Chardonnay Wein

Chardonnay Wein: von schlank und frisch bis cremig aus dem Holzfass
Chardonnay ist die weiße Rebsorte des Burgunds und wächst heute in über vierzig Ländern. Wie der Wein schmeckt, entscheidet weniger die Traube als der Keller: aus dem Stahltank kommen Apfel, Birne und Zitrus, nach Monaten im Holzfass und auf der Hefe kommen Vanille, Brioche und geröstete Nuss dazu.
Bei genuss7 findest du Chardonnay aus dem Burgund, aus Kalifornien, Australien, Südtirol und von deutschen Weingütern, dazu Sekt und Champagner aus derselben Traube. Filtere nach Geschmack, Herkunft und Preis und leg deinen Wein direkt in den Warenkorb.
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Ein toller ChardonnayWente Vineyards Kalifornien, USAChardonnay, GewürztraminerTrocken
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Chardonnay: Rebsorte, Herkunft und Geschmack
Wie Chardonnay schmeckt
Chardonnay hat kein lautes Eigenaroma wie Sauvignon Blanc oder Muskateller. Genau das macht ihn wandlungsfähig. In kühlen Herkünften schmeckt er nach grünem Apfel, Birne, Zitrone und Quitte, in warmen nach Pfirsich, Melone, Mango und Ananas. Dazu kommt das, was der Keller hinzufügt: Vanille und Toast aus dem Holzfass, Brioche und Hefeteig vom Lager auf der Hefe, geröstete Haselnuss aus beidem zusammen. Wer beim Kaufen wissen will, was ihn erwartet, schaut deshalb weniger auf die Rebsorte als auf Herkunft und Ausbau.

Woher die Butternote kommt, und warum nicht aus dem Holz
Buttrige Weißweine sind ein eigener Stil, vor allem aus Kalifornien. Die Butternote stammt aber nicht vom Fass, sondern von einem Stoff namens Diacetyl, der beim biologischen Säureabbau entsteht. Milchsäurebakterien wandeln darin die scharfe Äpfelsäure des Weins in mildere Milchsäure um, und nebenbei entsteht eben dieses Diacetyl. Die Sorte reagiert darauf empfindlicher als jeder andere Wein: Schon rund 0,2 Milligramm je Liter reichen, damit du die Butter schmeckst, bei Rotwein braucht es ein Vielfaches davon. Aus dem Holz kommen dagegen Vanille, Kokos, Toast und Röstaromen.
Stahltank, Holzfass und Hefelager
Drei Entscheidungen im Keller prägen den fertigen Wein. Wird er im Edelstahltank kühl vergoren und bald abgefüllt, bleibt er schlank, frisch und fruchtbetont. Kommt er ins Barrique, also in das 225-Liter-Fass aus französischer Eiche, holt er sich Würze, Struktur und Lagerfähigkeit, wobei neue Fässer deutlich mehr abgeben als mehrfach belegte. Und bleibt er nach der Gärung monatelang auf der Feinhefe liegen, oft unter regelmäßigem Aufrühren, bekommt er eine cremige Textur und Noten von Hefeteig und Brötchenkruste. Viele Weingüter kombinieren: ein Teil Stahl für die Frische, ein Teil Holz für den Körper. Ein Chardonnay, der im Holzfass ausgebaut wurde, trägt das meist im Namen oder in der Beschreibung.
Woher die Sorte stammt
Die Sorte ist nach einem Dorf im südlichen Burgund benannt, das denselben Namen trägt. Eine DNA-Untersuchung an der University of California in Davis hat die Abstammung geklärt: Sie ist eine Kreuzung aus Pinot und der alten weißen Sorte Gouais Blanc, im Deutschen Heunisch. Aus derselben Elternpaarung stammen unter anderem auch Gamay, Aligoté und Melon de Bourgogne, es sind also Vollgeschwister. Wichtig für den Namenswirrwarr in älteren Weinbüchern: Chardonnay ist kein Pinot und schon gar keine Spielart des Weißburgunders. In alten Rebschulen liefen beide Sorten oft unter demselben Namen, botanisch sind es zwei verschiedene Reben.
Trocken, halbtrocken oder lieblich
Fast alle Weine dieser Sorte sind trocken ausgebaut. Was auf dem Etikett stehen darf, regelt das EU-Weinrecht über den Restzucker: trocken bis 4 Gramm je Liter, halbtrocken bis 12, lieblich bis 45, darüber süß. Dazu gibt es eine Säureausnahme, die viele Kaufentscheidungen erklärt: Ein Wein darf bis 9 Gramm Restzucker tragen und trotzdem trocken heißen, solange die Säure höchstens 2 Gramm darunter liegt. Deshalb schmecken zwei trockene Chardonnays sehr unterschiedlich. Liebliche Varianten gibt es, sie sind aber die Ausnahme. Im Shop steht die Geschmacksangabe bei jedem Wein, du kannst danach filtern.
Burgund, die Heimat der Sorte
Im Burgund steht die Rebe auf rund der Hälfte der Rebfläche und ist damit die wichtigste weiße Sorte der Region. Franzosen bauen sie auf knapp 46.000 Hektar an, mehr als in jedem anderen Land. Die Bandbreite reicht vom einfachen Bourgogne Blanc bis zum Montrachet, dessen Lage kaum größer ist als acht Hektar und der jedes Jahr nur einige Zehntausend Flaschen ergibt. Dazwischen liegen die Ortsweine und die Premiers Crus. Chardonnay aus Frankreich findest du bei uns von Häusern wie Louis Jadot und aus dem Languedoc, wo die Sorte deutlich fruchtiger und günstiger ausfällt.
Chablis
Chablis liegt am nördlichen Rand des Burgunds, näher an der Champagne als an der Côte d'Or. Das Lastenheft lässt dort ausschließlich Chardonnay zu. Der Boden ist Kimmeridge-Mergel, ein Kalkmergel voller kleiner fossiler Austernschalen, die Hänge sind kühl und die Trauben reifen spät. Daher die straffe, zitrische Art dieser Weine, die viele Erzeuger zusätzlich betonen, indem sie auf den biologischen Säureabbau verzichten und ohne neues Holz arbeiten. Vier Stufen gibt es: Petit Chablis, Chablis, Chablis Premier Cru mit vierzig klassierten Lagen und Chablis Grand Cru mit genau sieben. Wenn dir irgendwo acht Grands Crus begegnen, ist die Monopollage La Moutonne mitgezählt, die im Lastenheft nicht als eigene Lage geführt wird.
Côte de Beaune und Mâconnais
Südlich von Beaune liegen die Orte, die dem holzgereiften Chardonnay weltweit als Vorbild dienen: Meursault, Puligny-Montrachet, Chassagne-Montrachet und der Hügel von Corton mit dem Corton-Charlemagne. Zwei Details, die in Shoptexten fast immer falsch stehen: Meursault und Corton-Charlemagne sind nicht zwingend reinsortig, beide Lastenhefte lassen Pinot Blanc zu, beim Corton-Charlemagne bis zu einem Zehntel der Rebfläche. Und Chassagne-Montrachet ist kein reines Weißweindorf, dort steht auch Pinot Noir. Weiter südlich beginnt das Mâconnais mit Pouilly-Fuissé und Saint-Véran, jeweils gut 700 Hektar groß. Diese beiden sind der verlässlichste Einstieg in den burgundischen Stil, weil sie einen Bruchteil der berühmten Namen kosten.
Champagner, Crémant und Sekt aus Chardonnay
In der Champagne steht die Sorte auf rund einem Drittel der Fläche, hinter Pinot Noir und knapp vor Meunier. Blanc de Blancs heißt dort ein Schaumwein ohne rote Trauben. Das ist meist reiner Chardonnay, vorgeschrieben ist es aber nicht: Auch Arbane, Petit Meslier, Pinot Blanc und Pinot Gris sind weiße Champagner-Sorten und dürfen in einem Blanc de Blancs stecken. Dieselbe Traube trägt auch viele Crémants und deutsche Sekte. Bei genuss7 steht dafür vor allem die Sektkellerei Kessler aus Esslingen, deren Hochgewächs Chardonnay Brut reiner Chardonnay ist und nach der traditionellen Flaschengärung zwanzig Monate auf der Hefe reift.
Kalifornien
Die Rebe ist die meistgepflanzte weiße Sorte Kaliforniens und steht dort auf rund 33.700 Hektar, unter allen Weinsorten nur von Cabernet Sauvignon übertroffen. Die kühlen Zonen mit Nebeleinfluss, Russian River Valley, Carneros, Santa Barbara und Monterey, liefern die spannenderen Weine, weil die Nächte dort die Säure erhalten. Der breite, buttrige Stil mit viel neuem Holz kommt eher aus den wärmeren Lagen des Central Valley. Beide Richtungen findest du bei uns unter Chardonnay aus den USA, von Häusern wie Wente, Beringer, Hess und Robert Mondavi.
Australien und Neuseeland
Australien hat rund 21.400 Hektar davon und ist damit nach Frankreich und den USA der drittgrößte Erzeuger. Der Ruf der wuchtigen Holzbombe stammt aus einer Zeit, die dort längst vorbei ist: Wine Australia beschreibt selbst die Abkehr davon, weniger neues Holz, größere Fässer, dazu unverholzte Weine. Die feineren Herkünfte sind Margaret River, Yarra Valley, Adelaide Hills und Mornington Peninsula. Neuseeland kommt auf knapp 2.900 Hektar, an dritter Stelle hinter Sauvignon Blanc und Pinot Noir, mit Schwerpunkten in Hawke's Bay, Gisborne und Marlborough. Verlässlicher als das Herkunftsland ist auch hier die Angabe zum Ausbau.
Italien und Südtirol
In Südtirol ist die Sorte mit rund 690 Hektar und zwölf Prozent der Rebfläche die flächenstärkste Einzelsorte überhaupt. Die Höhenlagen zwischen Etschtal und Mittelgebirge geben den Weinen eine Frische, die sonst nördlicheren Gebieten vorbehalten ist, und die großen Kellereien und Genossenschaften bauen ihre Spitzenweine im Holzfass aus. Weiter südlich, in Apulien und Sizilien, fällt sie saftiger und wärmer aus, oft als Cuvée mit Fiano oder Vermentino. Beides findest du unter Chardonnay aus Italien.
Chardonnay aus Deutschland
In Deutschland ist Chardonnay erst seit Anfang der Neunzigerjahre für den Qualitätswein zugelassen, also viel kürzer als Riesling oder Weißburgunder. Heute stehen rund 2.900 Hektar im Boden, gut 1.000 davon in Rheinhessen, knapp 1.000 in der Pfalz, dazu Baden mit dem Kaiserstuhl. Das reicht für Rang fünf unter den weißen Sorten. Weil deutsche Lagen kühler sind, bleibt mehr Säure im Wein, und viele Betriebe arbeiten mit gebrauchtem Holz statt mit neuem. Namen aus unserem Sortiment: Knipser, Milch, Markus Pfaffmann, Emil Bauer, Dr. Heger, Wittmann und Bernhard Huber. Die ganze Auswahl steht unter Chardonnay aus Deutschland.
Österreich, Spanien, Chile und Südafrika
Österreich führt rund 1.930 Hektar davon, Schwerpunkte sind das Nordburgenland und die Steiermark. Dort heißt die Sorte traditionell Morillon, es ist dieselbe Rebe. In Spanien sitzt sie vor allem in Somontano, Katalonien und Navarra, und er ist eine der Grundsorten für Cava. Chile bringt ihn aus den kühlen Küstentälern Casablanca, Leyda und Limárí, wo der Humboldtstrom die Nächte kühlt, und liefert damit sehr viel Wein für wenig Geld: siehe Chardonnay aus Chile. In Südafrika ist sie nach Chenin Blanc und Sauvignon Blanc die dritte weiße Kraft, die feinsten kommen aus dem Hemel-en-Aarde-Tal bei Walker Bay.
Chardonnay ohne Alkohol
Chardonnay ist eine der wenigen Sorten, die ohne Alkohol noch erkennbar bleibt, weil Apfel-, Birnen- und Zitrusnoten den Entzug besser überstehen als feine Blumigkeit. Als alkoholfreier Wein darf sich ein Getränk bezeichnen, wenn es höchstens 0,5 Volumenprozent enthält. Besonders gut funktioniert die Sorte in der prickelnden Variante, weil Kohlensäure den fehlenden Alkohol ausgleicht: Der alkoholfreie Schaumwein aus Chardonnay ist bei uns eine der gefragtesten Flaschen im ganzen Segment.
Was zu Chardonnay passt
Ein schlanker Wein aus dem Stahltank geht zu Fisch, Meeresfrüchten, Spargel und hellem Geflügel. Je mehr Holz und Hefe im Spiel sind, desto kräftiger darf das Essen werden: Kalb in Rahmsauce, Poularde, Jakobsmuscheln, Hummer, Pilzgerichte und gereifter Hartkäse. Die klassischste Kombination im Winter ist Käsefondue, wo die Säure des Weins den geschmolzenen Käse auffangen muss, und dasselbe gilt für Raclette. Wovon wir abraten: Rindergulasch und alles lang Geschmorte mit Tomate und Paprika, das ist Rotweingebiet. Und zum Dessert taugt ein trockener Chardonnay nicht, gegen die Süße der Speise wirkt er dünn und sauer.
Servieren und aufbewahren
Junge, leichte Weine kommen bei 9 bis 11 Grad ins Glas, reife und holzgereifte bei 11 bis 13. Zu kalt serviert verschließt sich gerade der Holzfassausbau, dann schmeckst du nur noch die Säure. Nimm ein bauchiges Burgunderglas statt eines schmalen Weißweinkelchs, das gibt den Röst- und Hefenoten Platz. Einfache Weine trinkst du innerhalb von zwei bis drei Jahren, Ortsweine aus dem Burgund und gute deutsche Lagenweine halten fünf bis zehn, die großen Namen deutlich länger. Gelagert wird liegend, kühl und dunkel.
Chardonnay bei genuss7
Wir führen die Sorte in allen Stilen: leichte Stahltankweine für den Sommer, holzgereifte Lagenweine, Cuvées mit Weißburgunder oder Sauvignon Blanc, Sekt und Champagner sowie entalkoholisierte Varianten. Nutze die Filter für Geschmack, Land, Region und Preis. Wenn du es leichter und geradliniger magst, sieh dir den Pinot Grigio an, und für den Überblick über alle weißen Sorten unsere Weißwein-Auswahl. Ausführlich zur Rebsorte selbst steht es in unserem Weinlexikon.
Häufige Fragen zu Chardonnay
Was ist Chardonnay?
Chardonnay ist eine weiße Rebsorte aus dem Burgund, benannt nach einem Dorf im Mâconnais. Sie entstand aus einer Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc und wird heute in über vierzig Ländern angebaut.
Ist Chardonnay trocken oder lieblich?
Die allermeisten Chardonnays sind trocken. Liebliche und restsüße Varianten gibt es, sie sind aber die Ausnahme. Die Geschmacksangabe steht bei jedem Wein im Shop und lässt sich als Filter setzen.
Wie schmeckt Chardonnay?
Aus kühlen Herkünften nach grünem Apfel, Birne, Zitrone und Quitte, aus warmen nach Pfirsich, Melone und Ananas. Ausbau im Holzfass bringt Vanille und Toast dazu, ein langes Hefelager Brioche und geröstete Nuss.
Warum schmecken manche Chardonnays nach Butter?
Verantwortlich ist Diacetyl, ein Stoff, der beim biologischen Säureabbau entsteht, wenn Milchsäurebakterien die Äpfelsäure des Weins umwandeln. In Chardonnay fällt er schon in sehr geringen Mengen auf. Vom Holz kommen dagegen Vanille und Röstaromen.
Gibt es Chardonnay als Rotwein?
Nein. Chardonnay ist eine weiße Traube und ergibt Weißwein, Sekt und Champagner. Rot wird er auch dann nicht, wenn er im Holzfass ausgebaut wurde.
Was bedeutet Blanc de Blancs?
Ein Blanc de Blancs ist ein Schaumwein ohne rote Trauben. In der Champagne ist das meist reiner Chardonnay, zulässig sind aber auch Arbane, Petit Meslier, Pinot Blanc und Pinot Gris.
Wie viele Kalorien hat Chardonnay?
Ein trockener Chardonnay mit 12 Volumenprozent kommt auf rund 70 Kilokalorien je 100 Milliliter, mit 13,5 Volumenprozent auf rund 80. Den größten Anteil macht der Alkohol aus, nicht der Zucker.
Bei welcher Temperatur trinkt man Chardonnay?
Junge, leichte Weine bei 9 bis 11 Grad, reife und im Holzfass ausgebaute bei 11 bis 13 Grad. Zu kalt serviert zeigt ein holzgereifter Chardonnay kaum noch Aroma.
Gibt es Chardonnay ohne Alkohol?
Ja, sowohl als stillen Wein wie als Schaumwein. Alkoholfrei darf sich ein Getränk nennen, wenn es höchstens 0,5 Volumenprozent enthält.