Antinori Weine kaufen
Weingut Antinori aus der Toskana: von Villa Antinori bis Tignanello
Die Familie Antinori macht seit 1385 Wein, heute in der 26. Generation. Aus dem Palazzo Antinori in Florenz ist über die Jahrhunderte das größte private Weingut Italiens geworden, mit Gütern im Chianti Classico, in Bolgheri, in Montalcino, in Umbrien und darüber hinaus. Bekannt wurde das Haus mit einem Wein, der gegen die Regeln verstieß: dem Tignanello.
Marchesi Antinori: 26 Generationen aus Florenz
Seit 1385 in der Winzerzunft
Das Gründungsjahr, das die Familie selbst nennt, ist 1385. Damals trat Giovanni di Piero Antinori in die Florentiner Winzerzunft ein, die Arte dei Vinattieri. Seither hat das Haus 26 Generationen durchlaufen, und es ist bis heute vollständig in Familienhand. Zum Vergleich: Die meisten europäischen Familienunternehmen halten drei bis vier Generationen durch.
Der Stammsitz ist der Palazzo Antinori an der Piazza Antinori in Florenz, am nördlichen Ende der Via de' Tornabuoni. Die Familie erwarb ihn 1506, er ist bis heute Firmensitz und wird in Teilen bewohnt. Antinori gehört zu den Primum Familiae Vini, dem Zusammenschluss von zwölf familiengeführten Weingütern, zu dem auch Château Mouton Rothschild und die Familie Torres zählen.
Wer das Haus heute führt
An der Spitze steht seit Juli 2016 Albiera Antinori als Präsidentin. Ihre Schwestern Allegra und Alessia sind Vizepräsidentinnen. Die drei bilden gemeinsam die 26. Generation. Ihr Vater Piero Antinori, der das Haus über Jahrzehnte geprägt und den Tignanello durchgesetzt hat, ist heute Ehrenpräsident. Das operative Geschäft führt Renzo Cotarella als Geschäftsführer, der Önologe hinter dem Cervaro della Sala und das erste Nicht-Familienmitglied in dieser Position.
Das ist ein Punkt, bei dem viele Texte im Netz veraltet sind. Piero Antinori ist seit Jahren nicht mehr der operative Chef, auch wenn er das Gesicht des Hauses bleibt.
Tignanello und Solaia: die zwei Weine, die alles verändert haben
Die Chianti-Regeln schrieben lange vor, dass ein Teil weißer Trebbiano- und Malvasia-Trauben in den Rotwein gehört. Piero Antinori und sein Önologe Giacomo Tachis ließen sie ab dem Jahrgang 1971 weg und bauten den Wein im Barrique aus. Damit verlor er die Herkunftsbezeichnung und musste als einfacher Tafelwein verkauft werden. Er hieß nur noch Tignanello, nach der Einzellage, und wurde teurer als fast jeder Chianti mit Siegel.
Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc kamen erst ab dem Jahrgang 1975 dazu. Heute besteht der Tignanello aus rund 80 Prozent Sangiovese, 15 Prozent Cabernet Sauvignon und 5 Prozent Cabernet Franc und trägt die Bezeichnung Toscana IGT. Vom benachbarten Hang derselben Tenuta kommt der Solaia, bei dem das Verhältnis umgekehrt ist: Cabernet Sauvignon führt, Sangiovese ergänzt. Ihn gibt es nur in Jahrgängen, die das hergeben, in schwachen Jahren wird er nicht gefüllt.
Beide gelten als Gründungsweine einer ganzen Kategorie. Was daraus geworden ist, findest du bei den Supertoskanern und Bolgheri-Weinen.
Die Güter im Chianti Classico
Das Herzstück liegt bei San Casciano Val di Pesa, zwischen den Tälern von Greve und Pesa. Die Tenuta Tignanello bringt neben Tignanello und Solaia den Marchese Antinori Chianti Classico Riserva hervor, der seit dem Jahrgang 2011 ausschließlich aus Trauben dieses Guts stammt. Wenige Kilometer entfernt liegt Badia a Passignano, eine Abtei aus dem zehnten Jahrhundert, in deren historischen Kellern ein Chianti Classico Gran Selezione aus reinem Sangiovese reift. Das dritte Gut heißt Pèppoli und steht für den zugänglicheren Chianti Classico des Hauses.
Ein häufiger Irrtum am Rande: Chianti Classico ist keine DOC, sondern seit den Achtzigerjahren eine eigenständige DOCG mit mindestens 80 Prozent Sangiovese und den drei Stufen Annata, Riserva und Gran Selezione. Wie sich die Herkünfte unterscheiden, steht bei den Chianti-Weinen und Rotweinen aus der Toskana.
Villa Antinori: der Klassiker aus mehreren Gütern
Der Villa Antinori Rosso ist der bekannteste Wein des Hauses und zugleich der am häufigsten missverstandene. Er stammt nicht von einem einzelnen Gut, sondern ist eine Cuvée aus Trauben mehrerer Antinori-Lagen, mit Sangiovese als Rückgrat und Cabernet und Merlot als Ergänzung. Angelegt wurde er 1928 von Marchese Niccolò Antinori als Chianti Classico, der Lagerung verträgt, was damals ungewöhnlich war. Seit dem Jahrgang 2001 läuft er als Toscana IGT, weil die Trauben aus verschiedenen Gebieten kommen.
Villa Antinori ist damit kein Weingut, sondern eine Marke, und sie gibt es auch in Weiß und als Chianti Classico Riserva. Wer „Villa Antinori" sucht, meint meist den Rosso.
Guado al Tasso: Antinori an der Küste
In Bolgheri bewirtschaftet die Familie mit der Tenuta Guado al Tasso eines der größten Güter der Appellation. Der gleichnamige Spitzenwein ist ein Bolgheri Superiore aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, teils mit etwas Petit Verdot. Darunter steht Il Bruciato, ein Bolgheri Rosso, der denselben Stil zu einem Bruchteil des Preises zeigt und für viele der beste Einstieg in die Region ist. Dazu kommen ein Vermentino und der Rosé Scalabrone.
Montalcino, Montepulciano und die Maremma
Südlich davon liegt Pian delle Vigne bei Montalcino, das Gut für den Brunello di Montalcino, dazu den Rosso di Montalcino und die Riserva Vignaferrovia. In Montepulciano steht La Braccesca für Vino Nobile, in Cortona für Syrah. In der Maremma arbeiten Le Mortelle mit Botrosecco und Vivia sowie die Fattoria Aldobrandesca bei Sovana, wo neben Malbec auch der süße Aleatico wächst.
Antinori macht längst nicht nur Rotwein
Das Klischee hält sich hartnäckig, stimmt aber nicht. In Umbrien steht mit dem Castello della Sala ein Gut, das vor allem für Weißwein bekannt ist. Der Cervaro della Sala, ein Chardonnay mit etwas Grechetto, gilt als einer der besten Weißweine Italiens und war einer der ersten, die mit biologischem Säureabbau und Barriqueausbau arbeiteten. Darunter läuft der Bramìto. Dazu kommen ein Süßwein aus edelfaulen Trauben und ein Orvieto.
Die Tenuta Monteloro bei Fiesole ist ein reines Weißweingut mit Riesling und Weißburgunder. In der Lombardei erzeugt Montenisa Franciacorta, also flaschenvergorenen Schaumwein. Im Friaul hält Antinori seit 2021 die Mehrheit an Jermann, einem der bekanntesten Weißweinerzeuger Italiens. Im Piemont gehört Prunotto mit Barolo und Barbaresco zum Haus, in Apulien Tormaresca.
Außerhalb Italiens arbeitet die Familie im Napa Valley mit Antica und den Stag's Leap Wine Cellars, im Bundesstaat Washington mit Col Solare und in Chile mit Haras de Pirque.
Antinori nel Chianti Classico: die Kellerei, die im Hügel verschwindet
Seit 2012 steht in Bargino bei San Casciano Val di Pesa der Firmensitz, und er ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Das Büro von Marco Casamonti hat den Bau in den Hang geschnitten und mit Reben bepflanzt, sodass er von oben kaum zu sehen ist. Innen führt eine Wendeltreppe durch drei Ebenen, gearbeitet wird mit Schwerkraft statt mit Pumpen. Die Anlage ist nach Voranmeldung öffentlich zugänglich, mit Führungen, Weinshop, Archiv, wechselnden Kunstausstellungen und einem Restaurant auf dem Dach.
Wo der Einstieg liegt
Antinori ist nicht gleichbedeutend mit dreistelligen Preisen. Die Spanne beginnt im unteren einstelligen Bereich bei Santa Cristina, der als eigene Gesellschaft geführten Zweitmarke mit Rosso, Chianti Superiore und Rosato. Darüber liegen Villa Antinori, Pèppoli und Il Bruciato im mittleren zweistelligen Bereich. Erst danach kommen Badia a Passignano, Guado al Tasso, der Brunello und schließlich Tignanello und Solaia. Wer das Haus kennenlernen will, fängt sinnvollerweise unten an.
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Wir führen die Weine aus dem Chianti Classico, aus Bolgheri und aus Montalcino, dazu Villa Antinori in Rot und Weiß, die Santa-Cristina-Reihe und die großen Namen Tignanello und Solaia. Bestellungen bis 16 Uhr gehen werktags am selben Tag mit DHL raus.
Häufige Fragen zum Weingut Antinori
Wem gehört das Weingut Antinori und wer führt es?
Das Haus ist vollständig in Familienbesitz. Präsidentin ist seit Juli 2016 Albiera Antinori, ihre Schwestern Allegra und Alessia sind Vizepräsidentinnen. Ihr Vater Piero Antinori ist Ehrenpräsident. Geschäftsführer ist der Önologe Renzo Cotarella, das erste Nicht-Familienmitglied in dieser Rolle.
Seit wann gibt es Antinori?
Die Familie nennt selbst das Jahr 1385, als Giovanni di Piero Antinori der Florentiner Winzerzunft beitrat. Seither sind 26 Generationen vergangen. Ältere Datierungen ins zwölfte Jahrhundert kursieren, sind aber nicht belegt.
Welche Weingüter gehören zu Antinori?
In der Toskana unter anderem Tenuta Tignanello, Badia a Passignano, Pèppoli, Guado al Tasso in Bolgheri, Pian delle Vigne in Montalcino, La Braccesca in Montepulciano, Le Mortelle und Fattoria Aldobrandesca in der Maremma sowie Monteloro bei Fiesole. Dazu kommen Castello della Sala in Umbrien, Prunotto im Piemont, Montenisa in der Franciacorta, Tormaresca in Apulien und eine Mehrheit an Jermann im Friaul. Im Ausland gehören Antica und Stag's Leap Wine Cellars in Kalifornien, Col Solare in Washington und Haras de Pirque in Chile dazu.
Wo liegt das Weingut Antinori?
Der Firmensitz ist der Palazzo Antinori in Florenz, die Hauptkellerei steht in Bargino bei San Casciano Val di Pesa im Chianti Classico, rund 20 Kilometer südlich von Florenz. Die einzelnen Güter verteilen sich über die Toskana, Umbrien, das Piemont, die Lombardei, das Friaul und Apulien.
Was ist der Tignanello?
Ein Rotwein aus einer benannten Einzellage im Chianti Classico, überwiegend Sangiovese mit Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Er war der Wein, mit dem Antinori die geltenden Herkunftsregeln bewusst verließ, und gilt als einer der Gründungsweine der Supertoskaner. Auf dem Etikett steht Toscana IGT.
Was ist der Unterschied zwischen Villa Antinori und Tignanello?
Villa Antinori ist eine Cuvée aus Trauben mehrerer Güter und der Alltagsklassiker des Hauses. Der Tignanello kommt aus einer einzigen Lage, wird nur in kleiner Menge erzeugt und kostet ein Vielfaches. Beide tragen Toscana IGT, sind aber in Anspruch und Preis weit voneinander entfernt.
Macht Antinori auch Weißwein?
Ja, und mehr als viele denken. Das Castello della Sala in Umbrien ist vor allem für Weißwein bekannt, allen voran den Cervaro della Sala aus Chardonnay mit etwas Grechetto. Dazu kommen der Villa Antinori Bianco, ein Vermentino aus Bolgheri, das reine Weißweingut Monteloro bei Fiesole, die Mehrheit an Jermann im Friaul und Franciacorta-Schaumwein von Montenisa.
Kann man das Weingut Antinori besichtigen?
Ja. Die Kellerei Antinori nel Chianti Classico in Bargino ist nach Voranmeldung öffentlich zugänglich, mit Führungen, Verkostung, Weinshop und einem Restaurant auf dem Dach. Termine und Öffnungszeiten bekommst du direkt beim Weingut, wir sind der Onlinehändler und verschicken die Weine.
Was ist Santa Cristina?
Die günstige Linie des Hauses, geführt als eigene Gesellschaft. Dazu gehören ein Rosso als Toscana IGT, ein Chianti Superiore und ein Rosato. Santa Cristina ist der Einstieg ins Sortiment und hat mit den Spitzenweinen preislich nichts zu tun.
