Garnacha aus Spanien kaufen

Garnacha kaufen: spanische Grenache aus Priorat, Aragón und Navarra
Garnacha heißt in Frankreich Grenache und auf Sardinien Cannonau. Es ist dieselbe Rebsorte, und sie stammt aus Aragonien im Nordosten Spaniens. Unten findest du unsere Garnacha-Weine, darunter Rotweine aus alten Reben, Cuvées mit Syrah oder Cariñena und trockene Rosados.
Wenn du wissen willst, wie Garnacha schmeckt und wodurch sich die Anbaugebiete unterscheiden, steht das unter den Weinen.
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Garnacha, Grenache, Cannonau: eine Rebsorte mit vielen Namen
Kaum eine Rebsorte trägt so viele Namen wie diese. In Spanien heißt sie Garnacha, auf Katalanisch Garnatxa, in Frankreich Grenache, auf Sardinien Cannonau und in Teilen Italiens Alicante. Dahinter steckt jedes Mal dieselbe Pflanze. Die Namensvielfalt erzählt, wie weit die Sorte gewandert ist: vom spanischen Nordosten über das westliche Mittelmeer bis nach Australien und Kalifornien. Wer im Weinregal nach Grenache sucht und Garnacha findet, hat also nichts verpasst.
Woher die Garnacha kommt
Der Ursprung liegt in Aragonien, der Region zwischen Ebro und Pyrenäen im Nordosten Spaniens. Von dort verbreitete sich die Sorte entlang der Mittelmeerküste nach Katalonien, weiter nach Südfrankreich und auf die Inseln. Trockenheit und Hitze machen ihr wenig aus, tiefe Wurzeln holen Wasser aus kargen Böden. Genau deshalb steht sie heute dort, wo andere Sorten Mühe hätten: auf Schiefer, Kalkgeröll und Sand, oft ohne Bewässerung und oft als freistehender Buschrebe ohne Drahtrahmen.
Garnacha in Spanien: fünf Regionen, fünf Handschriften
Die spanischen Garnacha-Gebiete unterscheiden sich stärker, als der gemeinsame Sortenname vermuten lässt.
Priorat in Katalonien liefert die konzentriertesten Weine. Die Reben stehen auf Llicorella, einem Schieferboden, an Hängen, die teils nur von Hand zu bearbeiten sind. Die Erträge sind winzig, die Weine dunkel, mineralisch und lagerfähig, meist als Cuvée mit Cariñena. Montsant umschließt das Priorat und macht stilistisch Ähnliches zu deutlich niedrigeren Preisen. Campo de Borja in Aragonien nennt sich selbst das Reich der Garnacha und ist die Adresse für kräftige Rotweine aus alten Reben zum kleinen Geld. Navarra ist vor allem für Rosados aus Garnacha bekannt, kräftig in der Farbe und trocken ausgebaut. In der Rioja schließlich ist Garnacha die zweite Sorte hinter Tempranillo: Sie bringt Fülle und Frucht in die Cuvée, die traditionell noch Graciano und Mazuelo enthält. Wie diese Cuvées aufgebaut sind, steht ausführlich bei den Weinen aus der Rioja und den Weinen aus Tempranillo.
Grenache in Frankreich: die Basis der südlichen Rhône
In der südlichen Rhône ist Grenache die tragende Sorte. Châteauneuf-du-Pape darf offiziell aus einem guten Dutzend Sorten bestehen, in der Praxis dominiert Grenache die meisten Weine. Die berühmte Kurzformel GSM steht für Grenache, Syrah und Mourvèdre: Grenache liefert Frucht, Wärme und Alkohol, Syrah bringt Pfeffer und dunkle Farbe, Mourvèdre steuert Gerbstoff und Struktur bei. Im Languedoc-Roussillon wächst Grenache auf großer Fläche und geht dort auch Cuvées mit Merlot, Cinsault oder Carignan ein. Und die trockenen Rosés der Provence und von Tavel bestehen zu großen Teilen aus Grenache.
Cannonau auf Sardinien
Auf Sardinien heißt die Sorte Cannonau und stellt einen großen Teil der Rebfläche der Insel. Cannonau di Sardegna ist meist reinsortig, kräftiger im Alkohol als die spanischen Vertreter und häufig mit einer kräuterigen Note, die man auf der Insel Macchia zuschreibt. Die Riserva-Abfüllungen reifen länger im Holz. Auch Rosato aus Cannonau ist verbreitet.
Garnacha in der Neuen Welt
In Australien stehen im Barossa Valley und in McLaren Vale sehr alte, wurzelechte Grenache-Stöcke, die zu den ältesten der Welt zählen. Sie ergeben dichte, fruchtbetonte Rotweine, oft als GSM. In Kalifornien haben Winzer, die sich selbst Rhône Rangers nennen, die Sorte aus dem Massenweinbau geholt und arbeiten heute mit kühleren Lagen an der Central Coast. Dazu kommen Pflanzungen in Chile und in Mendoza.
Wie Garnacha schmeckt
Garnacha hat eine dünne Beerenhaut. Daraus folgt fast alles: die eher helle, granatrote Farbe, das moderate Tannin und die niedrige Säure. Was sie dafür mitbringt, ist Zucker, und daraus wird Alkohol, meist zwischen 13,5 und 15 Volumenprozent. Junge Garnacha schmeckt nach Erdbeere, Himbeere und Kirsche, oft mit einem Anflug von Kräutern und weißem Pfeffer. Mit Fassreife kommen Pflaume, getrocknete Früchte, Leder und Tabak dazu. Wer Rotwein mit viel Gerbstoff sucht, greift eher zu Tempranillo oder Cabernet. Wer Frucht und Wärme ohne kratzendes Tannin will, ist bei Garnacha richtig. Mehr zum Zusammenhang von Gerbstoff und Geschmack steht bei den Rotweinen.
Alte Reben machen den Unterschied
Bei kaum einer Sorte ist das Rebalter so deutlich im Glas zu schmecken. Junge Garnacha-Stöcke tragen viel und liefern dünne, süßliche Weine. Alte Stöcke tragen wenig, und die wenigen Trauben sind konzentriert. Auf spanischen Etiketten steht dafür Viñas Viejas oder Viña Vieja, in Frankreich Vieilles Vignes. Ein gesetzliches Mindestalter gibt es dafür in Spanien nur in einzelnen Herkünften, der Begriff allein ist also kein Beweis. Er ist aber ein guter Hinweis darauf, worauf der Erzeuger Wert legt.
Garnacha Blanca, Garnacha Gris und Rosado
Neben der roten Garnacha Tinta gibt es zwei Farbmutationen derselben Sorte. Garnacha Blanca ergibt gehaltvolle Weißweine mit gelber Frucht, Fenchel und wenig Säure, im Priorat und im Roussillon oft im Holz ausgebaut. Garnacha Gris ist seltener und liefert Weißweine mit kupfrigem Schimmer. Rosado aus roter Garnacha ist eine eigene Kategorie: In Navarra und Aragonien wird er kräftig gefärbt und trocken ausgebaut, mit Erdbeere, Himbeere und einer leichten Würze. Weitere trockene Roséweine findest du unter Rosé.
Nicht verwechseln: Garnacha und Garnacha Tintorera
Garnacha Tintorera klingt nach einer Spielart der Garnacha, ist aber eine eigene Sorte: Alicante Bouschet, eine Kreuzung aus dem 19. Jahrhundert, an der Grenache beteiligt war. Der Unterschied ist im Glas sofort sichtbar. Alicante Bouschet ist eine Färbertraube mit rotem Fruchtfleisch und ergibt tiefdunkle, kräftige Weine, während Garnacha hell und granatrot bleibt. Angebaut wird Garnacha Tintorera vor allem in Almansa und Alicante. Wer nach Garnacha sucht und Garnacha Tintorera bekommt, hat also einen deutlich anderen Wein im Glas. Eine zweite Nachkommin ist Marselan, eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Grenache, die im Languedoc und in Spanien vor allem in Cuvées auftaucht.
Was zu Garnacha passt
Die Kombination aus reifer Frucht, weichem Tannin und niedriger Säure macht Garnacha zum Begleiter für alles Herzhafte vom Grill und aus dem Schmortopf: Lamm, Rind, Chorizo und andere geräucherte Wurst, Eintöpfe mit Bohnen, gefüllte Paprika, Auberginen aus dem Ofen, mittelalte Käse. Weil das Tannin nicht dominiert, verträgt sie auch Gemüsegerichte auf Tomatenbasis besser als viele andere Rotweine. Serviere sie bei 14 bis 16 Grad, also spürbar kühler als Zimmertemperatur, sonst tritt der Alkohol in den Vordergrund. Rosado aus Garnacha gehört mit 8 bis 10 Grad ins Glas und passt zu Tapas, Reisgerichten und gegrilltem Gemüse.
Garnacha auf einen Blick
| Weitere Namen | Grenache, Grenache Noir, Garnatxa, Garnacha Tinta, Cannonau, Alicante |
| Herkunft | Aragonien, Nordostspanien |
| Spanische Gebiete | Priorat, Montsant, Campo de Borja, Cariñena, Calatayud, Navarra, Rioja, Terra Alta, Somontano, Méntrida |
| Außerhalb Spaniens | Südliche Rhône, Languedoc-Roussillon, Provence, Sardinien, Sizilien, Apulien, Barossa Valley, McLaren Vale, Kalifornien, Chile, Mendoza |
| Reifezeit | spät, Lese meist September bis Oktober |
| Farbe | Rot: helles Granatrot. Rosado: Lachs bis Kirschrot. Weiß: Strohgelb |
| Säure | niedrig |
| Tannin | moderat |
| Alkohol | meist 13,5 bis 15 Volumenprozent |
| Aromen rot | Erdbeere, Himbeere, Kirsche, Pflaume, Granatapfel, weißer Pfeffer, Kräuter, mit Reife Leder und Tabak |
| Aromen Rosado | Erdbeere, Himbeere, Kirsche, Zitrus |
| Aromen weiß | gelbe Steinfrucht, Zitrus, Fenchel, weiße Blüten |
| Ausbau | Stahl für jungen Stil, Barrique oder großes Holz für Reserva-Stil |
| Trinktemperatur | Rot 14 bis 16 Grad, Rosado und Weiß 8 bis 10 Grad |

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Häufige Fragen zu Garnacha und Grenache
Sind Garnacha und Grenache dieselbe Rebsorte?
Ja. Garnacha ist der spanische Name, Grenache der französische. Auf Katalanisch heißt sie Garnatxa, auf Sardinien Cannonau, in Teilen Italiens Alicante. Es handelt sich um dieselbe Pflanze, die Weine unterscheiden sich durch Boden, Klima und Ausbau, nicht durch die Sorte.
Wie schmeckt Garnacha?
Nach roten Beeren, vor allem Erdbeere, Himbeere und Kirsche, dazu Kräuter und weißer Pfeffer. Die Säure ist niedrig, das Tannin moderat, der Alkohol vergleichsweise hoch. Gereifte Weine aus dem Holzfass zeigen zusätzlich Pflaume, getrocknete Früchte, Leder und Tabak.
Ist Garnacha trocken oder süß?
Fast alle Garnacha-Weine sind trocken ausgebaut. Weil die Sorte viel reife Frucht und wenig Säure hat, wirkt sie am Gaumen trotzdem weich und füllig. Das wird oft als Süße wahrgenommen, obwohl kaum Restzucker im Wein ist.
Woher stammt die Garnacha?
Aus Aragonien im Nordosten Spaniens. Von dort ging sie nach Katalonien, weiter nach Südfrankreich, auf Sardinien und später nach Australien, Kalifornien und Südamerika.
Gibt es Garnacha auch als Rosé oder Weißwein?
Ja, beides. Rosado aus roter Garnacha ist besonders in Navarra und Aragonien verbreitet und wird trocken ausgebaut. Für Weißwein gibt es zwei Farbmutationen derselben Sorte: Garnacha Blanca und die seltenere Garnacha Gris.
Was ist der Unterschied zwischen Garnacha und Garnacha Tintorera?
Trotz des Namens sind das zwei verschiedene Sorten. Garnacha Tintorera ist der spanische Name für Alicante Bouschet, eine Kreuzung, an der Grenache beteiligt war. Sie hat rotes Fruchtfleisch und ergibt tiefdunkle, kräftige Weine, während echte Garnacha hell und granatrot bleibt.
Wofür steht die Abkürzung GSM?
Für Grenache, Syrah und Mourvèdre, die klassische Cuvée der südlichen Rhône. Grenache liefert Frucht und Wärme, Syrah dunkle Farbe und Pfeffer, Mourvèdre Gerbstoff und Struktur. In Australien wird dieselbe Kombination ebenfalls GSM genannt.
Gibt es Cuvées aus Grenache und Merlot?
Ja, vor allem im Languedoc-Roussillon. Merlot bringt weiche Textur und dunkle Frucht, Grenache Wärme und rote Beeren. Solche Cuvées laufen meist als IGP Pays d'Oc und sind unkomplizierte, fruchtbetonte Rotweine. In Spanien ist die Kombination unüblich, dort wird Garnacha eher mit Tempranillo, Cariñena oder Syrah verschnitten.
Wie viel Alkohol hat ein Garnacha?
Meist zwischen 13,5 und 15 Volumenprozent. Die Sorte reift spät und sammelt in warmen Lagen viel Zucker an, der bei der Gärung zu Alkohol wird. Genau deshalb lohnt es sich, sie kühler zu servieren.
Bei welcher Temperatur trinkt man Garnacha?
Roten Garnacha bei 14 bis 16 Grad. Zu warm serviert wirkt er alkoholisch und schwer. Rosado und Weißwein aus Garnacha gehören mit 8 bis 10 Grad ins Glas.
Was passt zu Garnacha?
Gegrilltes Lamm und Rind, Chorizo und geräucherte Wurst, Schmorgerichte, Eintöpfe mit Bohnen, gefüllte Paprika, Auberginen aus dem Ofen und mittelalte Käse. Weil das Tannin moderat bleibt, funktioniert Garnacha auch zu Gemüsegerichten auf Tomatenbasis.
Wie lange kann man Garnacha lagern?
Junge, im Stahl ausgebaute Garnacha trinkst du am besten in den ersten Jahren, solange die Frucht frisch ist. Weine aus alten Reben und aus Lagen wie dem Priorat, besonders mit Fassreife, gewinnen dagegen über mehrere Jahre an Tiefe.
