Sangiovese Weine bei genuss7

In den sonnenverwöhnten Hügeln der Toskana gedeiht eine Rebsorte, die Kenner und Genießer gleichermaßen fasziniert: Der Sangiovese. Mit seinen charakteristischen Noten von Kirsche und Gewürzen verzaubert dieser Rotwein Liebhaber auf der ganzen Welt. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt des Sangiovese und entdecken Sie die Vielfalt von Brunello, Chianti Classico und mehr. Lassen Sie sich von der italienischen Weintradition inspirieren und finden Sie Ihren Lieblings-Sangiovese zum Kaufen. Hier finden Sie eine große Auswahl an Weinen mit Sangiovese.
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Was Sangiovese ist
Sangiovese ist eine autochthone italienische Rotweinsorte und nach wie vor die meistangebaute des Landes, vor Glera und Pinot Grigio. Ihr Schwerpunkt liegt in Mittelitalien, vor allem in der Toskana, der Romagna, Umbrien und den Marken. Sie treibt früh aus und reift spät, braucht also eine lange, warme Vegetationsperiode und liefert in kühlen Jahren dünne, saure Weine. Genau diese Empfindlichkeit macht sie interessant: Kaum eine andere Sorte zeigt Boden, Höhenlage und Jahrgang so ungefiltert.
Woher der Name kommt
Die verbreitete Herleitung lautet sanguis Jovis, Blut des Jupiter. Sie klingt gut, ist aber sprachwissenschaftlich umstritten und lässt sich nicht belegen. Andere Erklärungen führen den Namen auf Ortsbezeichnungen zurück. Wer dir die Jupiter-Geschichte als gesicherte Tatsache verkauft, hat sie ungeprüft abgeschrieben.
Ein Name, viele Namen
Sangiovese heißt fast überall anders, und das ist der Grund, warum viele Weintrinker die Sorte gar nicht bemerken. In Montalcino heißt sie Brunello, in Montepulciano Prugnolo Gentile, rund um Scansano Morellino, in der Toskana allgemein auch Sangioveto. Auf Korsika steht sie als Nielluccio in den Weinbergen, was per DNA-Analyse bestätigt wurde. Wer also Brunello, Chianti, Vino Nobile und Morellino nebeneinander stellt, vergleicht vier Herkünfte derselben Traube.
Sangiovese Grosso und Sangiovese Piccolo
Diese Einteilung liest man ständig, meist mit dem Zusatz, Brunello sei der Sangiovese Grosso. Die moderne Klonforschung stützt das nicht. Es handelt sich nicht um zwei Unterarten, sondern um eine sehr große Zahl lokal selektierter Klone innerhalb einer einzigen Sorte. In der Praxis bleibt der Begriff als Traditionsbezeichnung für die Montalcino-Selektionen in Gebrauch, als botanische Aussage taugt er nicht.
Die Abstammung
Die lange verbreitete Angabe, Sangiovese stamme von Ciliegiolo und der süditalienischen Calabrese di Montenuovo ab, gilt inzwischen als überholt. Eine große genetische Studie zu über tausend italienischen Sorten kehrt die Richtung um: Ciliegiolo ist danach ein Nachkomme und kein Elternteil. Die Abstammung ist damit nicht abschließend geklärt. Gesichert ist die andere Richtung: Sangiovese ist Elternteil zahlreicher süditalienischer Sorten, darunter Gaglioppo in Kalabrien. Gaglioppo ist also nicht, wie gelegentlich behauptet, ein anderer Name für Sangiovese, sondern eine eigenständige Sorte mit Sangiovese als Elternteil.

Wie Sangiovese schmeckt
Das Grundgerüst ist über alle Herkünfte hinweg erstaunlich stabil: Sauerkirsche, dazu Pflaume, getrocknete Kräuter, Veilchen und eine erdig-würzige Note. Mit Flaschenreife kommen Leder, Tabak, Unterholz und Trüffel dazu. Was sich ändert, ist die Intensität, nicht der Charakter.
Säure und Tannin
Sangiovese bringt von Natur aus viel Säure und viel Tannin mit. Das ist der Grund für die Langlebigkeit der großen Weine und zugleich der Grund, warum ein schlecht gemachter Sangiovese hart und dünn wirkt. Die Tannine sind eher griffig und trocknend als samtig. Wer weiche, marmeladige Rotweine sucht, ist mit Primitivo oder Merlot besser bedient. Wer Wein zum Essen sucht, findet in dieser Kombination aus Säure und Gerbstoff genau das richtige Werkzeug.
Farbe
Sangiovese ist von Haus aus nicht besonders farbintensiv. Ein heller Rand und eine Entwicklung von Rubin über Granat bis in ziegelrote Töne sind kein Alterungsfehler, sondern sortentypisch. Ein tiefdunkler, undurchsichtiger Wein aus dieser Sorte ist eher ein Hinweis auf einen hohen Anteil internationaler Verschnittpartner.
Trocken oder lieblich
Sangiovese wird praktisch immer trocken ausgebaut, die bedeutenden Rotwein-Herkünfte schreiben das vor. Halbtrockene Abfüllungen gibt es vereinzelt im günstigen Segment, meist als Cuvées aus Süditalien, sie sind aber die Ausnahme. Süß wird Sangiovese nur als Passito, etwa im Vin Santo Occhio di Pernice aus dem Chianti Classico. Wenn auf dem Etikett nichts anderes steht, ist der Wein trocken.
Die wichtigsten Herkünfte
Der Unterschied zwischen einem Alltags-Sangiovese für unter zehn Euro und einem Brunello für über fünfzig liegt nicht in der Traube, sondern in Ertrag, Lage, Ausbau und den Regeln, denen der Erzeuger sich unterwirft.
Chianti und Chianti Classico
Chianti DOCG verlangt mindestens 70 Prozent Sangiovese, Chianti Classico mindestens 80 Prozent. Classico ist dabei kein Qualitätszusatz, sondern ein eigenes, kleineres Gebiet im ursprünglichen Kern zwischen Florenz und Siena, mit eigenem Lastenheft und dem schwarzen Hahn auf Etikett oder Banderole. Die Spitzenstufe Gran Selezione verlangt inzwischen mindestens 90 Prozent Sangiovese und schließt internationale Sorten aus. Stilistisch bekommst du hier den Sangiovese in seiner klassischen Form: mittelgewichtig, säurebetont, kräuterwürzig. Mehr dazu auf unserer Seite für Chianti aus der Toskana.
Brunello di Montalcino
Die strengste Auslegung der Sorte: hundert Prozent Sangiovese, ohne Verschnittfenster, mindestens 24 Monate im Eichenfass und vier weitere in der Flasche. Verkauft werden darf erst ab dem 1. Januar des fünften Jahres nach der Ernte. Das Ergebnis ist der langlebigste Sangiovese überhaupt, der jung oft verschlossen wirkt und erst nach acht bis zehn Jahren zeigt, was er kann. Die Auswahl findest du unter Brunello di Montalcino.
Vino Nobile di Montepulciano
Mindestens 70 Prozent Sangiovese, hier Prugnolo Gentile genannt. Der Vino Nobile sitzt stilistisch zwischen Chianti Classico und Brunello: mehr Struktur als der eine, zugänglicher als der andere. Wichtig für die Suche: Er hat nichts mit der Rebsorte Montepulciano zu tun, die in den Abruzzen wächst. Montepulciano ist hier ein Ortsname.
Maremma: Morellino di Scansano und Montecucco
Im Süden der Toskana, näher am Meer, fällt der Sangiovese wärmer und weicher aus. Morellino di Scansano verlangt mindestens 85 Prozent Sangiovese, die Riserva zwei Jahre Reife mit mindestens einem Jahr im Holz. Montecucco Sangiovese geht mit mindestens 90 Prozent noch weiter und schreibt zwölf Monate Holz plus vier Monate Flasche vor, die Riserva 24 plus sechs. Diese beiden Herkünfte sind der beste Einstieg, wenn dir klassischer Chianti zu streng ist. Passende Weine findest du auch in der Maremma.
Romagna, Umbrien und der Rest
Außerhalb der Toskana liefert die Romagna die größten Mengen, als Rubicone IGT oder als Romagna DOC Sangiovese. Der Rubicone steht für unkomplizierte, fruchtige Alltagsweine, oft für unter sieben Euro, die Romagna DOC mit ihren Untergebieten arbeitet seit Jahren gezielt am Qualitätsanspruch. Umbrien und die Marken bringen mittelgewichtige Sangiovese mit etwas mehr Würze. Auch außerhalb Italiens wird die Sorte angebaut, von Korsika über Kalifornien bis Australien und Israel, dort meist mit dunklerer Frucht und weniger Säure als im Original.
Sangiovese im Verschnitt
Sangiovese ist ein dankbarer Verschnittpartner, weil er Säure und Struktur mitbringt, wo andere Sorten Frucht und Fülle liefern. Die Frage ist immer, wie viel Fremdanteil ein Wein verträgt, bevor er seine Herkunft verliert.
Mit Merlot und Cabernet: die Supertoskaner
Als toskanische Erzeuger anfingen, Sangiovese mit Cabernet Sauvignon und Merlot zu verschneiden, sprengte das die damaligen Regeln. Die Weine mussten als einfacher Tafelwein vermarktet werden und kosteten trotzdem mehr als die damaligen DOC-Klassiker. Heute laufen die meisten als Toscana IGT, einige Gebiete haben eigene Herkünfte bekommen, allen voran Bolgheri. Wichtig zur Einordnung: Nicht jeder Supertoskaner ist eine Sangiovese-Cuvée. Die bekanntesten Vertreter aus Bolgheri kommen ganz ohne Sangiovese aus, der Sangiovese-Cabernet-Weg ist der von Tignanello. Der Cabernet bringt Farbe und Struktur, der Merlot polstert die Tannine. Solche Cuvées sind runder und internationaler, aber weniger unverwechselbar als ein reinsortiger Sangiovese.
Mit Primitivo: der apulische Weg
In Apulien trifft Sangiovese auf Primitivo, und die beiden ergänzen sich fast lehrbuchhaft: Primitivo liefert reife dunkle Frucht, Süße im Antrunk und Alkohol, Sangiovese steuert Säure und Gerbstoff bei, die den Wein vor Breite bewahren. Solche Cuvées sind meist günstig und sehr zugänglich. Wie unterschiedlich die beiden Sorten für sich genommen sind, erklärt unser Magazinbeitrag Primitivo gegen Sangiovese.
Weinberg und Keller
Was die Rebe braucht
Sangiovese will magere, gut durchlässige Böden. In der Toskana sind das vor allem Galestro, ein blättrig zerfallender Ton- und Mergelstein, und Alberese, ein kompakter Kalkstein. Galestro wird oft als Schiefer übersetzt, ist aber kein echtes Schiefergestein. Auf fetten, wasserhaltenden Böden bringt die Rebe hohe Erträge und flache Weine. Die Ertragsbegrenzung ist deshalb der wichtigste Qualitätshebel überhaupt, wichtiger als jede Kellertechnik. Bio- und biodynamische Bewirtschaftung sind in Mittelitalien weit verbreitet, das trockene Sommerklima macht den Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel einfacher als in feuchteren Regionen. In der Toskana ist rund ein Drittel der Rebfläche bio-zertifiziert, mehr als in jeder anderen italienischen Region.
Großes Fass oder Barrique
Die klassische Schule reift Sangiovese in großen, mehrfach belegten Fässern. Das Holz gibt kaum Aroma ab, der Wein bleibt hell, straff und kräuterwürzig. Die modernere Richtung arbeitet mit kleinen, jüngeren Barriques, was Vanille, Röstnoten und weichere Tannine bringt. Beides ist zulässig, keines ist per se besser. Der Fassstil sagt dir, was dich im Glas erwartet, nicht ob der Wein gut ist.
Sangiovese und Essen
Die hohe Säure macht Sangiovese zu einem der besten Essensweine überhaupt. Sie schneidet durch Fett und harmoniert mit Tomate, woran die meisten Rotweine scheitern. Pasta mit Ragù, Pizza, Bruschetta und Bistecca alla Fiorentina sind die naheliegenden Partner. Zu Wildschwein, Lamm und geschmortem Rind passen die kräftigeren Herkünfte. Gereifter Pecorino oder Parmesan holen die salzige Seite des Weins hervor. Was nicht funktioniert: Fisch mit zarter Würze, cremige Saucen und alles Süße. Serviertemperatur 16 bis 18 Grad. Wärmer wirkt der Alkohol vor und die Säure kippt ins Scharfe.
Was ein guter Sangiovese kostet
Unter sieben Euro bekommst du saubere, fruchtige Alltagsweine, meist aus der Romagna oder Apulien. Zwischen zehn und zwanzig Euro liegt das Feld mit den größten Fortschritten: Morellino di Scansano, Montecucco, einfacher Chianti Classico. Ab dreißig Euro beginnt der Bereich, in dem Einzellagen, alte Reben und lange Reifezeiten bezahlt werden, hier stehen Chianti Classico Riserva und Vino Nobile. Brunello beginnt in der Regel bei rund dreißig bis vierzig Euro und geht offen nach oben. Der größte Sprung im Verhältnis von Preis zu Erlebnis liegt zwischen den Alltagsweinen und der Zwanzig-Euro-Klasse, nicht darüber.
Einen guten Einstieg in die ernsthaftere Klasse bietet der Trottolo Monte Piano Montecucco Sangiovese aus der südlichen Toskana. Wer die Maremma in ihrer saftigen Form kennenlernen will, greift zum Podere 414 Badilante Sangiovese. Weitere Herkünfte findest du in unserer Übersicht der italienischen Rotweine.
Häufige Fragen zu Sangiovese
Wie schmeckt Sangiovese?
Typisch sind Sauerkirsche, Pflaume, getrocknete Kräuter und Veilchen, dazu eine erdige Würze. Der Wein ist trocken, hat eine kräftige Säure und griffige, eher trocknende als samtige Tannine. Mit Flaschenreife kommen Leder, Tabak und Unterholz dazu. Wärmere Herkünfte wie Morellino di Scansano schmecken runder und fruchtiger, klassischer Chianti Classico strenger und kräuterbetonter.
Was heißt Sangiovese auf Deutsch?
Sangiovese ist ein Eigenname und wird nicht übersetzt. Die verbreitete Herleitung aus dem lateinischen sanguis Jovis, Blut des Jupiter, ist sprachwissenschaftlich umstritten und nicht belegt. Falsch ist die gelegentlich zu lesende Behauptung, Sangiovese heiße in Deutschland Brunello. Brunello ist der lokale Name der Sorte in Montalcino, kein deutscher Begriff.
Welche Rebsorte ist im Chianti?
Sangiovese. Chianti DOCG verlangt mindestens 70 Prozent, Chianti Classico mindestens 80 Prozent. Ergänzt werden darf mit anderen in der Toskana zugelassenen Sorten wie Canaiolo, Colorino, Merlot oder Cabernet Sauvignon. Ein wichtiger Unterschied: Chianti DOCG erlaubt bis zu 10 Prozent weiße Rebsorten, Chianti Classico gar keine. Viele Erzeuger füllen inzwischen reinsortig ab.
Welche Traube ist Brunello?
Brunello ist keine eigene Rebsorte, sondern der Name, den man in Montalcino für den Sangiovese benutzt. Brunello di Montalcino besteht zu hundert Prozent aus dieser Traube und muss mindestens 24 Monate im Eichenfass und vier weitere Monate in der Flasche reifen. Verkauft werden darf er ab dem 1. Januar des fünften Jahres nach der Ernte.
Was ist Sangiovese Grosso?
Ein historischer Sammelbegriff für die großbeerigen Selektionen, vor allem die aus Montalcino. Die moderne Klonforschung stützt die Einteilung in Sangiovese Grosso und Sangiovese Piccolo nicht. Es gibt nicht zwei Unterarten, sondern eine große Zahl lokal selektierter Klone innerhalb einer einzigen Sorte. Als Traditionsbezeichnung bleibt der Begriff in Gebrauch, als botanische Aussage ist er überholt.
Ist Sangiovese trocken oder lieblich?
Praktisch immer trocken, die bedeutenden Rotwein-Herkünfte schreiben das vor. Halbtrockene Abfüllungen gibt es vereinzelt im günstigen Segment, meist als Cuvées aus Süditalien, sie sind aber die Ausnahme und auf dem Etikett gekennzeichnet. Süß wird Sangiovese nur als Passito, etwa im Vin Santo Occhio di Pernice.
Welche berühmten Weine werden aus Sangiovese gemacht?
Brunello di Montalcino, Chianti und Chianti Classico, Vino Nobile di Montepulciano, Rosso di Montalcino, Morellino di Scansano und Montecucco Sangiovese. Dazu kommen Supertoskaner wie Tignanello, in denen Sangiovese mit Cabernet Sauvignon oder Merlot verschnitten wird. Nicht jeder Supertoskaner enthält Sangiovese, die bekanntesten aus Bolgheri kommen ohne aus. Auf Korsika läuft dieselbe Sorte unter dem Namen Nielluccio.
Passt Sangiovese zu Pizza und Pasta?
Ja, und zwar besser als die meisten anderen Rotweine. Die kräftige Säure kommt mit Tomate zurecht, woran viele Rotweine scheitern, und schneidet zugleich durch Käse und Fett. Für Pizza und Pasta mit Ragù reicht ein einfacher Sangiovese aus der Romagna oder ein junger Chianti. Zu Schmorgerichten und Wild passen die kräftigeren Herkünfte besser.
