Wein aus Deutschland

Deutscher Wein: Riesling, Burgunder und Rotwein aus 13 Anbaugebieten
Zwischen Ahr und Bodensee wachsen Weine, die vom kühlen Klima leben: klare Frucht, tragende Säure, meist moderater Alkohol. Bei uns findest du Riesling von der Mosel, Burgundersorten aus Baden und der Pfalz, Silvaner aus Franken und Rheinhessen sowie Spätburgunder, Lemberger und Dornfelder aus dem Süden. Sortiert nach Rebsorte, Gebiet und Geschmacksrichtung, damit du nicht erst durchprobieren musst.
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Wein aus Deutschland: Gebiete, Rebsorten und Stile
Was deutschen Wein ausmacht
Deutschland liegt am nördlichen Rand des europäischen Weinbaus. Die Trauben reifen langsamer als im Süden, und genau das prägt den Stil: Die Säure bleibt erhalten, die Aromen bleiben klar, der Alkohol steigt nicht so hoch wie in Spanien oder Süditalien. Trockene Weißweine bleiben hier meist unter dem Alkoholgehalt vergleichbarer Südweine, fruchtsüße Weine deutlich darunter. Deshalb funktionieren deutsche Weine gut zum Essen: Sie tragen ein Gericht, ohne es zu überdecken. Auf rund 102.000 Hektar verteilt sich der Anbau auf 13 Gebiete, und gut zwei Drittel der Fläche stehen unter weißen Sorten.
Die weißen Rebsorten
Die wichtigste Sorte ist mit Abstand der Riesling: knapp ein Viertel der deutschen Rebfläche, und die Sorte, für die deutscher Wein international steht. Er reift spät, behält seine Säure und zeigt je nach Boden Apfel, Pfirsich oder Zitrus. Dahinter folgen Müller-Thurgau, der unter dem Namen Rivaner meist trocken ausgebaut wird, und die Burgunderfamilie: Grauburgunder mit Birne und etwas mehr Fülle, Weißburgunder zurückhaltender und säurefrischer. Dazu kommen der Silvaner, der ohne laute Aromatik auskommt und deshalb zu Spargel und Fisch so gut passt, sowie zwei Aromasorten: die in Rheinhessen gezüchtete Scheurebe mit Cassis und Grapefruit und der Sauvignon Blanc, der in Deutschland inzwischen ernsthafte Flächen belegt.
Rotwein aus Deutschland
Knapp ein Drittel der Rebfläche ist rot bestockt, und die Qualität hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Wichtigste Sorte ist der Spätburgunder, international Pinot Noir: helle Farbe, Kirsche und Waldbeere, feiner Gerbstoff statt Wucht. Deutschland gehört bei dieser Sorte zu den größten Anbauländern der Welt. Der Dornfelder liefert dunkle Farbe und Sauerkirsche bei rundem Gerbstoff und ist der Einstieg in deutschen Rotwein. In Württemberg dominieren Trollinger, der leicht und säurebetont bleibt, und Lemberger, der deutlich mehr Struktur und Pfeffernoten mitbringt. Der Portugieser ist gerbstoffarm und wird oft als Weißherbst oder Rosé ausgebaut. Wer schwere, holzbetonte Rotweine sucht, wird eher im Süden Europas fündig, deutscher Rotwein spielt seine Stärke in der Feinheit aus.
Die 13 Anbaugebiete im Überblick
Deutschland hat 13 bestimmte Anbaugebiete: Ahr, Baden, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Saale-Unstrut, Sachsen und Württemberg. Vier davon machen zusammen rund drei Viertel der Fläche aus, neun sind klein bis sehr klein. Die Unterschiede liegen weniger am Breitengrad als am Boden und an der Lage: Schiefer an der Mosel, Löss und Kalk in Rheinhessen, Buntsandstein und Muschelkalk in der Pfalz, Vulkangestein am Kaiserstuhl. Eine ausführliche Tour durch alle Gebiete findest du in unserem Überblick über die deutschen Weinbaugebiete.
Pfalz und Rheinhessen: die beiden größten
Rheinhessen ist mit rund 27.600 Hektar das größte deutsche Anbaugebiet. Es liegt im Dreieck zwischen Mainz, Bingen und Worms, die Böden sind Löss, Kalk und am Roten Hang zwischen Nierstein und Nackenheim rotes Gestein des Rotliegend. Riesling steht flächenmäßig vorn, Silvaner hat hier die größte Fläche Deutschlands. Alles dazu auf unserer Seite zu Wein aus Rheinhessen. Die Pfalz folgt mit rund 23.600 Hektar und hält zwei Rekorde gleichzeitig: Sie ist das größte Riesling-Anbaugebiet der Welt und das größte Rotweingebiet Deutschlands. Wenn du dich lieber über die Betriebe näherst als über die Rebsorte, hilft unsere Übersicht der Pfälzer Weingüter.
Baden und Württemberg: der warme Süden
Baden zieht sich über rund 15.100 Hektar vom Taubertal bis zum Bodensee und ist als einziges deutsches Gebiet der EU-Weinbauzone B zugeordnet, also derselben wie das Elsass oder die Loire. Auf gut 60 Prozent der Fläche stehen Burgundersorten, Spätburgunder ist die wichtigste. Am Kaiserstuhl sorgen Vulkangestein und Löss für die kräftigsten Weine der Region. Württemberg kommt auf rund 10.700 Hektar und ist eines der wenigen deutschen Gebiete mit Rotwein-Mehrheit. Trollinger und Lemberger prägen das Bild, Spätburgunder und Riesling stehen daneben.
Mosel, Rheingau und Nahe: Riesling in Steillagen
An der Mosel stehen auf rund 8.300 Hektar rund 90 Prozent weiße Sorten, Riesling allein auf mehr als der Hälfte. Die Steillagen auf Schiefer sind Handarbeit, und sie bringen besonders schlanke, säurebetonte Rieslinge hervor, trocken wie fruchtsüß. Der Rheingau ist mit rund 3.100 Hektar klein, aber auf gut drei Vierteln der Fläche steht Riesling, meist trocken und mit mehr Körper als an der Mosel. Die Nahe liegt mit rund 4.150 Hektar dazwischen und hat auf engem Raum besonders unterschiedliche Böden: Auf wenigen Kilometern wechseln Quarzit, Porphyr, Schiefer und Sandstein, und das schmeckt man von Ort zu Ort.
Franken, Ahr und die kleinen Gebiete
Franken bringt auf rund 6.000 Hektar vor allem Silvaner und Müller-Thurgau hervor, trocken ausgebaut und traditionell im Bocksbeutel abgefüllt. Die Ahr ist mit rund 530 Hektar winzig, aber zu fast 80 Prozent rot bestockt und damit das deutsche Spätburgunder-Gebiet schlechthin. Dazu kommen Saale-Unstrut und Sachsen als nördlichste Anbaugebiete Deutschlands, der Mittelrhein mit seinen Rieslingterrassen und die Hessische Bergstraße. Diese Gebiete produzieren wenig, und was sie produzieren, wird oft in der Region getrunken. Umso lohnender ist es, wenn eine Flasche den Weg in den Handel findet.
Trocken, feinherb oder lieblich
Kein anderes Weinland arbeitet so selbstverständlich mit Restsüße wie Deutschland. Die Angaben sind europäisch geregelt: Trocken bedeutet höchstens 4 Gramm Restzucker je Liter, bei entsprechend hoher Säure sind bis zu 9 Gramm zulässig. Halbtrocken reicht bis 12 Gramm, und wenn die Säure hoch genug ist, bis 18. Lieblich geht bis 45 Gramm, darüber beginnt süß. Feinherb ist rechtlich nicht definiert und liegt in der Praxis im halbtrockenen bis leicht lieblichen Bereich. Wichtig für die Kaufentscheidung: Restzucker allein sagt wenig. Ein Riesling mit 9 Gramm und kräftiger Säure schmeckt trockener als ein säurearmer Weißwein mit 6 Gramm.
Was auf dem Etikett steht
Die einfachste Stufe heißt Deutscher Wein, darüber steht der Landwein mit geschützter geografischer Angabe. Der Qualitätswein trägt eine geschützte Ursprungsbezeichnung und muss aus einem der 13 Anbaugebiete kommen. Beim Prädikatswein kommt der Reifegrad der Trauben bei der Lese dazu, in aufsteigender Reihenfolge: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese. Ein Prädikat sagt etwas über das Mostgewicht aus, nicht automatisch über den Geschmack, eine trockene Spätlese ist völlig üblich. Daneben gibt es die Herkunftspyramide aus Gebiets-, Regions-, Orts- und Lagenwein: je enger die Herkunft, desto strenger die Regeln. Erstes Gewächs und Großes Gewächs sind inzwischen bundesweit gesetzlich geregelte Bezeichnungen für trocken ausgebaute Lagenweine. Nutzen darf sie, wer die Vorgaben seines Anbaugebiets zu Lage, Rebsorte, Ertrag und Ausbau erfüllt.
Sekt, Bio und alkoholfrei
Die hohe Säure deutscher Grundweine ist ideal für Schaumwein, und Winzersekt aus Riesling oder Burgundersorten reift dabei in derselben Flasche, in der er später verkauft wird. Bio-Betriebe gibt es in allen Anbaugebieten, zertifizierte Flaschen erkennst du am EU-Bio-Logo und der Kontrollstellennummer, unser Bio-Sortiment ist danach sortiert. Und weil deutsche Weine ohnehin von Frucht und Säure leben und nicht von Alkohol, funktionieren sie entalkoholisiert besser als schwere Südweine. Als alkoholfrei darf ein Wein zusätzlich gekennzeichnet werden, wenn er höchstens 0,5 Volumenprozent enthält, die Auswahl steht bei alkoholfreiem Wein.
Was dazu passt, servieren und lagern
Trockener Riesling und Silvaner gehen zu Spargel, Fisch und hellem Fleisch, ein Riesling mit etwas Restsüße fängt die Schärfe asiatischer Küche ab. Grauburgunder und Weißburgunder passen zu Pilzen, Geflügel und Käse. Spätburgunder braucht keine Wildsauce, er funktioniert schon zu Ente, Lamm oder gebratener Forelle. Zu Vesper und Zwiebelkuchen ist ein Trollinger oder ein leichter Dornfelder richtig. Serviere trockene Weißweine bei 10 bis 12 Grad, fruchtsüße bei 9 bis 11, Spätburgunder bei 16 bis 18 Grad, einen leichten Trollinger oder Portugieser bei 14 bis 16. Zum Lagern sind 10 bis 12 Grad ideal, dunkel und ohne Temperatursprünge. Trockene Weine aus guten Lagen und fruchtsüße Prädikate gewinnen über Jahre, ein einfacher Gutswein trinkt sich dagegen jung am besten.
Deutscher Wein bei genuss7
Wir arbeiten überwiegend mit Familienbetrieben zusammen, viele davon aus der Pfalz, aus Rheinhessen und aus Württemberg, dazu einzelne Güter von der Mosel, aus dem Rheingau und von der Nahe. Du kannst nach Rebsorte einsteigen, nach Gebiet oder nach Geschmacksrichtung. Wenn du dir unsicher bist, ruf uns an oder schreib uns, wir sortieren dir eine Auswahl zusammen. Alle Flaschen aus Deutschland findest du auch quer über die Sortimente in unseren Kategorien Weißwein und Rotwein.

Häufige Fragen zu Wein aus Deutschland
Was zeichnet Wein aus Deutschland aus?
Deutschland liegt am nördlichen Rand des Weinbaus. Die Trauben reifen langsamer, dadurch bleiben Säure und Aroma erhalten und der Alkohol bleibt moderat. Typisch sind klare Frucht, eine tragende Säure und eine große Bandbreite von knochentrocken bis edelsüß.
Welche Rebsorten wachsen in Deutschland?
Bei Weiß sind es vor allem Riesling, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder, Silvaner, Scheurebe und Sauvignon Blanc. Bei Rot Spätburgunder, Dornfelder, Lemberger, Trollinger und Portugieser. Riesling ist mit knapp einem Viertel der Rebfläche die mit Abstand wichtigste Sorte.
Wie viele Anbaugebiete gibt es in Deutschland?
Es sind 13: Ahr, Baden, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Saale-Unstrut, Sachsen und Württemberg. Zusammen kommen sie auf rund 102.000 Hektar Rebfläche.
Welches ist das größte deutsche Anbaugebiet?
Rheinhessen mit rund 27.600 Hektar, gefolgt von der Pfalz mit rund 23.600 Hektar. Die Pfalz ist dafür das größte Riesling-Anbaugebiet der Welt und gleichzeitig das größte Rotweingebiet Deutschlands.
Ist deutscher Wein trocken oder süß?
Beides, und das ist kein Widerspruch. Der überwiegende Teil der Produktion ist heute trocken oder halbtrocken ausgebaut. Trocken heißt höchstens 4 Gramm Restzucker je Liter, bei hoher Säure bis 9 Gramm. Daneben gibt es die fruchtsüßen Prädikatsweine, für die Deutschland international bekannt ist.
Wie ist der Rotwein aus Deutschland?
Knapp ein Drittel der Rebfläche ist rot bestockt. Deutsche Rotweine sind meist heller in der Farbe, kühler in der Frucht und feiner im Gerbstoff als südeuropäische. Spätburgunder ist die Leitsorte, dazu kommen Dornfelder, Lemberger und Trollinger. Wer wuchtige, holzbetonte Rotweine sucht, wird eher in Spanien oder Italien fündig.
Was bedeutet Prädikatswein?
Ein Prädikatswein ist ein Qualitätswein, bei dem zusätzlich der Reifegrad der Trauben bei der Lese ausgewiesen wird. Die Stufen lauten aufsteigend Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese. Das Prädikat sagt etwas über das Mostgewicht aus, nicht über den Geschmack: Eine trockene Spätlese ist völlig üblich.
Woran erkennst du einen hochwertigen deutschen Wein?
An der Herkunftsangabe. Je enger die Herkunft auf dem Etikett gefasst ist, desto strenger sind die Regeln dahinter: Gebietswein, Regionswein, Ortswein, Lagenwein. Dazu kommen Hinweise wie Erstes Gewächs oder Großes Gewächs für trocken ausgebaute Lagenweine. Ein Erzeugername mit Ortsangabe statt einer reinen Handelsmarke ist ebenfalls ein gutes Zeichen.
