Cabernet Franc Weine kaufen

Cabernet Franc Wein kaufen
Cabernet Franc ist der leisere der beiden Cabernets: hellere Farbe, weniger Gerbstoff, dafür Himbeere, Veilchen und diese Note von grüner Paprika, an der man ihn erkennt. An der Loire steht er sortenrein im Glas, am rechten Ufer des Bordeaux hält er die Cuvées zusammen, in Argentinien und Südafrika bekommt er mehr Sonne und mehr Frucht. Bei uns findest du ihn aus all diesen Herkünften, vom leichten Loire-Stil bis zum dichten Bordeaux-Cuvée.
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9 Artikel
Cabernet Franc: Geschmack, Herkunft und was dazu passt
Wie Cabernet Franc schmeckt
In der Nase rote Johannisbeere, Himbeere und Veilchen, dahinter Tabak, Bleistiftmine und je nach Reifegrad grüne Paprika. Im Mund mittlerer Körper, klare Säure und ein feines, schlank gezeichnetes Tannin, das den Wein trägt, ohne ihn zusammenzuziehen. Die Farbe bleibt heller als bei den anderen roten Bordeaux-Sorten, weil die Beeren dünnschalig sind und weniger Farbstoff mitbringen. Der Alkohol bleibt moderat: Für roten Chinon schreibt das Lastenheft nur 10,5 Prozent natürlichen Mindestalkohol vor, was zeigt, in welchem Korridor die Sorte an der Loire spielt.
Woher die Paprikanote kommt
Verantwortlich ist ein einzelner Stoff, 2-Methoxy-3-isobutylpyrazin, kurz IBMP. Er ist im Wein schon ab etwa 15 Nanogramm je Liter riechbar, also in winzigen Mengen. Sein Höchstwert liegt kurz vor dem Farbumschlag der Beeren, danach baut er sich mit fortschreitender Reife ab. Untersuchungen an Cabernet Franc zeigen, dass vor allem wüchsige Reben, hohe Erträge und kühle Sommer für viel IBMP sorgen. Daraus folgt das Gegenteil dessen, was oft behauptet wird: Ein grün wirkender Cabernet Franc ist meist zu früh gelesen, nicht zu spät. Voll ausgereift bleibt die Paprika ein Gewürz im Hintergrund statt der Hauptdarsteller.
Woher die Rebsorte stammt
Die eigenen Eltern von Cabernet Franc sind bis heute unbekannt, der internationale Rebsortenkatalog VIVC führt die Sorte ohne Stammbaum, dafür mit über hundert Synonymen. Die Spur zeigt ins Baskenland und in den französischen Südwesten: Dort stehen die ältesten Herkunftsformen, und dort heißt die Sorte Acheria, baskisch für Fuchs. Die Loire ist also nicht ihre Wiege, sondern ihr größtes Zuhause. Umgekehrt ist ihre Nachkommenschaft bestens dokumentiert: Aus der natürlichen Kreuzung mit Sauvignon Blanc ging Cabernet Sauvignon hervor, per DNA-Analyse an der University of California in Davis nachgewiesen, und aus der Kreuzung mit Magdeleine Noire des Charentes entstand Merlot. Cabernet Franc ist damit der Ausgangspunkt gleich mehrerer Bordeaux-Sorten, nicht deren Abkömmling.
Die Loire: das größte Anbaugebiet Frankreichs
An der Loire stehen rund 15.500 Hektar Cabernet Franc und damit knapp ein Drittel der gesamten Rebfläche des Tals. Das ist mehr als im Bordeaux, und für viele überraschend. Die vier Namen, auf die es ankommt: Chinon mit rund 2.350 Hektar über achtzehn Gemeinden, Bourgueil und Saint-Nicolas-de-Bourgueil auf der anderen Seite der Loire sowie Saumur-Champigny weiter westlich. Der Untergrund erklärt die Stilunterschiede. Auf Kies und Sand an den Flussterrassen entstehen leichte, saftige Weine zum baldigen Trinken, auf dem Tuffstein der Hänge dichtere Weine mit Struktur und Lagerpotenzial.
Das rechte Ufer im Bordeaux
Im Bordeaux steht Cabernet Franc auf knapp einem Zehntel der roten Rebfläche, verteilt sich aber alles andere als gleichmäßig. In Saint-Émilion stellt er rund ein Drittel der Anpflanzungen, in Pomerol rund fünfzehn Prozent. Das berühmteste Beispiel ist Château Cheval Blanc, dessen Weinberg zu gut der Hälfte mit Cabernet Franc bestockt ist. Im fertigen Wein schwankt der Anteil allerdings von Jahr zu Jahr erheblich, die oft zitierten sechzig Prozent stimmen so nicht. In den Weinen aus dem Bordeaux ist er selten der Hauptdarsteller, aber der Teil, der Duft und Frische einbringt.
Warum die Sorte im Bordeaux wieder gefragt ist
Merlot reift am rechten Ufer immer früher und bringt in warmen Sommern immer mehr Alkohol mit. Cabernet Franc reift später als Merlot, behält seine Säure länger und liefert dieselbe Reife bei geringerem Zuckergehalt. Genau deshalb wird sein Anteil in den Cuvées vielerorts wieder erhöht. Anders als die neu zugelassenen Anpassungssorten ist Cabernet Franc dabei kein Neuzugang, sondern eine alte, längst zugelassene Sorte, die neu gewichtet wird. Ein Haken bleibt der frühe Austrieb, der die Sorte in kalten Frühjahren spätfrostgefährdet macht.
Cabernet Franc außerhalb Frankreichs
In Italien sitzt die Sorte vor allem im Friaul, in Venetien und in der Maremma. Dort gab es lange eine Verwechslung, die man kennen sollte: Ein erheblicher Teil der als Cabernet Franc gepflanzten Reben in Nordostitalien war tatsächlich Carménère. Seit deren Eintragung ins nationale Sortenregister ist das aufgeräumt, in alten Anlagen kann es aber noch nachwirken. In Ungarn ist Villány die Hochburg, dort stellt Cabernet Franc rund vierzehn Prozent der Rebfläche. In Argentinien hat sich die Fläche binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt, Schwerpunkt Mendoza. Im US-Bundesstaat Virginia ist Cabernet Franc sogar die meistgepflanzte Rebsorte überhaupt, in Ontario wird er neben trockenem Rotwein auch zu Eiswein verarbeitet. Dazu kommen Südafrika, Neuseelands Hawke's Bay und Deutschland mit rund 130 Hektar, verteilt vor allem auf Pfalz und Württemberg. Spanien dagegen spielt bei dieser Sorte praktisch keine Rolle, auch wenn es oft in einem Atemzug genannt wird.
Reinsortig oder im Cuvée
Beides ist üblich, und der Unterschied liegt an der Landkarte. An der Loire ist Cabernet Franc in Chinon, Bourgueil, Saint-Nicolas-de-Bourgueil und Saumur-Champigny die vorgeschriebene Hauptsorte, Nebensorten sind auf zehn beziehungsweise fünfzehn Prozent gedeckelt. In der Praxis werden die meisten dieser Weine sortenrein ausgebaut, vorgeschrieben ist das aber nicht. Im Bordeaux ist die Sorte dagegen fast immer Teil einer Assemblage. Wenn du die Rebsorte pur kennenlernen willst, greif zu einem Loire-Wein oder zu einer sortenreinen Abfüllung aus Übersee. Wenn du wissen willst, was sie in einer Cuvée bewirkt, stell einen Saint-Émilion neben einen Wein vom linken Ufer.
Nicht nur Rotwein
Cabernet Franc steckt auch in etlichen Roséweinen und in Schaumwein. Cabernet d'Anjou ist der bekannteste Fall, ein Rosé mit mindestens zehn Gramm Restzucker je Liter, also spürbar fruchtsüß. Chinon gibt es ebenfalls als Rosé, Bordeaux Clairet ist ein dunkler, kräftiger Rosé mit derselben Sortenzulassung wie der Rotwein, und im Crémant de Loire ist Cabernet Franc als rote Sorte zugelassen. Was es nicht gibt, ist ein Cabernet Franc als Weißwein in einer der klassischen Appellationen. Wo Chinon weiß auf dem Etikett steht, ist Chenin Blanc im Glas.
Cabernet Franc Rotwein aus Deutschland (Dieses Bild wurde mit Liebe & KI gestaltet.)
Was dazu passt
Die krautige Ader macht Cabernet Franc zum Gemüsewein unter den Rotweinen. Geschmorte Paprika, Ratatouille, gefüllte Auberginen und Pilzgerichte funktionieren deshalb besser als bei den meisten anderen roten Bordeaux-Sorten. Der Klassiker von der Loire ist Ziegenkäse, idealerweise ein gereifter Sainte-Maure de Touraine, dazu ein leicht gekühlter Chinon. Bei Fleisch passen Lammkarree mit Thymian, Ente und Kalbsbraten besser als sehr fettes Rindfleisch, dafür fehlt dem Wein das Tanningerüst. Ein dichter Saint-Émilion mit hohem Cabernet-Franc-Anteil verträgt dagegen problemlos ein Entrecôte.
Servieren und lagern
Leichte Loire-Weine gewinnen bei 14 bis 16 Grad, also kühler als üblich für Rotwein. Dichtere Weine aus dem Tuffstein oder aus dem Bordeaux stehen bei 16 bis 18 Grad besser da. Dekantieren lohnt sich bei den kräftigen Cuvées, ein junger, fruchtbetonter Cabernet Franc braucht es nicht. Zur Haltbarkeit: Die leichten Abfüllungen von den Flussterrassen trinkt man in den ersten drei bis vier Jahren, Weine aus den besseren Lagen von Chinon oder Bourgueil und die Spitzen aus Saint-Émilion halten deutlich länger und gewinnen dabei Tabak- und Ledernoten.
Cabernet Franc bei genuss7
Wir führen Cabernet Franc aus der Loire, aus dem Bordeaux, aus Italien, aus Übersee und von deutschen Winzern, sortenrein wie im Cuvée. Wenn du dich erst orientieren willst, hilft das Kurzporträt im Weinlexikon. Für die Nachbarschaft der Sorte lohnt der Blick auf die Weine aus Frankreich und auf unsere Rotweine insgesamt.
Häufige Fragen zu Cabernet Franc
Wie schmeckt Cabernet Franc?
Cabernet Franc riecht nach roter Johannisbeere, Himbeere und Veilchen, dazu kommen Tabak, Bleistiftmine und je nach Reifegrad eine Note von grüner Paprika. Im Mund hat er mittleren Körper, klare Säure und feines Tannin. Die Farbe ist heller als bei den anderen roten Bordeaux-Sorten, weil die Beeren dünnschalig sind.
Ist Cabernet Franc trocken oder lieblich?
Als Rotwein ist Cabernet Franc praktisch immer trocken ausgebaut, an der Loire wie im Bordeaux. Restsüße findest du bei dieser Sorte fast nur im Rosé: Cabernet d'Anjou muss laut Lastenheft mindestens zehn Gramm Restzucker je Liter haben und schmeckt deshalb deutlich fruchtsüß.
Woher stammt Cabernet Franc?
Die Eltern der Sorte sind unbekannt, der internationale Rebsortenkatalog VIVC führt sie ohne Stammbaum. Die ältesten Herkunftsformen stehen im Baskenland und im französischen Südwesten, wo sie Acheria heißt, baskisch für Fuchs. Die Loire ist nicht der Ursprung, sondern das größte Anbaugebiet.
Warum riecht Cabernet Franc manchmal nach grüner Paprika?
Dafür sorgt der Stoff 2-Methoxy-3-isobutylpyrazin, der schon ab etwa 15 Nanogramm je Liter riechbar ist. Seinen Höchstwert erreicht er kurz vor dem Farbumschlag der Beeren und baut sich mit der Reife ab. Viel davon entsteht bei wüchsigen Reben, hohen Erträgen und kühlen Sommern. Ein stark grüner Wein ist deshalb meist zu früh gelesen.
Welche französischen Weine sind reiner Cabernet Franc?
An der Loire ist Cabernet Franc in Chinon, Bourgueil, Saint-Nicolas-de-Bourgueil und Saumur-Champigny die vorgeschriebene Hauptsorte, Nebensorten sind auf zehn beziehungsweise fünfzehn Prozent begrenzt. In der Praxis werden die meisten dieser Weine sortenrein ausgebaut. Im Bordeaux ist die Sorte dagegen fast immer Teil einer Cuvée.
Wie spricht man Cabernet Franc aus?
Etwa wie ka-ber-neh frang, wobei das Schluss-c stumm bleibt und der letzte Vokal nasal gesprochen wird. Ein hart gesprochenes g am Ende gehört nicht dazu. Im Deutschen ist die Sorte auch als Breton oder Bouchet geläufig, das sind alte französische Regionalnamen.
Wie lange kann man Cabernet Franc lagern?
Leichte Weine von den Flussterrassen der Loire trinkt man in den ersten drei bis vier Jahren. Weine aus den besseren Tuffsteinlagen von Chinon und Bourgueil sowie Cuvées aus Saint-Émilion halten deutlich länger und entwickeln dabei Noten von Tabak und Leder.
Was passt zu Cabernet Franc?
Die krautige Ader passt gut zu Gemüse: geschmorte Paprika, Ratatouille, gefüllte Auberginen und Pilzgerichte. Der Klassiker von der Loire ist gereifter Ziegenkäse zu einem leicht gekühlten Chinon. Bei Fleisch harmonieren Lammkarree mit Thymian, Ente und Kalbsbraten besser als sehr fettes Rindfleisch.