handel kommt, ist er schon älter als die meisten Rotweine, die neben ihm im Regal stehen. Diese Zeit steckt im Preis, und sie steckt auch in der Textur.
Riserva
Die Riserva braucht sechs Monate Flaschenreife statt vier und darf erst ein Jahr später in den Verkauf. Zusätzliches Holz schreibt das Regelwerk nicht vor. Sie stammt meist aus den besten Parzellen, und viele Güter füllen sie nur in starken Jahrgängen ab. Eine Riserva ist nicht automatisch der bessere Wein, aber sie ist fast immer der langsamere. Junge Riserva-Flaschen wirken oft verschlossen und öffnen sich erst nach Jahren.
Rosso di Montalcino: derselbe Wein, kürzer gereift
Rosso di Montalcino kommt aus demselben Gebiet, oft von jüngeren Reben derselben Güter, ebenfalls zu hundert Prozent aus Sangiovese. Ein Holzausbau ist nicht vorgeschrieben, und verkauft werden darf er schon ab dem ersten September des Jahres nach der Ernte. Erzeuger füllen dort oft die Trauben jüngerer Anlagen ab oder die Fässer, die es nicht in den Brunello schaffen. Für dich heißt das: dieselbe Handschrift, dieselbe Herkunft, ein Bruchteil des Preises und deutlich früher trinkreif. Wer Montalcino kennenlernen will, ohne gleich tief in die Tasche zu greifen, fängt hier an.
Geschmack: was im Glas passiert
Farbe und Nase
Brunello ist selten wirklich dunkel. Typisch ist ein mittleres bis kräftiges Rubinrot, das mit den Jahren granatrote Reflexe bekommt. In der Nase stehen Sauerkirsche und Pflaume vorn, dazu getrocknete Kräuter, Anis und die für gereiften Sangiovese typische Note von Leder und Tabak. Kommt der Wein aus dem Holz, ergänzen Zedernholz, Nelke und eine feine Röstnote das Bild.
Am Gaumen
Das Rückgrat sind Säure und Tannin. Sangiovese bringt beides mit, und in Montalcino besonders ausgeprägt. Ein junger Brunello wirkt deshalb straff, fast streng. Nach einigen Jahren rundet sich das, die Gerbstoffe werden samtig, ohne dass der Wein weich wird. Was bleibt, ist ein langer, trockener Abgang mit einem bitteren Kern, der an Kirschkern und Bitterschokolade erinnert.
Wann er trinkreif ist
Direkt nach der Freigabe ist ein Brunello trinkbar, aber selten auf dem Punkt. Die meisten brauchen weitere Jahre in der Flasche, gute Abfüllungen aus starken Jahrgängen halten Jahrzehnte. Wenn du eine junge Flasche jetzt öffnen willst, gib ihr Luft, viel Luft. Eine Stunde in der Karaffe ist kein Luxus, sondern nötig.
Barolo oder Brunello
Die beiden werden ständig verglichen, weil sie in Italien dieselbe Liga spielen. Sie sind aber grundverschieden. Barolo aus dem Piemont besteht aus Nebbiolo, ist im Glas oft erstaunlich hell, hat massives Tannin und riecht nach Rose, Teer und getrockneten Kräutern. Brunello ist farblich tiefer, hat weniger aggressives Tannin und eine deutlich fruchtigere Grundlage. Säurebetont sind beide. Barolo fordert mehr Geduld, Brunello ist etwas zugänglicher. Wer den einen mag, kommt mit dem anderen meist gut zurecht, verwechseln wird er sie nie.
Erzeuger und Stile im Sortiment
Caparzo
Der Caparzo Brunello di Montalcino DOCG ist der klassische Einstieg. Nach der vorgeschriebenen Fassreife zeigt er Waldbeeren und Sauerkirsche, Gewürznelke und einen Hauch Leder, am Gaumen klare Struktur mit feinem, langem Nachhall. Er ist das, was man von einem Brunello erwartet, ohne Extravaganzen, und dadurch ein guter erster Maßstab.
Luce
Der Luce Brunello di Montalcino DOCG steht am anderen Ende. Das Gut entstand als Gemeinschaftsprojekt der Familien Frescobaldi und Mondavi und gehört heute vollständig zu Frescobaldi. Der Brunello aus diesem Haus ist dicht, mit reifer Frucht, Tabak und feiner Würze, und er verbindet die Kraft des südlichen Montalcino mit einem sehr präzisen Ausbau. Eine Flasche für den Anlass, nicht für den Dienstagabend.
Was du sonst im Sortiment findest
Dazu kommen Abfüllungen von Häusern, die in Montalcino zu den bekannten Adressen gehören, sowie Einzellagen und Riserva-Flaschen aus älteren Jahrgängen. Wenn du gezielt vergleichen willst, nimm zwei Brunello aus demselben Jahrgang von unterschiedlichen Erzeugern. Der Unterschied fällt bei dieser Sorte deutlicher aus als bei fast jedem anderen italienischen Rotwein.
Was ein Brunello kostet
Günstigen Brunello gibt es nicht, und wenn doch, sollte man skeptisch sein. Über vier Jahre Kapitalbindung, niedrige Erträge und ein kleines Anbaugebiet machen billige Preise unmöglich. Realistisch beginnt Brunello bei rund dreißig Euro, gute Einzellagen und Riserva liegen deutlich darüber, Spitzenflaschen erreichen dreistellige Preise. Wenn dein Budget das nicht hergibt, ist Rosso di Montalcino die ehrliche Alternative: gleiche Herkunft, gleiche Traube, ein Drittel des Preises. Der zweitbeste Weg ist ein Chianti Classico Riserva, der ebenfalls von Sangiovese lebt.
Servieren und lagern
Sechzehn bis achtzehn Grad, großes Glas, und bei jungen Flaschen unbedingt dekantieren. Ältere Flaschen haben oft Depot, die schüttest du besser vorsichtig ab, statt sie zu belüften. Zum Lagern: liegend, dunkel, gleichmäßig kühl. Brunello ist einer der wenigen Weine, bei denen sich Geduld messbar auszahlt. Wenn du zwei Flaschen kaufst, trink die erste und lass die zweite ein paar Jahre liegen. Der Unterschied ist erstaunlich.
Was zu Brunello passt
Die hohe Säure und das Tannin verlangen nach Fett und Eiweiß. Klassisch sind Bistecca alla Fiorentina, Rinderbraten und Wild, vor allem Reh und Wildschwein. Genauso gut funktionieren Pasta mit Wildragout, Pilzgerichte und Gerichte mit schwarzem Trüffel. Bei Käse gilt: je gereifter, desto besser, Pecorino Toscano stagionato und alter Parmigiano sind die naheliegenden Partner. Was nicht passt, sind zarte Fischgerichte und alles mit viel Süße, dagegen wirkt der Wein sofort hart. Weitere Regionen der Toskana findest du unter Maremma, das gesamte Sortiment unter italienische Rotweine.
Häufige Fragen zu Brunello di Montalcino
Was ist Brunello di Montalcino?
Brunello di Montalcino ist ein trockener Rotwein mit DOCG-Status aus dem Gemeindegebiet von Montalcino im Süden der Toskana. Er besteht zu hundert Prozent aus Sangiovese, muss mindestens vierundzwanzig Monate in Eichenholz reifen und darf erst ab dem ersten Januar des fünften Jahres nach der Ernte verkauft werden.
Aus welcher Traube wird Brunello gemacht?
Aus Sangiovese. Brunello ist keine eigene Rebsorte, sondern der lokale Name für Sangiovese in Montalcino. Historisch wurde die hier selektierte, großbeerige Spielart als Sangiovese Grosso geführt, eine Einteilung, die die moderne Rebenkunde nicht bestätigt hat. Der Name spielt auf die bräunliche Farbe der reifen Beeren an.
Was ist der Unterschied zwischen Brunello und Chianti?
Beide beruhen auf Sangiovese, aber Chianti darf mit anderen Sorten verschnitten werden und kommt aus dem kühleren Norden der Toskana. Brunello ist reinsortig, stammt aus dem wärmeren Montalcino und reift deutlich länger. Chianti ist heller und säurebetont, Brunello dichter, tanninreicher und langlebiger.
Was ist der Unterschied zwischen Barolo und Brunello?
Barolo kommt aus dem Piemont und besteht aus Nebbiolo, Brunello aus der Toskana und aus Sangiovese. Barolo ist im Glas oft heller, hat massives Tannin und riecht nach Rose und Teer. Brunello ist farblich tiefer, hat weniger hartes Tannin und eine fruchtigere Grundlage. Säurebetont sind beide.
Wie lange muss ein Brunello reifen?
Mindestens vierundzwanzig Monate in Eichenholz und danach mindestens vier Monate in der Flasche. In den Verkauf darf er erst ab dem ersten Januar des fünften Jahres nach der Ernte. Die Riserva braucht sechs Monate Flaschenreife und darf erst ein Jahr später verkauft werden.
Was ist Rosso di Montalcino?
Rosso di Montalcino stammt aus demselben Gebiet und ebenfalls zu hundert Prozent aus Sangiovese, darf aber schon ab dem ersten September des Jahres nach der Ernte verkauft werden. Ein Holzausbau ist nicht vorgeschrieben, und Erzeuger füllen dort oft Trauben jüngerer Reben ab. Er ist früher trinkreif und kostet einen Bruchteil des Brunello.
Warum ist Brunello so teuer?
Weil er lange gebunden ist. Über vier Jahre zwischen Ernte und Verkauf kosten Lagerplatz und Kapital, dazu kommen niedrige Erträge und ein sehr kleines Anbaugebiet. Günstige Angebote sind bei dieser Herkunft ein Warnsignal. Wer preiswerter einsteigen will, greift zu Rosso di Montalcino.
Wie lange kann man Brunello lagern?
Sehr lange. Einfache Abfüllungen entwickeln sich über etwa ein Jahrzehnt, gute Einzellagen und Riserva aus starken Jahrgängen halten mehrere Jahrzehnte. Wichtig sind liegende, dunkle und gleichmäßig kühle Lagerung. Junge Flaschen profitieren von einer Stunde in der Karaffe, ältere haben Depot und sollten vorsichtig abgeschüttet werden.
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