Süßen und lieblichen Wein kaufen

Was süßen und lieblichen Wein ausmacht
Bei süßem und lieblichem Wein bleibt ein Teil des Traubenzuckers im Wein, statt ganz zu Alkohol zu vergären. Hier stehen süße Weißweine wie Riesling und Moscato, fruchtige Rosés und weiche Rotweine nebeneinander. Sie schmecken milder und runder als trocken, sind aber noch kein Dessertwein.
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Süß, lieblich oder halbtrocken: was auf dem Etikett steht
Die Geschmacksangaben auf dem Etikett sind gesetzlich an den Restzucker gebunden. Trocken bedeutet höchstens 4 Gramm Restzucker je Liter, halbtrocken bis 12 Gramm, lieblich bis 45 Gramm, und alles darüber darf sich süß nennen. Bei trocken und halbtrocken gibt es eine Ausnahme für Weine mit viel Säure, dort sind ein paar Gramm mehr erlaubt. Im Alltag sagt man zu allem mit spürbarer Restsüße einfach süßer Wein. Zwischen 20 und 45 Gramm liegen aber Welten, deshalb schmeckt der eine liebliche Riesling zart fruchtig und der nächste deutlich süß. Die Unterschiede erklären wir im Magazin ausführlich unter trocken, halbtrocken oder lieblich. Die reine Begriffsdefinition steht im Weinlexikon unter lieblich.
Süßer Weißwein: welche Weißweine sind süß?
Süßer Weißwein lebt vom Zusammenspiel aus Zucker und Säure. Ein Riesling mit kräftiger Säure schmeckt mit 30 Gramm Zucker frisch und saftig, derselbe Zuckerwert in einem säurearmen Wein wirkt pappig. Deshalb kommen viele gute süße Weißweine aus Riesling, etwa der Rheingau Riesling Kabinett fruchtsüß von Robert Weil oder die Schäferlay Riesling Spätlese vom Weingut Walter an der Mosel. Moscato ist der zweite Klassiker: duftig, leicht im Alkohol und oft leicht perlend, bei uns etwa der Moscato Sicilia von Doppio Passo, der Moscato von Barefoot und der Moscato Frizzante von Capel. Aus Frankreich kommt der Rooftop Blanc Moelleux, aus dem Elsass ein Gewürztraminer von André Stentz. Typisch sind Pfirsich, Aprikose, Honig und Zitrus, bei den Muskatsorten ein deutlich blumiger Ton.
Sehr süßer Wein
Richtig süß wird es ab 45 Gramm Restzucker. Dazu gehören viele Moscato Frizzante, Riesling Spätlesen mit viel Restsüße und Rosés wie der Sissi & Franz Royal nobel und süß von Christoph Hammel. Diese Weine trinkst du gut gekühlt, sie passen zu Desserts oder ganz allein. Noch süßer sind Auslese, Beerenauslese, Sauternes oder Portwein. Sie gelten als Dessertweine und stehen bei den Süßweinen und Dessertweinen.
Süßer und lieblicher Rotwein
Roter Wein mit Restsüße wirkt vor allem deshalb so zugänglich, weil der Zucker das Tannin abpuffert. Was bei einem trockenen Rotwein am Gaumen zieht und trocknet, wird hier weich und rund. Typisch sind dunkle Fruchtaromen, Kirsche, Pflaume, manchmal ein Hauch Schokolade. Achte trotzdem auf die Säure: Ein süßer Rotwein ohne Säure schmeckt schnell wie Saft. Etwas trockener, aber noch mit spürbarer Fruchtsüße, wird es bei den halbtrockenen Rotweinen.
Liebliche Rotweine aus Italien
Nach lieblichem italienischem Rotwein wird besonders oft gesucht. Der italienische Süden liefert Trauben mit so viel Reife, dass die Weine auch dann füllig und fruchtsüß wirken, wenn sie technisch gar nicht lieblich sind. Bei Weinen aus angetrockneten Trauben, dem Appassimento-Verfahren, kommt echte Restsüße dazu: Die Trauben verlieren Wasser, Zucker und Aromen konzentrieren sich. Aus Apulien kommt in dieser Machart der Primitivo, aus der Emilia der leicht perlende Lambrusco amabile, bei uns etwa der Primabolla von Cantina Puianello.
Diese Rebsorten ergeben süße Weine
Bei Weiß führt Riesling die Liste an, weil er Süße und Säure wie kaum eine andere Sorte in Balance hält. Gewürztraminer bringt Rosenblüte und Litschi mit und wirkt schon von sich aus süßlich. Moscato und Muskateller sind die blumigsten, oft leicht im Alkohol. Dazu kommen Scheurebe und Huxelrebe. Bei Rot sind es Dornfelder, Portugieser, Regent und die italienischen Macharten. Die Rebsorte legt aber nicht fest, ob ein Wein süß wird. Das entscheidet der Winzer im Keller, wenn er die Gärung stoppt. Es gibt trockenen Moscato und lieblichen Spätburgunder.
Guter süßer Wein: worauf du achtest
Süße Weine haben einen schlechten Ruf aus einer Zeit, in der süß vor allem billig hieß. Das Merkmal für Qualität ist bis heute dasselbe: Steht der Süße etwas gegenüber? Ein guter süßer Weißwein hat Säure, die den Zucker trägt, und einen Nachhall, der nicht sofort abbricht. Ein schlechter schmeckt in den ersten zwei Sekunden angenehm und danach nach nichts. Eine Lagen- oder Gemeindeangabe auf dem Etikett spricht für sorgfältige Arbeit. Liegt der Alkohol sehr niedrig, wurde die Gärung früh gestoppt, der Wein ist dann leicht und deutlich süß. Bei 12 Volumenprozent und mehr ist die Süße meist dezenter eingebunden. Unsere Empfehlung für den Einstieg: ein Riesling Kabinett aus Rheingau oder Mosel.
Süßer Wein für Einsteiger
Wer mit Wein anfängt, landet oft bei den süßen, und das ist sinnvoll. Süße nimmt die Ecken und Kanten heraus, an denen sich ungeübte Gaumen stoßen: Tannin, Säure, Bitterkeit. Ein lieblicher Weißwein mit Muskatton oder ein weicher roter Appassimento sind der einfachste Einstieg. Von dort führt der Weg meistens über halbtrocken zu trocken. Wenn dir süß schmeckt, ist süß richtig.
Wozu süße Weine passen
Die stärkste Kombination ist süßer Weißwein zu scharfem Essen. Was Chili im Mund anrichtet, fängt Restsüße zuverlässig ab, während ein trockener Wein die Schärfe noch verstärkt. Thai-Curry, Szechuan-Küche und indische Gerichte sind die klassischen Partner. Genauso gut funktioniert süßer Wein zu kräftigem Blauschimmelkäse. Zu Kuchen und Dessert gilt: Der Wein muss süßer sein als die Nachspeise, sonst wirkt er sauer. Liebliche Rotweine passen zu Wild mit Fruchtsauce, zu Ente und zu Gerichten mit Rotkohl oder Preiselbeeren.
Richtig servieren und aufbewahren
Süße Weißweine und Rosés gehören kalt ins Glas, 8 bis 10 Grad, sonst wirkt die Süße schwer. Liebliche Rotweine trinkst du besser kühler als trockene, 14 bis 16 Grad reichen. Angebrochen halten sie sich gut, verschlossen im Kühlschrank sind drei bis vier Tage kein Problem. Zum Lagern taugen die meisten lieblichen Weine nicht, sie sind auf frische Frucht gebaut und sollten jung getrunken werden.
Probiert und beraten
Jeden Wein auf dieser Seite haben wir selbst probiert. Welcher zu deinem Essen passt, sagen wir dir gern am Telefon, montags bis freitags von 9 bis 16:30 Uhr unter 07031 463 86 42.
Häufige Fragen zu süßem und lieblichem Wein
Welcher Weißwein ist süß?
Am häufigsten Riesling, Moscato, Gewürztraminer, Muskateller und Scheurebe. Entscheidend ist aber der Ausbau, jede dieser Sorten gibt es auch trocken. Verlass dich auf die Geschmacksangabe auf dem Etikett.
Ist lieblicher Wein süß?
Ja, aber nicht so süß wie ein Dessertwein. Lieblich bedeutet bis 45 Gramm Restzucker je Liter, erst darüber heißt ein Wein süß. Am unteren Ende der Spanne schmeckt ein lieblicher Wein eher fruchtig als süß.
Was ist ein sehr süßer Wein?
Ein Wein mit mehr als 45 Gramm Restzucker je Liter, etwa viele Moscato Frizzante oder Riesling Spätlesen mit viel Restsüße. Noch süßer sind Dessertweine wie Auslese, Beerenauslese oder Portwein.
Wie nennt man süßen Wein?
Auf dem Etikett steht halbtrocken, lieblich oder süß, je nach Restzucker. Bei deutschen Rieslingen liest man auch fruchtsüß oder feinherb. Sehr süße Weine zum Nachtisch heißen Dessertwein oder Süßwein.
Welcher Rotwein ist süß?
Süß oder lieblich ausgebaut werden vor allem Dornfelder, Portugieser und Regent aus Deutschland sowie Lambrusco amabile und dolce aus Italien. Dazu kommen Appassimento-Weine aus Apulien, die durch angetrocknete Trauben süßlich wirken.
Welcher Wein eignet sich für Einsteiger?
Ein lieblicher Weißwein mit Muskatton, ein Riesling Kabinett oder ein weicher, fruchtiger Rotwein. Restsüße nimmt Tannin und Säure die Härte.
Was ist der Unterschied zwischen lieblich und Süßwein?
Lieblicher Wein ist ein Wein für das ganze Essen oder den Abend. Süßwein und Dessertwein wie Auslese, Beerenauslese, Portwein oder Sauternes haben ein Vielfaches an Restzucker, kommen ins kleine Glas und gehören zum Nachtisch.
Woran erkenne ich einen guten süßen Wein?
An der Säure. Sie trägt die Süße und hält den Wein frisch. Ein Hinweis auf Lage oder Gemeinde spricht ebenfalls für Qualität.
