Weißherbst kaufen | Spätburgunder & Portugieser

Weißherbst kaufen: Rosé aus einer einzigen roten Rebsorte
Den Namen gibt es nur im deutschen Weinrecht, und er ist an Regeln geknüpft: eine rote Rebsorte, hell gekeltert, mindestens Qualitätswein. Meistens ist es Spätburgunder, oft Portugieser, und die Sorte steht immer mit auf dem Etikett. Unsere Auswahl reicht von knochentrocken bis lieblich.
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Grosser Spass im GlasWeingut Dr. Heger Baden, DeutschlandSpätburgunderTrocken
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Spätburgunder-Rosé von der NaheEmpfehlungWeingut Tesch Nahe, DeutschlandSpätburgunderTrocken
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Frucht purWeingut Bassermann-Jordan Pfalz, DeutschlandSpätburgunderTrocken
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13 Artikel
Weißherbst: was drinsteckt und wie er schmeckt
Was Weißherbst ist
Ein hell gekelterter Wein aus roten Trauben, und zwar mit engen Regeln. Das deutsche Weinrecht verlangt eine einzige rote Rebsorte und mindestens 95 Prozent hell gekelterten Most. Erlaubt ist der Name nur bei Qualitäts- und Prädikatswein, Landwein reicht nicht. Und die Rebsorte muss direkt neben dem Wort Weißherbst stehen, in derselben Schrift, Größe und Farbe. Das schreibt das Gesetz so vor. Du weißt bei diesem Wein also immer, welche Traube im Glas ist.
Wie er gemacht wird
Die roten Trauben werden direkt gepresst, ohne dass der Saft lange auf den Schalen steht. Der Farbstoff sitzt in der Beerenhaut, das Fruchtfleisch darunter ist hell. Je kürzer der Kontakt, desto blasser der Wein. Danach vergärt der Most wie ein Weißwein, kühl und meist im Edelstahl. Die Farbe reicht von Lachs bis helles Kirschrot, das hängt an der Sorte und am Winzer.
Weißherbst, Rosé, Blanc de Noir, Rotling
Vier Namen, ein Prinzip: wie lange der Saft auf den Schalen steht und was zusammen in die Presse kommt. Ein Rosé darf mehrere rote Sorten kombinieren und aus jeder Qualitätsstufe stammen, weiße Trauben dürfen aber auch dort nicht hinein. Beim Weißherbst muss der Winzer sich auf eine Sorte festlegen. Beim Blanc de Noir geht der Saft so schnell von den Schalen, dass der Wein am Ende weiß aussieht. Und der Rotling fällt ganz raus, weil dort rote und weiße Trauben zusammen gepresst werden. Als Faustregel wird es von Blanc de Noir über Weißherbst zum Rosé dunkler, verlassen solltest du dich darauf nicht.
Schillerwein, Badisch Rotgold, Schieler
Das sind die drei Rotlinge mit eigenem Namen, und alle drei sind streng geregelt. Schillerwein darf nur so heißen, wenn die Trauben komplett aus Württemberg stammen. Badisch Rotgold nur aus Baden, und dann muss zusätzlich Grauburgunder und Spätburgunder auf dem Etikett stehen. In Sachsen heißt derselbe Wein Schieler. Warum das kein Rosé ist, steht im Magazin unter Rotling ist kein Rosé.
Spätburgunder Weißherbst
Der meistgekaufte, mit Abstand. Spätburgunder bringt helle Kirsche und Himbeere mit, dazu eine Säure, die den Wein frisch hält. In Baden schmeckt er runder, an der Ahr straffer. Das ist keine Kleinigkeit, das sind zwei verschiedene Weine.
Portugieser Weißherbst
Das ist der Wein, den viele von der Terrasse kennen: weich, ohne Kanten, nichts, worüber man lange reden muss. Portugieser hat wenig Tannin und wirkt mild, deshalb wird er oft halbtrocken oder lieblich ausgebaut. Er wächst vor allem in der Pfalz und in Rheinhessen. Magst du es trocken und straff, nimm lieber den Spätburgunder.
Dornfelder, Schwarzriesling, Lemberger und Trollinger
Grundsätzlich geht jede rote Sorte, solange sie allein im Wein steckt. Dornfelder gibt mehr Farbe ab als Spätburgunder und schmeckt nach dunkleren Beeren. Schwarzriesling hat weniger Säure und wirkt dadurch weicher. In Württemberg findest du außerdem Lemberger und Trollinger in dieser Rolle. Dort ist ohnehin viel Rosafarbenes im Keller, allerdings vor allem Schillerwein, und der ist ein Rotling.
Woher er kommt
Das Wort steht nur auf deutschen Flaschen. Die Machart selbst gibt es überall, sie heißt nur anders: Süssdruck in der Schweiz, Vin gris in Frankreich. In Baden und der Pfalz hat der Weißherbst die längste Tradition, Rheinhessen liefert vor allem den Portugieser. Am Bodensee und im Markgräflerland gehört er zum Vesper wie das Brot.
Trocken, halbtrocken, lieblich
Hier findest du alle drei Geschmacksrichtungen nebeneinander. Verlass dich beim Kauf nicht auf die Farbe. Ein blasser Weißherbst kann lieblich sein und ein dunkler knochentrocken. Nutz den Filter in der Liste, der ist zuverlässiger als dein Auge.
Weißherbst aus Württemberg (Dieses Bild wurde mit Liebe und KI erstellet.)
Welchen nimmst du?
Zum Einstieg einen trockenen Spätburgunder Weißherbst aus Baden. Der geht zu fast allem, und du merkst sofort, ob dir die Machart liegt. Willst du es weicher, nimm einen halbtrockenen Portugieser aus der Pfalz. Und wenn du unschlüssig bist, bestell von beiden eine Flasche und trink sie am selben Abend nebeneinander. Der Unterschied ist deutlicher, als du denkst.
Servieren
Wir schenken ihn zwischen 8 und 10 Grad aus, also etwas kühler, als für Rosé üblicherweise empfohlen wird. Bei einem lieblichen darf es noch kälter sein, dann drückt die Süße weniger. Karaffe braucht er nicht, Keller auch nicht. Trink ihn in dem Jahr, in dem du ihn kaufst. Als Schorle machen wir ihn übrigens gern, die Frucht kommt auch mit Wasser noch durch. Mehr dazu bei den Weinschorlen.
Was dazu passt
Er passt zu allem Gebratenen, das deftig ist, ohne schwer zu sein. Wir trinken ihn zu Brathähnchen, Spanferkel, Schweinebraten und zur Wurstplatte. Zur Gans hat ein trockener Spätburgunder Weißherbst mehr Substanz als ein Weißwein und legt sich trotzdem nicht so schwer aufs Essen wie ein Rotwein. Auch Flammkuchen, Quiche und Sommersalate gehen. Bei einem lieblichen greif zu etwas Scharfem, die Restsüße fängt die Schärfe ab.
Häufige Fragen zu Weißherbst
Was ist Weißherbst für ein Wein?
Ein hell gekelterter Wein aus einer einzigen roten Rebsorte, mindestens auf Qualitätsweinniveau. Die Sorte muss mit auf dem Etikett stehen.
Ist Weißherbst ein Rosé?
Im Glas ja, auf dem Etikett nein. Weißherbst ist im Weinrecht ein eigener Begriff, deshalb darf Roséwein nicht danebenstehen.
Was ist der Unterschied zwischen Rosé und Weißherbst?
Ein Rosé darf mehrere rote Sorten kombinieren und aus jeder Qualitätsstufe stammen. Ein Weißherbst braucht eine einzige rote Sorte und mindestens Qualitätsweinniveau.
Was ist der Unterschied zwischen Weißherbst und Blanc de Noir?
Die Farbe. Beim Blanc de Noir wird der Saft so schnell abgetrennt, dass der Wein wie ein Weißwein aussieht. Der Weißherbst behält seine Röte.
Wie wird Weißherbst hergestellt?
Rote Trauben werden direkt gepresst, der Saft steht also nur kurz auf den Schalen. Danach vergärt er kühl wie ein Weißwein.
Aus welchen Rebsorten wird Weißherbst gemacht?
Meistens Spätburgunder, danach Portugieser und Schwarzriesling, seltener Dornfelder, Lemberger oder Trollinger. Immer nur eine Sorte pro Flasche.
Ist Weißherbst trocken oder lieblich?
Beides gibt es. Trocken kommt meist vom Spätburgunder, halbtrocken und lieblich eher vom Portugieser.
Bei welcher Temperatur serviert man Weißherbst?
Wir empfehlen 8 bis 10 Grad. Für Rosé werden offiziell 9 bis 13 Grad genannt, liebliche vertragen es kälter.