Chianti Wein kaufen

Chianti und Rotwein aus der Toskana
Chianti ist ein Rotwein aus Sangiovese, gewachsen in der Mitte der Toskana. Er schmeckt nach Sauerkirsche, hat spürbare Säure und ein Tannin, das nach Essen verlangt. Unter den Weinen erklären wir die Unterzonen, die Stufen von Annata bis Gran Selezione und die anderen großen Rotweine der Toskana.
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Wo Chianti herkommt
Das Chianti-Gebiet zieht sich quer durch die Mitte der Toskana, von den Hügeln bei Pisa und Pistoia über Florenz und Arezzo bis nach Siena. Sein Kern liegt zwischen Florenz und Siena. Durch diese Hügel fließen Pesa, Greve und Arbia, die Weinberge liegen meist zwischen zweihundert und fünfhundert Metern. Weinbau gibt es hier seit den Etruskern, die Römer bauten ihn aus. Im Mittelalter richtete die Republik Florenz die Lega del Chianti ein, einen Verwaltungs- und Verteidigungsbezirk gegen Siena mit den drei Orten Radda, Castellina und Gaiole. Ihr Wappen war ein schwarzer Hahn auf goldenem Grund. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Großherzog Cosimo III. de' Medici die Grenzen des Chianti-Gebiets amtlich festlegen, zusammen mit Pomino, Carmignano und dem oberen Valdarno. Das gilt als die früheste Herkunftsabgrenzung für Wein überhaupt.
Wie Chianti schmeckt
Der typische Chianti riecht nach Sauerkirsche und roten Beeren, dazu kommen Kräuter, ein Hauch Tabak und mit dem Alter Leder und Unterholz. Im Mund fällt zuerst die Säure auf, dann ein festes, eher feinkörniges Tannin. Der Körper ist mittel, die Farbe rubinrot und nicht besonders dunkel. Chianti ist durchgehend trocken ausgebaut. Er ist kein Wein, der allein im Sessel überzeugt, sondern einer, der neben dem Essen aufblüht. Wer es weicher und fruchtiger mag, ist bei einem Primitivo besser aufgehoben.
Die Rebsorten im Chianti
Sangiovese ist die Hauptsorte und bestimmt Säure, Tannin und die Kirschfrucht. Daneben sind traditionell zwei Sorten im Spiel:
Canaiolo macht den Wein weicher und runder, er nimmt dem Sangiovese die Kanten.
Colorino heißt so, weil er Farbe bringt, dazu dunklere Frucht und etwas Würze. Er wird nur in kleinen Mengen verwendet.
Dazu kommen internationale Sorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon, die seit einigen Jahrzehnten zugelassen sind und dem Wein mehr Schwärze und Struktur geben. Ein wichtiger Unterschied, den viele Texte falsch wiedergeben: Im einfachen Chianti DOCG sind weiße Sorten wie Trebbiano und Malvasia bis zu zehn Prozent weiterhin erlaubt. Im Chianti Classico sind sie seit gut zwei Jahrzehnten vollständig verboten.
Die Unterzonen des Chianti DOCG
Das Chianti-Gebiet ist groß und die Unterschiede zwischen den Zonen sind hörbar im Namen und schmeckbar im Glas. Acht Sottozone dürfen ihren Namen aufs Etikett schreiben:
Chianti Rufina liegt östlich von Florenz und ist die kühlste Zone, hoch gelegen und windig. Die Weine sind straff, säurebetont und altern lang.
Chianti Colli Fiorentini umgibt Florenz im Süden und Osten. Mittelkräftige Weine mit klarer Frucht.
Chianti Colli Senesi ist die größte Zone, sie zieht sich um Siena. Böden von Ton über Kalk bis Schiefer, entsprechend breit fällt das Spektrum aus.
Chianti Colli Aretini liegt östlich Richtung Arezzo, die Weine sind eher zugänglich und früh trinkbar.
Chianti Colline Pisane liegt südlich von Pisa, näher am Meer, milder und weicher.
Chianti Montalbano westlich von Florenz, zwischen Florenz, Prato und Pistoia, liegt zwischen Hügeln und Olivenhainen und bringt harmonische Weine mit weichem Tannin.
Chianti Montespertoli südwestlich von Florenz, kalkhaltige Lehmböden, frische und ausgewogene Weine.
Chianti Terre di Vinci ist die jüngste Zone und noch selten zu finden.
Chianti Classico steht bewusst nicht in dieser Liste. Es war früher eine Unterzone, ist aber seit Mitte der Neunziger eine eigenständige DOCG mit eigenem Regelwerk.
Chianti Classico und der Gallo Nero
Chianti Classico kommt aus dem historischen Kerngebiet zwischen Florenz und Siena, rund um Greve, Panzano, Radda, Gaiole und Castellina. Cosimo III. grenzte davon nur den engeren Kern ab, das heutige Gebiet reicht deutlich weiter. Die Böden sind hier kalkhaltig und steinig, Galestro und Alberese heißen die typischen Formationen, und sie geben den Weinen Struktur und Länge. Der schwarze Hahn stammt vom Wappen der alten Lega del Chianti und ist heute eine eingetragene Marke des Konsortiums. Er steht auf jeder Flasche Chianti Classico. Die Wettreit-Geschichte, nach der ein hungriger schwarzer Hahn früher krähte als ein satter weißer und Florenz so das größere Gebiet sicherte, ist eine schöne Legende, historisch belegt ist sie nicht.
Die Qualitätsstufen auf dem Etikett
Beide Denominationen kennen Stufen, und sie bedeuten Unterschiedliches:
Chianti DOCG ist die Basis, mindestens sechzig Prozent Sangiovese, Verkauf ab dem Frühjahr nach der Ernte.
Chianti Superiore hat strengere Ertragsgrenzen und mehr Alkohol, er kommt später in den Handel.
Chianti Riserva reift mindestens vierundzwanzig Monate.
Chianti Classico Annata ist die Basis des Kerngebiets, mindestens achtzig Prozent Sangiovese, Verkauf frühestens im Oktober des Folgejahres.
Chianti Classico Riserva reift mindestens vierundzwanzig Monate, davon drei in der Flasche.
Chianti Classico Gran Selezione ist die Spitze: mindestens neunzig Prozent Sangiovese, der Rest nur heimische Sorten, dreißig Monate Reife, und die Trauben müssen aus Weinbergen kommen, die das abfüllende Gut selbst bewirtschaftet. Zugekaufte Trauben sind hier nicht erlaubt.
Bei der Gran Selezione dürfen außerdem elf kleinere Herkunftsbezeichnungen aufs Etikett, darunter Panzano, Lamole, Radda, Gaiole und Castellina. Für Annata und Riserva sind sie nicht zugelassen.
Gibt es weißen Chianti?
Nein. Chianti Classico ist eine reine Rotweinbezeichnung, beim Chianti kam zuletzt ein Rosé dazu. Einen trockenen Weißwein, der Chianti heißen darf, gibt es nicht. Den Namen tragen außerdem der Vin Santo del Chianti und der Vin Santo del Chianti Classico, Dessertweine aus getrockneten Trebbiano- und Malvasia-Trauben, die jahrelang in kleinen Fässern reifen. Weiße Weine aus dem Chianti-Gebiet gibt es sehr wohl, sie heißen nur anders. Der bekannteste toskanische Weißwein ist die Vernaccia di San Gimignano, die einzige weiße DOCG der Region. Wer einen Weißwein zur toskanischen Küche sucht, wird dort fündig.
Rotwein aus der Toskana jenseits von Chianti
Die Toskana hat elf DOCG, und bis auf die weiße Vernaccia di San Gimignano sind alle rot. Neben Chianti lohnen sich diese Herkünfte, DOCG wie DOC:
Brunello di Montalcino südlich von Siena, hundert Prozent Sangiovese, mindestens zwei Jahre im Holzfass. In den Handel kommt er erst im fünften Jahr nach der Ernte. Der langlebigste Rotwein der Region und einer der teuersten.
Rosso di Montalcino ist der jüngere Bruder aus demselben Gebiet, früher trinkreif und deutlich günstiger.
Vino Nobile di Montepulciano aus dem Südosten, mindestens siebzig Prozent Sangiovese, der hier Prugnolo Gentile heißt. Nicht zu verwechseln mit dem Montepulciano d'Abruzzo, das ist eine ganz andere Rebsorte aus einer ganz anderen Region.
Morellino di Scansano aus der Maremma im Süden, mindestens fünfundachtzig Prozent Sangiovese, weicher und wärmer als die Weine aus dem Hügelland.
Bolgheri an der Küste setzt auf Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah, Sangiovese spielt hier kaum eine Rolle. Hier entstand der erste Wein, der als Supertuscan bekannt wurde.
Carmignano westlich von Florenz mischt Sangiovese seit Jahrhunderten mit Cabernet, lange bevor das anderswo in Mode kam.
Montecucco Sangiovese und Maremma Toscana im Süden bieten oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis als die bekannten Namen.
Der Begriff Supertuscan ist übrigens keine geschützte Kategorie. Er stammt aus der Zeit, als Güter Weine bauten, die nicht ins damalige Regelwerk passten, mal wegen Cabernet und Merlot, mal weil sie reiner Sangiovese waren, mal weil es für ihre Gegend noch gar keine Herkunft gab. Sie mussten als einfacher Tafelwein abgefüllt werden, obwohl sie ein Vielfaches kosteten. Heute laufen sie meist als Toscana IGT oder haben eigene Herkünfte bekommen. Wenn dich dieser Stil mehr interessiert als der klassische Chianti, findest du ihn gesammelt bei den Supertoskanern und Bolgheri-Weinen.
Weingüter und Orte im Chianti
Zu den bekannten Namen der Region gehören Antinori, Frescobaldi, Castello di Volpaia, Brancaia, Castellare di Castellina, Borgo Scopeto, Casa Emma, Casaloste und Tenuta di Bibbiano. Wer die Gegend bereist, findet in Greve in Chianti mit dem Ortsteil Montefioralle einen der besterhaltenen mittelalterlichen Weiler der Toskana, und in Gaiole in Chianti die Abtei Badia a Coltibuono, in der schon im Mittelalter Wein gemacht wurde. Panzano, Radda und Castellina sind die weiteren Orte, deren Namen regelmäßig auf Etiketten auftauchen. Im Sortiment findest du sowohl konventionell erzeugte Weine als auch zertifizierte Bio-Weine und vegan ausgebaute Flaschen, bei denen auf tierische Klärmittel verzichtet wurde.
Was zu Chianti passt
Chianti und Tomatensauce sind ein Klassiker, weil der Wein genug eigene Säure mitbringt, um neben der Tomate nicht flach zu wirken. Das gilt für Pasta mit Ragù ebenso wie für Pizza und Lasagne. Zu gegrilltem Rindfleisch, allen voran der Bistecca alla Fiorentina, passt ein Chianti Classico Riserva. Zu Wild, Braten und Pilzgerichten ein Brunello oder ein Vino Nobile. Zu Salami, Prosciutto und Pecorino reicht ein einfacher Chianti völlig. Was nicht funktioniert: Fisch ohne Sauce und alles stark Süße, dagegen steht das Tannin.
Servieren und lagern
Chianti schmeckt bei sechzehn bis achtzehn Grad am besten, also kühler als die meisten Wohnräume. Ein junger Chianti braucht keinen Dekanter, eine Riserva oder Gran Selezione gewinnt durch eine halbe bis ganze Stunde Luft. Ein einfacher Chianti ist in den ersten drei bis vier Jahren am schönsten, eine Riserva hält acht bis zehn, eine Gran Selezione und ein Brunello deutlich länger. Gelagert wird dunkel, ruhig und gleichmäßig kühl.

Häufige Fragen zu Chianti und Toskana
Wie schmeckt Chianti?
Nach Sauerkirsche und roten Beeren, dazu Kräuter und ein Hauch Tabak. Er hat spürbare Säure, ein festes und eher feinkörniges Tannin und mittleren Körper. Die Farbe ist rubinrot und nicht besonders dunkel. Chianti ist immer trocken ausgebaut.
Was ist der Unterschied zwischen Chianti und Chianti Classico?
Es sind zwei getrennte Denominationen. Chianti Classico kommt aus dem historischen Kerngebiet zwischen Florenz und Siena, braucht mindestens achtzig Prozent Sangiovese und trägt den schwarzen Hahn. Chianti DOCG deckt ein viel größeres Gebiet ab und verlangt mindestens sechzig Prozent Sangiovese. Im einfachen Chianti sind bis zu zehn Prozent weiße Trauben erlaubt, im Classico gar keine.
Aus welcher Rebsorte wird Chianti gemacht?
Hauptsorte ist Sangiovese. Ergänzt wird er traditionell durch Canaiolo, der den Wein weicher macht, und Colorino, der Farbe bringt. Zugelassen sind außerdem internationale Sorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon in begrenztem Anteil.
Gibt es weißen Chianti?
Nein. Chianti Classico ist eine reine Rotweinbezeichnung, beim Chianti kam zuletzt ein Rosé dazu. Einen trockenen Weißwein, der Chianti heißen darf, gibt es nicht. Den Namen tragen außerdem der Vin Santo del Chianti und der Vin Santo del Chianti Classico, Dessertweine aus getrockneten weißen Trauben. Der bekannteste trockene Weißwein der Toskana heißt Vernaccia di San Gimignano.
Was bedeutet der schwarze Hahn auf der Flasche?
Der Gallo Nero stammt vom Wappen der mittelalterlichen Lega del Chianti und ist heute eine eingetragene Marke des Chianti-Classico-Konsortiums. Er steht auf jeder Flasche Chianti Classico und zeigt an, dass der Wein aus dem historischen Kerngebiet kommt.
Was ist Chianti Classico Gran Selezione?
Die höchste Stufe des Chianti Classico. Sie verlangt mindestens neunzig Prozent Sangiovese, dreißig Monate Reife und Trauben ausschließlich aus Weinbergen, die das abfüllende Gut selbst bewirtschaftet. Nur bei dieser Stufe darf zusätzlich eine der elf kleineren Herkunftsbezeichnungen wie Panzano oder Lamole aufs Etikett.
Welche Rotweine kommen noch aus der Toskana?
Brunello di Montalcino und Rosso di Montalcino aus reinem Sangiovese, Vino Nobile di Montepulciano, Morellino di Scansano aus der Maremma, Carmignano mit Cabernet-Anteil sowie die Weine aus Bolgheri an der Küste, die mit Cabernet und Merlot arbeiten. Aus Bolgheri stammt der erste Supertuscan, andere kommen aus dem Chianti Classico.
Wie lange kann man Chianti lagern?
Ein einfacher Chianti ist in den ersten drei bis vier Jahren am schönsten. Eine Riserva hält acht bis zehn Jahre, eine Gran Selezione länger. Brunello di Montalcino erreicht mit zwanzig Jahren und mehr die längste Lebensdauer der Region.
Weitere Herkünfte und Rebsorten findest du in der Übersicht zu italienischem Rotwein. Alle Rotweine des Sortiments stehen in der Rotwein-Übersicht.
