Spätburgunder - Pinot Noir

Spätburgunder kaufen: Pinot Noir aus Deutschland, Burgund und Übersee
Spätburgunder und Pinot Noir sind dieselbe Rebsorte, nur in zwei Sprachen. Sie ergibt hellere, feiner gebaute Rotweine als Cabernet oder Primitivo: rote Frucht statt dunkler Beeren, spürbare Säure, weiches Tannin. Zum Einsteigen nimm einen Gutswein aus Baden oder der Pfalz. Wenn dir die Sorte liegt, lohnt der Schritt zu den Lagenweinen von der Ahr oder zu einem Dorfwein aus Burgund.
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Spätburgunder: Namen, Geschmack, Herkunft
Eine Rebsorte, viele Namen
Wenn du Pinot Noir suchst und Spätburgunder findest, ist das kein Irrtum. Es ist dieselbe Rebe. Deutsch heißt sie Spätburgunder, französisch Pinot Noir, italienisch Pinot Nero. In Österreich und der Schweiz sagt man Blauburgunder, in Deutschland kennt man sie außerdem als Schwarzburgunder. Amtlich zugelassen ist hierzulande die Bezeichnung Blauer Spätburgunder, deshalb steht sie auf vielen Rückenetiketten.
Warum sie Spätburgunder heißt
Der deutsche Name meint die Reife. Die Sorte wird spät gelesen, oft erst im Oktober. Der französische Name geht anders vor: Er beschreibt vermutlich die Traubenform, dicht gepackt wie ein Kiefernzapfen. Aus derselben Rebe ist auch der Frühburgunder entstanden, eine natürliche Mutation, die rund zwei Wochen eher reif ist. Woran du die beiden unterscheidest, steht auf unserer Seite zum Frühburgunder.
Wie sie schmeckt
Im Glas dominiert rote Frucht: Kirsche, Himbeere, Walderdbeere, in warmen Jahren auch Pflaume. Mit ein paar Jahren im Keller kommen erdige Töne dazu, Waldboden und getrocknete Pilze, manchmal etwas Leder. Das Tannin ist weich, die Säure bleibt spürbar, der Körper ist eher schlank. Diese Sorte gewinnt nicht über Kraft. Du schmeckst eher, woher ein Wein kommt, als wie viel Wucht er hat. Wenn du es dunkel und kräftig magst, bist du im übrigen Rotwein-Sortiment besser aufgehoben.
Warum die Farbe so hell ist
Bei roten Trauben sitzt der Farbstoff fast nur in der Beerenhaut, das Fruchtfleisch ist hell. Und diese Haut ist hier besonders dünn und farbstoffarm. Deshalb wirken selbst dichte, lange gereifte Weine im Glas transparent und laufen mit den Jahren ins Ziegelrote aus. Hell heißt bei dieser Rebe also nicht dünn.
Trocken, feinherb, lieblich
Die meisten Flaschen sind trocken ausgebaut, und so zeigt die Sorte ihren Charakter am klarsten. Feinherbes findest du vor allem bei den Rosés. Liebliche Abfüllungen gibt es, sie sind aber die Ausnahme und stehen so auf dem Etikett. Über den Filter oben grenzt du die Geschmacksrichtung direkt ein.
Mit Holz und ohne Holz
Wenige Rebsorten reagieren so empfindlich auf das Fass. Ein neues Barrique legt Vanille, Röstaromen und zusätzliches Tannin über den Wein und kann die feine rote Frucht zudecken. Viele Erzeuger arbeiten deshalb mit gebrauchten Fässern, mit großen Holzstücken oder ganz ohne. Magst du die Sorte wegen ihrer Klarheit, greif zu Guts- und Ortsweinen ohne Barrique. Willst du einen Wein, der in fünf Jahren besser ist als heute, nimm einen Lagenwein mit Fassausbau.
Die Ahr
Das kleine Tal südlich von Bonn gilt vielen als das Rotweintal Deutschlands, der weitaus größte Teil der Rebfläche ist dort rot bestockt. Die Steilhänge aus verwittertem Schiefer und Grauwacke speichern Wärme und geben sie nachts zurück, was in dieser nördlichen Lage überhaupt erst reife Rotweine möglich macht. Weiter flussabwärts, um Walporzheim und Heimersheim, wird der Boden lösslehmig und die Weine werden runder. Straff, salzig, viel Säure: So schmeckt die Ahr bei Meyer-Näkel, J. J. Adeneuer, Deutzerhof oder dem Weinhaus Nelles.
Baden: Kaiserstuhl, Ortenau, Markgräflerland
Baden ist die wärmste deutsche Anbauregion und stellt die größte Fläche dieser Sorte im Land. Am Kaiserstuhl stehen die Reben auf Vulkangestein und auf bis zu vierzig Meter mächtigem Löss. Die Weine haben dort mehr Fleisch als an der Ahr, rundere Säure, dunklere Frucht Richtung Kirsche und Zwetschge. In der Ortenau und im Markgräflerland weiter südlich fällt die Stilistik wieder klarer aus. Aus Baden kommen Bernhard Huber in Malterdingen, Dr. Heger und Karl H. Johner vom Kaiserstuhl, Alexander Laible aus Durbach und Ziereisen aus Efringen-Kirchen.
Die Pfalz
Die Pfalz kennen wir am besten, und von hier haben wir auch die meisten Flaschen im Regal. Die Weine fallen reifer und fruchtbetonter aus als im Norden, ohne ihre Frische zu verlieren. Bei Friedrich Becker in Schweigen liegen die Weinberge zum Teil auf französischer Seite der Grenze, was dem Wein anzumerken ist. Dazu kommen Knipser aus Laumersheim, von Winning und Bassermann-Jordan aus Deidesheim, Thomas Hensel, Markus Schneider, Oliver Zeter und Ellermann-Spiegel. Willst du dich durch die Region arbeiten, findest du die Erzeuger gesammelt auf unserer Übersicht der Pfälzer Weingüter.
Franken, Rheingau, Rheinhessen und Württemberg
In Franken arbeitet Rudolf Fürst in Bürgstadt auf eisenhaltigem rotem Buntsandstein, und man schmeckt den Unterschied zum Kalk. Der Rheingau hat mit Assmannshausen eine der ältesten Rotweinlagen des Landes, dort keltert unter anderem Künstler. Rheinhessen liefert die unkomplizierten Flaschen von Löss und Kalkmergel, weich und fruchtig, gute Einstiegsweine. Und Württemberg ist zwar Rotweinland, setzt traditionell aber stärker auf Lemberger und Trollinger, auch wenn die Sorte dort inzwischen fast gleichauf liegt.
Pinot Noir Vs. Spätburgunder (Dieses Bild wurde mit Liebe und KI gestaltet)
Burgund
Die Heimat der Rebe ist das Burgund, und nirgends ist Herkunft so fein unterteilt wie an der Côte d'Or. Ein Bourgogne Rouge deckt die ganze Region ab. Darüber stehen die Dorfweine wie Gevrey-Chambertin oder Volnay, innerhalb dieser Dörfer liegen die Premier-Cru-Lagen, und ganz oben die Grand Crus, die als eigene Appellationen geführt werden und oft nur wenige Hektar groß sind. Der Preis folgt dieser Leiter steil nach oben. Für den Einstieg sind Bourgogne Rouge und Dorfweine der vernünftige Weg, und genau dort liegt der Schwerpunkt unserer französischen Auswahl.
Schweiz, Neuseeland und Kalifornien
Die Rebe braucht Kühle. Außerhalb Europas gelingt sie deshalb nur in wenigen Zonen. Neuseeland, vor allem Marlborough, Martinborough und Central Otago, bringt Weine mit lauter roter Frucht, Kirsche und Cranberry, und klarer Säure. In Kalifornien liefern kühle, nebelgeprägte Täler wie das Russian River Valley die besten Ergebnisse, dort arbeitet Paul Hobbs. Und in der Schweizer Bündner Herrschaft reifen die Trauben in einem Föhntal, das deutlich wärmer ist als der Rest der Ostschweiz. Die Mengen sind klein, die Preise entsprechend: Gantenbein aus Fläsch ist einer der teuersten Weine, die wir aus der Schweiz führen.
Nicht jeder ist rot
Weil das Fruchtfleisch hell ist, lässt sich aus roten Trauben auch heller Wein keltern. Bleibt der Saft kurz auf der Haut, entsteht ein Rosé. Trennt der Winzer ihn sofort ab, entsteht ein Blanc de Noir, der aussieht und schmeckt wie ein Weißwein. Und wird ein Qualitätswein aus einer einzigen roten Sorte hell gekeltert, darf er Weißherbst heißen. Das Weinrecht verlangt dafür mindestens 95 Prozent hell gekelterten Most.
Ohne Alkohol
Ohne Alkohol fällt bei Rotwein auf, was der Alkohol vorher weichgezeichnet hat. Kräftige, tanninreiche Weine wirken dann schnell hart. Eine schlanke Sorte mit wenig Tannin hat da weniger zu verlieren, und genau deshalb greifen viele beim alkoholfreien Rotwein zum entalkoholisierten Spätburgunder. Die Auswahl steht bei den alkoholfreien Rotweinen.
Was dazu passt
Das ist einer der wenigen Rotweine, die zu hellem Fleisch und sogar zu Fisch funktionieren. Ente, Gans, Kalb und Perlhuhn sind die Klassiker, gebratener Lachs und angebratener Thunfisch gehen ebenso. Pilze treffen die erdige Seite gereifter Flaschen punktgenau. Beim Käse funktionieren milde Schnitt- und Hartkäse besser als sehr kräftige Sorten, ein junger Comté oder ein milder Bergkäse etwa. Für scharf Gewürztes ist die Sorte zu fein.
Servieren und lagern
Wir schenken ihn zwischen 14 und 16 Grad aus, also kühler, als man es bei Rotwein erwartet. Bei Zimmertemperatur wirkt er breit und der Alkohol drängt sich vor. Ein junger Gutswein braucht keine Karaffe, ein verschlossener Lagenwein profitiert von einer halben Stunde Luft. Gute Lagenweine von der Ahr, aus Baden und aus Burgund reifen über viele Jahre. Einfache Flaschen trinkst du besser jung.
Häufige Fragen zu Spätburgunder und Pinot Noir
Ist Spätburgunder dasselbe wie Pinot Noir?
Ja. Dieselbe Rebsorte, zwei Sprachen.
Was heißt Pinot Noir auf Deutsch?
Spätburgunder. Auf dem Etikett kann auch Blauer Spätburgunder stehen, das ist die amtliche Sortenbezeichnung.
Ist Spätburgunder ein Rotwein oder ein Weißwein?
Eine rote Rebsorte, klassisch zu Rotwein ausgebaut. Aus derselben Traube entstehen aber auch Rosé, Weißherbst und Blanc de Noir.
Wie schmeckt Spätburgunder?
Nach roter Frucht, mit weichem Tannin und lebendiger Säure. Ältere Flaschen bekommen erdige Noten.
Ist Spätburgunder trocken oder lieblich?
Fast immer trocken. Liebliches ist die Ausnahme und wird auf dem Etikett ausgewiesen.
Was ist Blauburgunder?
Der in Österreich und der Schweiz übliche Name für dieselbe Rebe. In Italien heißt sie Pinot Nero.
Was kostet ein guter Spätburgunder?
Bei uns geht es bei rund 7 Euro los und reicht bis etwa 300. Den Preis machen drei Dinge: wie viel ein Winzer pro Rebstock erntet, aus welcher Lage die Trauben kommen und ob der Wein im neuen Holzfass lag. Über den Preisfilter grenzt du schnell ein.
Bei welcher Temperatur serviert man Spätburgunder?
Wir empfehlen 14 bis 16 Grad. Zimmerwarm verliert er seine Frische.
