Italienischer Rotwein kaufen

Italienischer Rotwein: von leicht und fruchtig bis dicht und dunkel
Italien hat mehr eigene Rebsorten als jedes andere Weinland. Zwischen einem Nebbiolo aus dem Piemont, einem Sangiovese aus der Toskana und einem Primitivo aus Apulien liegen Welten, obwohl alle drei denselben Pass haben. Unter den Weinen findest du eine Übersicht aller wichtigen Sorten, Regionen und Stile.
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Die wichtigsten italienischen Rotweinsorten
Italien führt über 500 zugelassene Rebsorten, rund 350 davon gelten als autochthon und wachsen nirgendwo sonst. Diese Sorten prägen den Rotwein des Landes:
Sangiovese ist die meistangebaute rote Sorte Italiens und die Basis von Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile. Kirsche, kräftige Säure, festes Tannin, oft ein Hauch Kräuter und Leder.
Nebbiolo steht hinter Barolo und Barbaresco. Hell in der Farbe, sehr tanninreich, mit Rosen, Teer und Sauerkirsche. Einer der Weine, die am längsten Reife verlangen.
Primitivo aus Apulien ist genetisch identisch mit dem kalifornischen Zinfandel. Dunkle Frucht, hoher Alkohol, weiches Tannin, häufig etwas Restsüße.
Montepulciano kommt vor allem aus den Abruzzen. Tiefdunkel, saftig, weiches Tannin, sehr zugänglich. Nicht zu verwechseln mit dem toskanischen Ort Montepulciano.
Barbera aus dem Piemont hat viel Säure und wenig Tannin. Der Alltagswein der Region, leicht gekühlt gut trinkbar.
Corvina ist die Hauptsorte im Valpolicella und im Amarone. Sauerkirsche, Mandel, mittlerer Körper.
Nero d'Avola ist Siziliens wichtigste rote Sorte. Reife Pflaume, Kräuter, warme Würze.
Negroamaro wächst im Salento neben dem Primitivo. Dunkler und herber als der Primitivo, mit einer feinen bitteren Note im Abgang.
Aglianico aus Kampanien und der Basilikata gilt als der Nebbiolo des Südens: viel Tannin, viel Säure, langes Leben.
Lagrein aus Südtirol ist dunkel und samtig mit einer feinen Bitterkeit.
Dolcetto ist trotz des Namens trocken, weich und früh trinkbar.
Lambrusco aus der Emilia-Romagna ist ein leichter Schaumrotwein, es gibt ihn trocken und mit Restsüße.
Dazu kommen Sorten, die im Ausland kaum jemand kennt: Teroldego und Marzemino aus dem Trentino, Refosco aus Friaul, Schiava aus Südtirol, Cannonau aus Sardinien, Sagrantino aus Umbrien und Susumaniello aus Apulien.
Norditalien: Struktur, Säure und lange Reife
Im Norden ist es kühler, die Weine bekommen mehr Säure und mehr Tannin. Das Piemont liefert mit Barolo und Barbaresco die langlebigsten Rotweine des Landes, dazu Barbera und Dolcetto für jeden Tag. In Venetien entstehen rund um den Gardasee und im Valpolicella-Gebiet leichtere Weine aus Corvina, aber auch der Amarone, für den die Trauben vor dem Pressen monatelang trocknen. Südtirol steht für Lagrein und Schiava, das Trentino für Teroldego. Die ganze Bandbreite der Region findest du unter Wein aus Südtirol. Wer klare Konturen und Säure mag, wird hier fündig.
Mittelitalien: die Heimat des Sangiovese
Die Toskana ist die bekannteste Rotweinregion Italiens. Chianti und Chianti Classico kommen von hier, ebenso Brunello di Montalcino und die Supertuscans, die mit Cabernet und Merlot arbeiten statt mit Sangiovese, teils im Chianti-Gebiet, teils an der Küste bei Bolgheri. Weiter südlich liegt die Maremma, deren Weine weicher ausfallen als die aus dem Hügelland. In den Abruzzen dominiert Montepulciano, in Umbrien der seltene Sagrantino.
Süditalien und die Inseln: Wärme im Glas
Je weiter südlich, desto reifer die Frucht und desto weicher das Tannin. Apulien liefert Primitivo und Negroamaro, oft mit spürbarer Restsüße und viel Alkohol. Sizilien steht für Nero d'Avola und für die Weine vom Ätna, die durch die Höhenlage überraschend frisch bleiben. Kampanien und die Basilikata sind das Zuhause des Aglianico, Sardinien das des Cannonau. Wenn du kräftige, fruchtbetonte Rotweine ohne harte Kanten suchst, ist der Süden der richtige Ausgangspunkt.

Leichte italienische Rotweine
Nicht jeder Italiener ist schwer. Ein Valpolicella Classico, ein Bardolino vom Gardasee, ein Dolcetto d'Alba oder ein Schiava aus Südtirol liegen bei zwölf bis dreizehn Prozent, haben wenig Tannin und vertragen sogar leichte Kühlung. Erkennbar sind diese Weine meist daran, dass sie ohne Holzfass ausgebaut wurden. Auf dem Etikett fehlen dann Zusätze wie Riserva oder Superiore.
Kräftige und schwere italienische Rotweine
Am anderen Ende stehen Amarone della Valpolicella, Barolo, Brunello di Montalcino, Aglianico del Vulture, Sagrantino di Montefalco und die dichten Primitivo aus Manduria. Sie kommen auf vierzehn bis fünfzehn Prozent, Amarone und mancher Primitivo di Manduria auch darüber. Sie haben viel Extrakt und brauchen entweder Zeit in der Flasche oder eine Stunde Luft im Dekanter. Zwei Hinweise fürs Etikett: Riserva bedeutet eine gesetzlich längere Mindestreifezeit, Superiore in der Regel einen höheren Mindestalkohol.
Trocken, halbtrocken oder mit Restsüße
Die große Mehrheit der italienischen Rotweine ist trocken ausgebaut, auf dem Etikett steht dann secco. Eine Ausnahme sind viele Primitivo und Appassimento-Weine aus dem Süden: Sie behalten bewusst einige Gramm Restzucker, was die Frucht runder wirken lässt und das Tannin abfedert. Abboccato heißt halbtrocken, amabile lieblich, dolce süß. Wer es ausdrücklich trocken mag, achtet auf secco. Das bedeutet Restzucker bis vier Gramm je Liter, bei entsprechend hoher Säure sind bis zu neun Gramm erlaubt.
Appassimento: warum manche Italiener so dicht schmecken
Beim Appassimento-Verfahren werden die Trauben nach der Lese nicht sofort gepresst, sondern auf Matten oder in Kisten mehrere Wochen bis Monate getrocknet. Dabei verlieren sie Wasser, Zucker und Aromen konzentrieren sich. Das Ergebnis sind Weine mit mehr Körper, mehr Alkohol und einer Note von Rosine und Dörrpflaume. Der bekannteste Vertreter ist der Amarone della Valpolicella, das Verfahren wird aber auch in Apulien und Sizilien eingesetzt. Verwandt ist der Ripasso, bei dem ein fertiger Valpolicella noch einmal über den Trester des Amarone gepumpt wird.
DOCG, DOC und IGT: was die Kürzel auf dem Etikett bedeuten
Italien kennt drei Stufen. DOCG ist die höchste kontrollierte Herkunftsbezeichnung mit den strengsten Regeln für Ertrag, Rebsorten und Reifezeit, sie tragen unter anderem Barolo, Barbaresco, Brunello di Montalcino und Chianti Classico. DOC steht eine Stufe darunter, ebenfalls mit festen Vorgaben zu Gebiet und Sorten. IGT ist die weiteste Kategorie und lässt Winzern mehr Freiheit bei der Rebsortenwahl. Wichtig: IGT ist kein Qualitätsurteil. Viele teure Weine des Landes tragen bewusst IGT, weil ihre Rebsorten damals nicht in die DOC-Regeln passten. Bei den Supertuscans gilt das bis heute für Tignanello oder Solaia, während die Bolgheri-Weine inzwischen eine eigene DOC haben.
Was zu welchem Essen passt
Sangiovese und Tomatensauce sind ein Klassiker, weil der Wein genug eigene Säure mitbringt, um neben der Tomate nicht flach zu wirken. Zu Pizza und Pasta mit Fleisch passt ein Chianti oder ein Barbera. Zu gegrilltem Rind, Lamm und Wild ein Barolo, ein Aglianico oder ein Amarone. Primitivo und Negroamaro vertragen Gegrilltes mit süßlichen Marinaden, Burger und kräftigen Hartkäse. Lambrusco funktioniert erstaunlich gut zu Salami und fettem Schweinefleisch, dafür ist er in der Emilia-Romagna gemacht. Zu Fisch greifst du besser zu einem Pinot Grigio oder einem Lugana.
Servieren und lagern
Kräftige Rotweine aus dem Süden und dem Piemont schmecken bei sechzehn bis achtzehn Grad am besten, also kühler als die meisten Wohnräume. Leichte Weine wie Bardolino oder Dolcetto vertragen zwölf bis vierzehn Grad, Lambrusco trinkst du kühler, bei acht bis zwölf. Barolo, Brunello und Amarone gewinnen durch eine Stunde im Dekanter, junge Primitivo brauchen das nicht. Zum Lagern gilt: dunkel, ruhig, gleichmäßig kühl. Weine mit viel Tannin und Säure halten am längsten, fruchtbetonte Sorten trinkst du besser jung.
Häufige Fragen zu italienischem Rotwein
Welche italienischen Rotweinsorten gibt es?
Die wichtigsten sind Sangiovese, Nebbiolo, Primitivo, Montepulciano, Barbera, Corvina, Nero d'Avola, Negroamaro, Aglianico, Lagrein, Dolcetto und Lambrusco. Dazu kommen regionale Spezialitäten wie Teroldego, Refosco, Schiava, Cannonau, Sagrantino und Susumaniello. Insgesamt sind in Italien über 500 Rebsorten zugelassen, rund 350 davon gelten als autochthon.
Was ist ein typischer italienischer Rotwein?
Einen einzigen typischen Stil gibt es nicht. Was fast alle italienischen Rotweine verbindet, ist eine spürbare Säure und ein Tannin, das den Wein zum Essen führt statt für sich allein zu stehen. Italienischer Rotwein ist traditionell ein Essensbegleiter, kein Wein für den Sessel.
Welche italienischen Rotweine sind bekannt?
Am bekanntesten sind Chianti und Chianti Classico aus der Toskana, Barolo und Barbaresco aus dem Piemont, Brunello di Montalcino, Amarone della Valpolicella aus Venetien, Valpolicella Ripasso, Montepulciano d'Abruzzo, Primitivo di Manduria aus Apulien und Nero d'Avola aus Sizilien. Dazu kommen die Supertuscans von der toskanischen Küste.
Welcher italienische Rotwein ist leicht?
Leicht fallen Bardolino und Valpolicella Classico vom Gardasee aus, dazu Dolcetto d'Alba aus dem Piemont und Schiava aus Südtirol. Sie liegen bei zwölf bis dreizehn Prozent, haben wenig Tannin und werden meist ohne Holzfass ausgebaut.
Welcher italienische Rotwein ist kräftig und schwer?
Zu den kräftigsten zählen Amarone della Valpolicella, Barolo, Brunello di Montalcino, Aglianico del Vulture, Sagrantino di Montefalco und Primitivo di Manduria. Sie kommen auf vierzehn bis fünfzehn Prozent, Amarone und mancher Primitivo di Manduria auch darüber. Sie haben viel Extrakt und Tannin.
Sind italienische Rotweine trocken?
Die meisten ja, auf dem Etikett steht dann secco. Eine Ausnahme sind viele Primitivo und Appassimento-Weine aus Süditalien, die einige Gramm Restzucker behalten. Abboccato bedeutet halbtrocken, amabile lieblich, dolce süß.
Was bedeutet DOCG bei italienischem Wein?
DOCG ist die höchste kontrollierte Herkunftsbezeichnung Italiens, mit strengen Vorgaben zu Anbaugebiet, Rebsorten, Ertrag und Mindestreifezeit. DOC steht eine Stufe darunter, IGT ist die weiteste Kategorie. IGT sagt nichts über die Qualität aus, viele Spitzenweine sind bewusst so eingestuft.
Was unterscheidet norditalienischen von süditalienischem Rotwein?
Der Norden ist kühler, die Weine haben mehr Säure, festeres Tannin und wirken schlanker, dafür reifen sie länger. Der Süden ist wärmer, die Weine zeigen reifere Frucht, weicheres Tannin, mehr Alkohol und sind früher trinkreif.
Alle Rotweine des Sortiments findest du in der Rotwein-Übersicht. Wenn du dich beim Primitivo genauer einlesen willst, hilft der Primitivo-Ratgeber.
