Merlot Wein kaufen

Merlot: weicher Rotwein mit dunkler Frucht
Merlot ist eine der meistangebauten Rotweinsorten der Welt, zu Hause im französischen Bordeaux und heute in Italien, Kalifornien, Südamerika und auch in der Pfalz im Glas. Typisch sind Zwetschge, dunkle Kirsche und Brombeere, dazu weiche Tannine, die nicht am Gaumen kratzen. Genau das macht ihn zum Einstiegs-Rotwein für viele und gleichzeitig zur Basis großer Lagenweine.
Hier findest du unsere Auswahl reinsortiger Merlots. Weine, in denen Merlot als Teil einer Cuvée steckt, findest du über die Rebsortenfilter in unserem gesamten Rotwein-Sortiment.
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Merlot: Rebsorte, Geschmack und Herkunft
Wie schmeckt Merlot?
Im Glas dominiert dunkle Frucht: Zwetschge, schwarze Kirsche, oft Brombeere und Heidelbeere. Kam der Wein ins Holzfass, kommen Vanille, Kakao und manchmal eine Tabaknote dazu. Der Antrunk ist weich, die Säure zurückhaltend, der Körper mittelkräftig bis voll. Der Grund für dieses runde Mundgefühl liegt in den Tanninen: Merlot bildet sie feinkörnig und ohne die Adstringenz, die etwa Cabernet Sauvignon mitbringt. Deshalb lässt er sich jung trinken, während tanninbetonte Rotweine oft erst nach Jahren zugänglich werden.
Ist Merlot trocken oder lieblich?
Der ganz überwiegende Teil aller Merlots wird trocken ausgebaut, also mit weniger als 4 Gramm Restzucker je Liter. Das ist auch der Stil, den du in unserem Sortiment findest. Weil Merlot von Natur aus wenig Säure und viel reife Frucht mitbringt, wirkt er dabei oft weicher, als die Analysewerte vermuten lassen. Wer es tatsächlich etwas süßer mag, wird eher bei halbtrockenen Rotweinen fündig; reine Merlots mit spürbarer Restsüße sind die Ausnahme.
Die Rebsorte Merlot: Abstammung und Eigenschaften
Merlot ist eine natürliche Kreuzung aus Cabernet Franc und Magdeleine Noire des Charentes. Die zweite Sorte galt lange als verschollen; erst eine DNA-Analyse französischer Rebforscher hat die Abstammung endgültig geklärt. Kurios daran: Dieselbe Mutterrebe steckt auch hinter Malbec. Merlot und Malbec sind also Halbgeschwister, obwohl sie im Glas kaum unterschiedlicher schmecken könnten.
Der Name kommt vom französischen merle, der Amsel. Ob die Vögel die dunklen Beeren besonders gern fraßen oder ob das Gefieder Pate stand, ist nicht abschließend geklärt. Dokumentiert ist die Sorte seit rund zwei Jahrhunderten. Im Weinberg treibt Merlot früh aus und reift früh, meist ein bis zwei Wochen vor Cabernet Sauvignon. Das ist sein großer Vorteil in kühleren Jahren und gleichzeitig sein Risiko: Der frühe Austrieb macht ihn anfällig für Spätfrost. Am wohlsten fühlt er sich auf kühlen, wasserhaltenden Lehm- und Kalkböden, wie sie am rechten Ufer der Gironde vorherrschen. Mehr zur Rebsorte steht in unserem Weinlexikon.
Wo Merlot wächst
Bordeaux ist und bleibt die Heimat. Am rechten Ufer, in Pomerol und Saint-Émilion, stellt Merlot den Hauptteil der Cuvées und bringt dort Weine hervor, die zu den teuersten der Welt gehören. Am linken Ufer dreht sich das Verhältnis um: Dort führt Cabernet Sauvignon, und Merlot rundet ab. Wie ein Bordeaux aufgebaut ist, siehst du in unserer Auswahl an Bordeaux-Weinen.
In Italien hat Merlot vor allem in der Toskana Karriere gemacht, wo er in den Bolgheri-Cuvées neben Cabernet steht, und in Friaul und Südtirol, wo er kühler und kräuterwürziger ausfällt als im Süden. Wer italienischen Merlot sucht, wird deshalb meistens in der Toskana fündig. In Kalifornien, besonders im Napa Valley, entstehen dichtere, deutlich fruchtigere Weine mit höherem Alkohol. Dazu kommen Chile, Argentinien, Südafrika und Australien.
Merlot aus Deutschland
Merlot ist in Deutschland längst keine Exotenrebe mehr: Rund 930 Hektar stehen im Boden, davon gut 429 Hektar in der Pfalz und 246 Hektar in Rheinhessen. Das ist wenig gegen Bordeaux, reicht aber für ein eigenes Profil. Weil die Sorte hier an ihrer klimatischen Grenze arbeitet, fallen die Weine schlanker und kühler aus als ihre südlichen Verwandten, mit klarerer Säure und roter statt schwarzer Frucht. Ein Beispiel dafür ist der Höhenflug Merlot vom Weingut Hensel aus Bad Dürkheim, der Kraft und Holzeinsatz zusammenbringt, ohne dick zu werden.
Barrique und Cuvée: was mit Merlot gemacht wird
Im Barrique, also im 225-Liter-Eichenfass, verändert sich Merlot deutlich. Er nimmt Vanille, Kakao und Röstaromen auf, der Körper wird dichter, und die Lagerfähigkeit steigt von wenigen auf viele Jahre. Weine aus dem Edelstahl oder aus gebrauchten Fässern bleiben dagegen fruchtbetont und sind sofort trinkbar. Beides sind legitime Stile, keine Qualitätsstufen.
Als Cuvée-Partner ist Merlot fast unersetzlich. Er füllt die Mitte, mildert harte Tannine und bringt Frucht. Klassisch ist die Bordeaux-Kombination mit Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Im Süden Frankreichs und in Spanien trifft er häufig auf Grenache, was weiche, wärmere Weine ergibt; in Übersee steht er auch mal neben Shiraz oder Carménère. Damit ein Wein in der EU als reinsortiger Merlot etikettiert werden darf, müssen mindestens 85 Prozent der Trauben aus dieser Sorte stammen.
Merlot aus Frankreich (Dieses Bild wurde mit Liebe und KI gemacht.)
Merlot als Rosé und Blanc de Noir
Merlot ist eine rote Traube mit farblosem Saft. Wird sie nur kurz auf der Schale vergoren, entsteht Rosé. Presst man sie sofort ab, sodass gar keine Farbe in den Most gelangt, entsteht ein Blanc de Noir, also ein weißer Wein aus roten Trauben. Das ist kein Sonderfall der Rebsorte, sondern eine Entscheidung im Keller. In der Pfalz ist daraus ein eigener Stil geworden, zum Beispiel beim Merlot Blanc de Noirs vom Weingut Karl Pfaffmann: hell im Glas, im Edelstahl vergoren, mit Johannisbeere, Kirsche und Pink Grapefruit und deutlich mehr Zug als ein Rosé.
Was passt zu Merlot?
Weil die Tannine weich sind und die Säure niedrig ist, braucht Merlot kein besonders fettes Gegenüber. Er passt zu Rinderbraten und Lammkeule, zu Schmorgerichten mit Wurzelgemüse, zu Ente und zu kräftigen Hartkäsen wie gereiftem Bergkäse. Zu Steak funktioniert er, verliert gegen sehr scharf Angebratenes aber gelegentlich an Kontur; dann ist ein tanninstärkerer Wein die sicherere Wahl. Auch vegetarisch geht einiges: Pilzrisotto, Auberginenauflauf, Linsengerichte. Serviert wird er bei 16 bis 18 Grad, also kühler als Zimmertemperatur. Ein jüngerer Merlot braucht in der Regel keine Karaffe, ein Barrique-Ausbau profitiert von einer halben Stunde Luft.
Häufige Fragen zu Merlot
Ist Merlot Wein süß oder trocken?
Fast immer trocken. Merlot bringt viel reife Frucht und wenig Säure mit, deshalb wirkt er weich, ohne Restzucker zu brauchen. Halbtrockene oder liebliche Merlots gibt es, sie sind aber die Ausnahme.
Ist Merlot ein guter Rotwein?
Die Spannbreite ist groß. Merlot liefert unkomplizierte Alltagsweine ebenso wie einige der teuersten Flaschen der Welt aus Pomerol. Weich, fruchtbetont und ohne kratzende Tannine ist er ein guter Einstieg für alle, die sich an Rotwein herantasten, und gleichzeitig eine Sorte, die im Holzfass viel Tiefe entwickeln kann.
Wie heißt Merlot auf Deutsch?
Merlot. Der Name wird im Deutschen unverändert übernommen. Vereinzelt taucht die Schreibweise Merlau auf, und in älteren französischen Quellen steht Merlot Noir, was dieselbe Sorte bezeichnet.
Was ist der Unterschied zwischen Merlot und Cabernet Sauvignon?
Merlot hat weichere Tannine, weniger Säure und dunkle, reife Frucht wie Zwetschge und Kirsche. Er reift früher und ist jünger trinkbar. Cabernet Sauvignon bringt festere Tannine, mehr Struktur und Aromen von schwarzer Johannisbeere, dazu oft eine grüne Note nach Paprika oder Cedernholz, und hält sich deutlich länger. Die beiden ergänzen sich, weshalb sie in Bordeaux seit jeher zusammen in die Cuvée gehen.
Welche Farbe hat Merlot?
Als Rotwein tiefes Rubinrot mit violetten Reflexen in der Jugend, das mit den Jahren ins Granatrote geht. Die Traube selbst ist blau-schwarz, ihr Saft aber farblos. Deshalb entstehen aus derselben Rebe auch Rosé und Blanc de Noir.
Wie lange kann man Merlot lagern?
Das hängt am Ausbau. Ein fruchtbetonter Merlot aus dem Stahltank ist zwei bis vier Jahre nach der Ernte am Punkt. Ein Barrique-Ausbau hält gut acht bis zwölf Jahre, Spitzenweine aus Pomerol deutlich länger. Liegend lagern, dunkel, möglichst konstant bei 10 bis 14 Grad.
