Carmenère Wein: Rotwein aus Chile

Carmenère: in Bordeaux fast verschwunden, in Chile zu Hause
Carmenère stammt aus Bordeaux, zu Hause ist die Rebsorte heute in Chile. Die Weine sind tiefdunkel und haben weiche Tannine. Die meisten Carmenere-Weine hier kommen aus dem chilenischen Valle Central, viele aus dem Colchagua Valley, dazu Cuvées mit Cabernet Sauvignon und ein Carmenère aus der Pfalz.
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Was ist Carmenère?
Carmenère, oft auch ohne Akzent Carmenere geschrieben, ist eine rote Rebsorte. Der Name kommt vom französischen carmin, also Karminrot. Aus ihr entstehen dunkle, körperreiche Rotweine mit weichen Tanninen.
Herkunft: von Bordeaux nach Chile
Im 18. Jahrhundert war Carmenère eine geschätzte Sorte im Médoc. Sie reift spät, blüht unzuverlässig und bringt deshalb schwankende Erträge. Nachdem die Reblaus im 19. Jahrhundert die Weinberge in Bordeaux zerstört hatte, pflanzten die Winzer lieber Merlot und Cabernet Sauvignon. Zuvor waren aber Reben aus Bordeaux nach Chile gelangt. Dort hat die Reblaus nie Fuß gefasst, und die Sorte überlebte auf eigenen Wurzeln. Mehr zur Rebsorte steht in unserem Weinlexikon unter Carmenère.
Carmenère oder Merlot? Die Verwechslung in Chile
Über ein Jahrhundert lang hielt man die Reben in Chile für Merlot. Die Weine kamen als Merlot chileno in den Handel. Erst vor rund dreißig Jahren erkannte der französische Ampelograph Jean-Michel Boursiquot bei Viña Carmen im Maipo Valley an den Blättern, dass diese Reben kein Merlot waren. Ein DNA-Nachweis bestätigte wenig später: Ein großer Teil des chilenischen Merlot war in Wahrheit Carmenère.
Der Unterschied zeigt sich im Weinberg. Carmenère reift deutlich später als Merlot, wurde früher aber oft zur selben Zeit gelesen. Die Weine schmeckten dann grün und streng. Heute bleiben die Trauben länger hängen. Wie Merlot im Vergleich schmeckt, zeigen unsere Merlot.
Carmenère Wein aus Chile: Colchagua, Maipo und Valle Central
Chile hat mit über 10.000 Hektar die mit Abstand größte Carmenère-Fläche der Welt, fast alles im Valle Central. Wichtige Anbaugebiete sind Colchagua und Cachapoal im Rapel Valley sowie das Maipo Valley. Die langen, trockenen Sommer lassen die spät reifende Traube bis zur vollen Reife hängen. Aus dem Colchagua Valley kommt der Montes Alpha Carmenere, aus dem Maipo der Torres Cordillera Reserva Especial Carmenere. Der Santa Rita 120 Carmenere Reserva Especial trägt die Herkunft Central Valley und reift acht Monate in französischen Barriques. Weitere Rotweine aus dem Land findest du unter Rotwein aus Chile.

Wie schmeckt Carmenère?
Im Glas ist er tiefrot bis violett. In der Nase zeigen sich dunkle Beeren und Pflaume, dazu schwarzer Pfeffer und Kakao, mit der Reife auch Tabak. Die Tannine sind weich, die Säure eher mild. Typisch ist ein Ton von grüner Paprika. Er stammt von Methoxypyrazinen, die in dieser Sorte in deutlich höheren Mengen vorkommen als in den meisten Cabernet Sauvignon. Wie stark er ausfällt, hängt von Klon, Klima und Lesezeitpunkt ab. Beim Montes Alpha Carmenere bleibt die Paprika als feine Würze neben Zeder und Vanille aus dem Barrique. Trink ihn bei 16 bis 18 Grad. Ausführlich erklärt das unser Artikel Carménère im Porträt.
Cabernet Carmenère: Cuvées aus Chile und Italien
Carmenère und Cabernet Sauvignon sind verwandt und werden gern verschnitten. Der Cabernet bringt Gerbstoff und Cassis, der Carmenère Farbe und weiche Frucht. Beispiele aus Colchagua sind die Montes Cabernet Sauvignon-Carmenere Limited Selection und der Emiliana Novas Gran Reserva Carmenere-Cabernet Sauvignon. In Italien wächst Carmenère vor allem im Nordosten. Im Trentino besteht der Tenuta San Leonardo San Leonardo IGT zu rund einem Drittel aus Carmenère, der Rest ist Cabernet Sauvignon und etwas Merlot. Reinsortigen Cabernet findest du unter Cabernet Sauvignon.
Carmenère aus der Pfalz
In Deutschland ist Carmenère eine Rarität. Das Weingut Emil Bauer in Nussdorf bei Landau baut sie trotzdem an. Der Emil Bauer Carmenere Nussdorf trocken reift im Eichenfass und zeigt Pflaume, Kirsche und Brombeere, dazu Pfeffer und Lorbeer. Mehr Weine aus der Region findest du unter Wein aus der Pfalz.
Wozu passt Carmenère?
Mit weichen Tanninen und würziger Note gehört Carmenère zu Steak und Lammkoteletts vom Grill, zu Rinderschmorbraten und dunklen Saucen. Seine Paprikanote trifft sich gut mit gegrilltem Gemüse, Chili con Carne und mexikanischer Mole. Zu gereiftem Hartkäse wie Manchego oder Comté schmeckt er ebenfalls.
Probiert und beraten
Jeden Carmenère auf dieser Seite haben wir selbst probiert. Welcher zu deinem Essen passt, sagen wir dir gern am Telefon, montags bis freitags von 9 bis 16:30 Uhr unter 07031 463 86 42.
Häufige Fragen zu Carmenère
Was ist Carmenère für eine Traube?
Eine rote Rebsorte aus Bordeaux, verwandt mit Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot. Sie reift spät, ihr Laub färbt sich im Herbst karminrot.
Woher kommt die Rebsorte Carmenère?
Ursprünglich aus dem Bordelais. Nach der Reblaus verschwand sie dort fast ganz. Heute steht der Großteil der Reben in Chile.
Wie schmeckt Carmenère Wein?
Dunkel und würzig: Brombeere, Pflaume, schwarzer Pfeffer, oft ein Hauch grüne Paprika. Am Gaumen rund und weich, ohne harte Gerbstoffe.
Was ist der Unterschied zwischen Carmenère und Merlot?
Es sind zwei verschiedene Sorten. Carmenère reift später, schmeckt würziger und zeigt oft Paprika. In Chile wurde sie lange als Merlot verkauft.
Warum ist Carmenère typisch für Chile?
Weil sie dort überlebt hat, während Bordeaux die Sorte nach der Reblaus fast aufgab. Heute liegt in Chile die größte Carmenère-Fläche der Welt.
Was bedeutet Cabernet Carmenère auf dem Etikett?
Eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Carmenère. Sie verbindet die festeren Tannine des Cabernet mit der runden Art des Carmenère.
Bei welcher Temperatur trinkt man Carmenère?
Bei 16 bis 18 Grad. Kräftige Weine aus dem Barrique gewinnen, wenn sie vorher eine Stunde Luft bekommen.
Wozu passt Carmenère?
Zu Grillfleisch, Lamm und Schmorgerichten, zu Chili con Carne und zu gereiftem Hartkäse.
